Neue Präsidentin des Landessozialgerichts Baden-Württemberg heißt Haseloff-Grupp

Datum: 27.06.2005

Kurzbeschreibung: Goll: "Freue mich über weitere Frau in Spitzenposition der Justiz"

Neue Präsidentin des Landessozialgerichts Baden-Württemberg wird die bisherige Präsidentin des Sozialgerichts Karlsruhe, Heike Haseloff-Grupp. Die 54-jährige Juristin folgt dem Ende März in den Ruhestand getretenen Präsidenten des Landessozialgerichts Günter Rank nach. Bei der Übergabe der Ernennungsurkunde zeigte sich der baden-württembergische Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP) heute in Stuttgart erfreut, dass mit Haseloff-Grupp eine weitere Frau eine Spitzenposition in der Justiz übernimmt. Die offizielle Amteinführung erfolgt am 6. Juli im Rahmen einer Feierstunde des Justizministeriums.

Goll bezeichnete Haseloff-Grupp als richterliche Führungspersönlichkeit, die neben ihrer herausragenden fachlichen Kompetenz und ihrer hohen Belastbarkeit eine ausgeprägte Befähigung für Verwaltungs- und Organisationsaufgaben habe. Mit ihr komme eine Präsidentin, die nicht nur hohe Wertschätzung in ihrem Gericht, sondern auch die Anerkennung in der Gerichtsbarkeit insgesamt genieße. „Sie ist eine Richterin mit rascher Auffassungsgabe, großer sozialer Kompetenz und einem gewandten Auftreten. Im neuen Amt kommt ihr nun ihre Fähigkeit zugute, in Konflikten mit natürlicher Autorität und Einfühlungsvermögen zu vermitteln und dabei motivierend und ausgleichend zu wirken“, so der Minister.

Haseloff-Grupp wurde in Herzebrock/Nordrhein-Westfalen geboren, absolvierte 1976 ihre Erste juristische Staatsprüfung an der freien Universität Berlin und wechselte dann nach Baden-Württemberg. Nach Abschluss des Zweiten juristischen Staatsexamens trat sie 1979 als Regierungsassessorin bei der Landesanwaltschaft beim Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim (VGH) in den Landesjustizdienst ein. Im Januar 1982 wurde sie zur Richterin auf Lebenszeit am Verwaltungsgericht Karlsruhe ernannt. Es folgte im Jahr 1988 die Abordnung an den VGH. Dort wurde sie im Oktober 1990 auch zur Richterin am Verwaltungsgerichtshof ernannt. Unterbrochen von einer Abordnung an das Justizministerium Baden-Württemberg war sie insgesamt  rund neun Jahre als Richterin am VGH tätig. Sie bearbeitete die verschiedensten Rechtsgebiete, angefangen beim Recht der Planfeststellung im Straßenrecht über Naturschutzrecht, Baurecht, Polizeirecht, Versammlungsrecht, Kommunalrecht und Ausländerrecht. Außerdem war sie als Präsidialrichterin auch für Verwaltungs-, Organisations- und Personalfragen des Gerichtshofs zuständig. Im März 1997 wechselte Haseloff-Grupp  schließlich von der Verwaltungs- in die Sozialgerichtsbarkeit. Bis zu ihrer heutigen Beförderung leitete sie als Präsidentin das Sozialgericht Karlsruhe.

Haseloff-Grupp wohnt in Mannheim und ist mit dem Universitätsprofessor Dr. Klaus Grupp, der einen Lehrstuhl für Öffentliches Recht an der Universität des Saarlandes innehat, verheiratet. Privat interessiert sie sich sehr für moderne Kunst. Auf diesem Gebiet hat sie sich auch als Mitstifterin des Hanna-Nagel-Preises, der bildende zeitgenössische Künstlerinnen ab 40 Jahre fördert, engagiert. Daneben begeistert sie sich für Opern- und Konzertbesuche, hat ein Faible für Hörbücher und reist gern in ferne Länder. Weitere Hobbys sind Tennis und Skilaufen.

Stefan Wirz
Pressesprecher


Die Sozialgerichtsbarkeit in Baden-Württemberg gliedert sich auf in das Landessozialgericht mit Sitz in Stuttgart sowie die acht Sozialgerichte in Freiburg, Heilbronn, Karlsruhe, Konstanz, Mannheim, Reutlingen, Stuttgart und Ulm.

Im Landessozialgericht arbeiten 85 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, in der gesamten baden-württembergischen Sozialgerichtsbarkeit sind 395 Personen beschäftigt.

Die Sozialgerichtsbarkeit ist neben der „ordentlichen“ Gerichtsbarkeit (Zivil- und Strafgerichte) eine der vier so genannten „Fachgerichtsbarkeiten“ (Arbeitsgerichtsbarkeit, Finanzgerichtsbarkeit, Sozialgerichtsbarkeit und Verwaltungsgerichtsbarkeit).

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