Elternkongress des Ausländerbeauftragten der Landesregierung "Gemeinsam für den Bildungserfolg unserer Kinder!"

Datum: 26.11.2005

Kurzbeschreibung: Goll: "Eltern stärker einbinden. Deutsch lernen."

Für den Ausländerbeauftragten der Landesregierung, Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP), ist die Unterstützung durch das Elternhaus einer der entscheidenden Faktoren für den schulischen und beruflichen Erfolg von Kindern aus Zuwandererfamilien in Deutschland. Es sei erforderlich, die Zusammenarbeit mit zugewanderten Eltern deutlich zu verbessern und sie in Erziehungsfragen viel intensiver als bislang einzubinden, erklärte der Minister heute in Ludwigsburg auf dem von ihm in Kooperation mit der Stadt Ludwigsburg veranstalteten Elternkongress „Gemeinsam für den Bildungserfolg unserer Kinder!“.

„Eine gute Ausbildung ist die Grundlage für eine gelungene Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. Vor allem für die Kinder und Jugendlichen ist die Bildung der Schlüssel zum Erfolg auf dem Arbeitsmarkt“, betonte Goll vor rund 200 Teilnehmern des Elternkongresses. Eine Verbesserung des schulischen Erfolges von Kindern mit Migrationshintergrund sei maßgeblich von einer besseren Einbindung der Eltern in die schulische Laufbahn ihrer Kinder abhängig. Es gelte, bei den Eltern für die Ausbildung ihrer Kinder ein stärkeres Interesse zu wecken, so Goll. „Vor allem darf es den Eltern aber nicht egal sein, ob ihre Kinder morgens in die Schule gehen oder sich auf der Straße herumtreiben", mahnte der Minister. Die Zahl der Jugendlichen ohne Schulabschluss unter Migrantenkindern sei immer noch deutlich höher als bei deutschen Kindern. Auch an Gymnasien seien Kinder mit Migrationshintergrund unterrepräsentiert. Doppelt so viele ausländische Schüler besuchten im Vergleich zu deutschen Schülern die Hauptschule. Diese Situation wirke sich negativ auf die gesamten Lebenschancen und die Integration der Migranten aus, sagte der Minister. „Hier müssen wir ansetzen, denn nur die gleichberechtigte Teilnahme an Bildung ermöglicht auch die gleichberechtigte Teilnahme an der Gesellschaft“, machte Goll deutlich.

Der Minister bezeichnete die Eltern als "Experten im Bereich Erziehung und Bildung" und wies darauf hin, wie bedeutend gerade ihre Erfahrung und Mitwirkung für den Schulerfolg ihrer Kinder sei: „Das Elternhaus ist einer der wichtigsten Faktoren für einen erfolgreichen Bildungs- und Lebensweg der Kinder. Daher sind alle schulischen Bildungskonzepte zum Scheitern verurteilt, wenn durch das Elternhaus keine Unterstützung der Kinder erfolgt.“ Eltern seien nicht bloße Kunden der Schule, sondern in hohem Maße mitverantwortlich für die Karriere ihrer Kinder, so Goll weiter. Teilweise habe die Notwendigkeit guter schulischer und beruflicher Basiskenntnisse nicht den notwendigen Stellenwert bei den Eltern. Zudem würden die bestehenden Möglichkeiten aktiver Elternbeteiligung nicht ausreichend genutzt. „Eltern benötigen daher mehr Informationen darüber, wie sie ihr Kind am besten fördern können und welche Möglichkeiten das baden-württembergische Schulsystem bietet. Genau an diesem Punkt wollen wir mit unserem Elternkongress ansetzen“, erklärte Goll.

„Die wichtigste Voraussetzung für erfolgreiches Lernen aber ist, dass alle Kinder auch verstehen, was in Kindergarten und Schule gesagt wird. Die Beherrschung der deutschen Sprache steht deshalb an vorderster Stelle. Und das gilt nicht nur für die Kinder. Viele zugewanderte Eltern beherrschen die deutsche Sprache nicht ausreichend. Dies führt dazu, dass sie unsicher sind und zum Beispiel keine Elternabende besuchen. Wir alle brauchen aber eine gemeinsame Sprache, um nicht aneinander vorbeizureden. Mein dringender Appell an die Eltern lautet deshalb, am besten gemeinsam mit ihren Kindern deutsch zu lernen“, betonte Goll.

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