Woche der sozialen Integration Jugendlicher - Goll: "Schul- und Berufsausbildung Schlüssel für Integration"

Datum: 15.02.2006

Kurzbeschreibung: Im Rahmen der Woche der sozialen Integration Jugendlicher besuchte der Ausländerbeauftragte der Landesregierung, Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP), heute das Projekt "Future?" der Jugendberufshilfe in Göppingen. Das Projekt unterstützt Jugendliche bei der Suche nach einem Ausbildungs- und Arbeitsplatz oder einer Wohnung.

Im Rahmen der Woche der sozialen Integration Jugendlicher besuchte der Ausländerbeauftragte der Landesregierung, Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP), heute das Projekt „Future“ der Jugendberufshilfe in Göppingen. Das Projekt unterstützt Jugendliche bei der Suche nach einem Ausbildungs- und Arbeitsplatz oder einer Wohnung. Auch helfen die Pädagoginnen und Pädagogen beim Erstellen von Bewerbungsunterlagen und Bafög-Anträgen oder schlichten Konfliktsituationen zwischen Eltern und Schulen.

„Immer mehr Jugendliche mit Migrationshintergrund blicken mit immer weniger Mut in die Zukunft. Sie finden weder Ausbildungsplatz noch Job und resignieren. Das Projekt ´Future´ kann diesen Jugendlichen wieder eine Zukunftsperspektive geben“, sagte Goll. Die jährliche Besucherzahl von knapp über 1000 Jugendlichen mache deutlich, dass diese Hilfe auch rege in Anspruch genommen werde, so Antje Maichl von der Jugendberufshilfe. 80 Prozent der Besucher hätten Migrationshintergrund.

„Obwohl sie in Deutschland geboren sind und hier von Anfang an Kindergarten und Schule besuchen, ist dies offensichtlich noch lange keine Garantie dafür, dass sie auch ausreichend deutsch können“, nannte Goll die Ursache für Integrationsschwierigkeiten selbst von Kindern und Jugendlichen aus der dritten und vierten Migrantengeneration. „Nur aber wer deutsch gut genug beherrscht, wird erfolgreich auf die Realschule oder das Gymnasium wechseln können“, sagte Goll. Mehr als jeder zweite ausländische Schüler habe im Schuljahr 2004/05 lediglich einen Hauptschulabschluss erreicht. Mit diesem Bildungsstand begnügten sich hingegen nur ein Drittel der deutschen Schüler. Bedenklich sei vor allem, so Goll weiter, dass rund 18 Prozent der ausländischen Schüler sogar ganz ohne Schulabschluss blieben, während dies nur bei 6 Prozent der deutschen Schüler der Fall sei.

„Leider hat sich die Bildungsbeteiligung der Migranten seit Mitte der 80er Jahre nicht entscheidend verbessert“, stellte Goll fest. „Dabei wirken sich die starken Bildungsdefizite bei Zuwanderern und ihren Kindern in allen gesellschaftlichen Bereichen negativ aus“, machte der Minister die Folgen deutlich. So sei die Arbeitslosenrate unter Migranten durchschnittlich doppelt so hoch wie bei Deutschen. Jugendliche ohne Berufsausbildung würden naturgemäß als letzte eingestellt und als erste entlassen. Als ungelernte Hilfskräfte hätten sie auf dem Arbeitsmarkt dauerhaft keine Chance. Eine sinnvolle Lebensplanung sei unter solchen Voraussetzungen nicht möglich. Alarmierend sei auch die steigende Gewaltbereitschaft und Kriminalitätsrate jugendlicher Migranten. „Wer keine Lebenschancen mehr erkennt, gerät leichter auf die schiefe Bahn und verbaut sich so noch mehr seine Zukunft“, schilderte der Justizminister den Teufelskreis. „Gute Bildung und Ausbildung sind deshalb die entscheidenden Schlüssel für eine erfolgreiche Integration in die Gesellschaft und für ein selbstbestimmtes Leben“, so Goll.

Viele gute Projekte der Jugendhilfe, der Berufsbildungswerke oder der Arbeitsverwaltung hätten sich etabliert, die die soziale Integration von Jugendlichen vorantrieben, so Goll weiter. Dennoch erfassten die vorhandenen Angebote nicht alle Jugendlichen. „Schulabbrecher und so genannte Ausbildungsverweigerer werden von Schule oder Berufsberatung nicht mehr erreicht. Aber auch diese Jugendlichen, die keine sozialen Verbindlichkeiten akzeptieren, dürfen wir nicht am Rand der Gesellschaft stehen lassen. Deshalb halte ich Projekte wie ´Future´ für wichtig. Sie holen die Jugendlichen dort ab, wo sie gerade stehen und helfen den jungen Menschen dabei, auf die Füße zu kommen. Wäre die Gesellschaft nicht bereit, diese Unterstützung aufzubringen, wären die sozialen Folgekosten am Ende viel schmerzhafter“, mahnte der Minister.

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