• Sie sind hier:
  • Startseite
  • Service
  • Presse
  • Pressemitteilungen 2006
  • Fünf Jahre Opferschutz in Baden-Württemberg - Landesstiftung Opferschutz hat bislang rund 3,82 Millionen Euro ausbezahlt - Bundesweit einmaliges Modell feiert Geburtstag - Goll: "Schnelle und unbürokratische Hilfe für Opfer von Gewalttaten"

Fünf Jahre Opferschutz in Baden-Württemberg - Landesstiftung Opferschutz hat bislang rund 3,82 Millionen Euro ausbezahlt - Bundesweit einmaliges Modell feiert Geburtstag - Goll: "Schnelle und unbürokratische Hilfe für Opfer von Gewalttaten"

Datum: 20.03.2006

Kurzbeschreibung: Der Opferschutz in Baden-Württemberg feiert runden Geburtstag. Heute (20. März 2006) vor fünf Jahren gründete Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP) die bis heute bundesweit einmalige Landesstiftung Opferschutz.

Der Opferschutz in Baden-Württemberg feiert runden Geburtstag. Heute (20. März 2006) vor fünf Jahren gründete Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP) die bis heute bundesweit einmalige Landesstiftung Opferschutz. Sie leistet Monat für Monat schnelle und unbürokratische finanzielle Hilfe für Opfer von Gewalttaten. Zudem werden baden-württembergische Vereine mit speziellen Programmen zur Betreuung von Opferzeugen gezielt gefördert. Seit Bestehen der Stiftung wurden insgesamt rund 3,82 Millionen Euro an Opfer und Vereine ausbezahlt.

„Die Arbeit der Landesstiftung Opferschutz ist vorbildlich und auf der ganzen Linie erfolgreich“, bemerkte Gründungsvater Goll heute in Stuttgart nicht ohne Stolz. „Opfer von Straftaten sind oft doppelt gestraft. Sie leiden erheblich unter den Folgen der Tat und fühlen sich nach Ende eines Strafprozesses oft allein gelassen. Wir können das ihnen zugefügte Unrecht zwar nicht ungeschehen machen, wenigstens aber mit einem Schmerzensgeld von im Einzelfall bis zu 10.000 Euro die schlimmste materielle Not lindern. Deshalb bin ich sehr froh, dass wir in Baden-Württemberg durch die Landesstiftung Opferschutz Hilfe leisten können, die spürbar ist“, so der Minister. Von den Tätern sei in der Regel nichts zu holen, weshalb die meisten Opfer vergeblich darauf warteten, dass der Täter den begangenen Schaden wieder gutmache oder gar Schmerzensgeld bezahle. Hier trete die Stiftung in Vorleistung und klage anschließend die Rechte des Opfers ein. Die Opfer müssten sich folglich nicht mehr mit langwierigen Folgeprozessen belasten, um ein Stück Wiedergutmachung zu erfahren.

Der Vorsitzende der Landesstiftung Opferschutz, der ehemalige Vorsitzende Richter am Oberlandesgericht Stuttgart Herbert Schmid, teilte mit, dass in den vergangenen fünf Jahren insgesamt 756 Anträge von Opfern bei der Stiftung eingegangen seien. Davon hätten 417 Anträge den strengen Auswahlkriterien standgehalten und seien positiv beschieden worden. An insgesamt 504 Opfer seien bis heute Zuwendungen von insgesamt 2.404.800 Euro bezahlt worden. Baden-württembergische Vereine mit speziellen Programmen zur Betreuung von Opferzeugen seien mit 1.419.371 Euro bedacht worden. Die Arbeit der Landesstiftung Opferschutz werde finanziell durch die Landesstiftung Baden-Württemberg gGmbH unterstützt. Garantierte Zuwendungen in Höhe von jährlich 1,28 Millionen Euro sicherten auch langfristig die Existenz der Landesstiftung Opferschutz.

Goll betonte, dass die Landesstiftung Opferschutz mit einer schlanken Verwaltung auskomme, die ihresgleichen suche. Die zur Verfügung stehenden Gelder könnten nicht zuletzt aufgrund der ehrenamtlich tätigen Mitglieder des Kuratoriums, des Vorstands und des Zuwendungsausschusses nahezu 1:1 an die Bedürftigen weitergegeben werden. Eine wichtige Rolle spiele auch der eng mit der Landesstiftung kooperierende Weiße Ring e.V.. Die meisten der positiv beschiedenen Anträge wurden über den Weißen Ring eingebracht. Erfolgreiche Anträge erfolgten aber auch über Polizeidienststellen, Kreisjugendämter, Rechtsanwälte oder von den Opfern selbst. Die meiste Unterstützung erhielten Opfer von Körperverletzungsdelikten, Sexualdelikten und Tötungsdelikten, gefolgt von Brandstiftungs-, Raub- und Bedrohungsopfern sowie Opfern von Zwangsprostitution.

„Eindringlich in Erinnerung geblieben ist mir die Schilderung der kaufmännischen Angestellten aus Pforzheim, die an ihrem Arbeitsplatz im Versandhaus Bader im September 2003 von einem Amokläufer mit einem Samuraischwert lebensgefährlich verletzt wurde“, schilderte Goll einen Einzelfall stellvertretend für zahlreiche schreckliche Schicksale, mit denen die Landesstiftung befasst worden sei. „Bei der Frau war zu spüren, wie sie ihr Lebensmut nicht verlassen hat. Sie machte auch deutlich, wie sehr ihr die schnelle und vor allem vollkommen unbürokratische Zuwendung der Landesstiftung Opferschutz zusätzliche Kraft gab, ihr Leben nach der Tat neu zu ordnen. In Baden-Württemberg wird Opferhilfe täglich praktiziert. Das soll auch so bleiben. Wenn wir darum in fünf Jahren hoffentlich das zehnjährige Jubiläum feiern können, würde mich das sehr glücklich machen“, sagte Goll.


Weitere Informationen und Details zu den Antragsvoraussetzungen finden Sie unter:
www.landesstiftung-opferschutz.de.

Fußleiste