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Informationskampagne des baden-württembergischen Justizministeriums zur Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung - Nächste öffentliche Veranstaltung am 25. April in Baden-Baden - Goll: "Jeder sollte sich rechtzeitig mit dem 'Wer hilft mir, wenn?' auseinandersetzen"

Datum: 21.04.2006

Kurzbeschreibung: Nach der großen Resonanz, die die Auftaktveranstaltung der Informationskampagne "Wer hilft mir, wenn??" des baden-württembergischen Justizministeriums zur Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung vor rund 350 Zuhörern zuletzt in Stuttgart hervorgerufen hat, besteht nächste Gelegenheit zur Information aus erster Hand am kommenden Dienstag, 25. April 2006, um 17.00 Uhr im Landgericht Baden-Baden, Gutenbergstraße 17.

Dort erläutern der Amtschef des Justizministeriums, Ministerialdirektor Michael Steindorfner, der Direktor des Amtsgerichts Achern, Dr. Jörg Schlachter, der Baden-Badener Notar Dr. Joachim Mellmann, der Chefarzt der Abteilung Neurologie des Klinikums Mittelbaden, Prof. Dr. med. Michael Daffertshofer und der Rastatter Rechtsanwalt Dieter Franck allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeiten der rechtlichen Betreuung und Vorsorge.

Wer hat es nicht selbst so oder so ähnlich schon erlebt: Ein Angehöriger erleidet einen Schlaganfall und wird hierdurch plötzlich und für alle unerwartet zum Pflegefall. Rechtlich verbindliche Erklärungen kann er nicht mehr abgeben. Wer für ihn handeln kann und darf, ist zunächst völlig unklar. Um möglichst ohne Zeitverzug gegenüber den Ärzten oder Heimleitern verhandlungsfähig zu sein, um gegenüber den Versicherungen tätig sein zu können und herauszufinden, welche medizinische Behandlung zu führen ist und welche Maßnahmen dem Willen des Betroffenen entsprechen, ist es entscheidend, dass rechtzeitig Vorsorge getroffen wurde. „Der Aufwand ist nicht besonders groß. Der Nutzen jedoch enorm“, ermutigt Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP) jeden, sich mit dem „Wer hilft mir, wenn…?“ intensiv auseinander zu setzen und Vorsorge zu treffen. „Ein Unglücksfall kann von heute auf morgen völlig unerwartet jeden von uns treffen. Keiner von uns kann vorhersehen, was in der Zukunft passiert. Aber jeder von uns kann und jeder sollte Vorsorge treffen für den Fall, dass er einmal selbst nicht mehr entscheiden kann. Ich lege deshalb jedem, nicht nur älteren Menschen, dringend nahe, eine Vorsorgevollmacht für den Fall einer Betreuungsbedürftigkeit zu erstellen - und zwar jetzt“, so der Minister. Im Fall der Fälle müsse eine andere Person für den Betroffenen rechtlich verbindliche Erklärungen abgeben können. Es sei dabei ein weit verbreiteter Irrtum zu glauben, dass sich dann der Ehepartner oder die Kinder um alles kümmern könnten. „Auch Ehegatten oder Verwandte sind ohne eine ausdrückliche Vollmacht zur rechtlichen Vertretung nicht in der Lage“, erläuterte Goll.

Informationsbroschüre
In einer neu aufgelegten umfassenden Informationsbroschüre des Justizministeriums Baden-Württemberg sind Muster für eine Vorsorgevollmacht und eine Betreuungsverfügung enthalten. Die Broschüre ist im Internet auf der Homepage des Justizministeriums unter www.justiz-bw.de herunterladbar oder kann beim Justizministerium schriftlich oder telefonisch unter 0711-279 2108 kostenlos angefordert werden.

Weitere Informationsveranstaltungen finden statt in:

- Rottweil am 22. Juni 2006, 17 Uhr, Landgericht, Königstraße 20 und
- Heidelberg am 12. Juli 2006, 17 Uhr, Landgericht, Kurfürstenanlage 21.

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