Landgericht Rottweil hat neuen Präsidenten - Goll ernennt Dr. Keihl als Nachfolger von Beyerle

Datum: 24.04.2006

Kurzbeschreibung: Neuer Präsident des Landgerichts Rottweil ist Dr. Bernhard Keihl. Der 61-jährige Vater von drei Kindern war bislang als Vorsitzender Richter am Oberlandesgericht in Stuttgart tätig. In seiner Rede anlässlich der Amtseinführung beschrieb Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP) Keihl als Persönlichkeit mit herausragenden juristischen Kenntnissen und großer Entschlusskraft verbunden mit Augenmaß und gesundem Menschenverstand. "Sie sind kein Jurist, der in dogmatischen Konstruktionen aufgeht, sondern ein Richter, der die ganzen Lebensverhältnisse im Auge behält, der an einer vernünftigen Ordnung interessiert und den Menschen zugewandt ist", sagte der Minister heute auf einer Feierstunde im Kloster Rottenmünster.

Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Tübingen und München wurde der in Schlesien geborene und in Hechingen aufgewachsene Keihl am 1. Februar 1972 in den höheren Justizdienst des Landes übernommen und zunächst dem Amtsgericht Nagold, dann dem Landgericht Tübingen zugewiesen. In den Jahren 1975 und 1976 sammelte er in der Strafvollzugsabteilung des Justizministeriums erste Verwaltungserfahrungen, die ihm später zu Gute kamen, als er sich im Zuge der Wiedervereinigung Deutschlands nach Dresden abordnen ließ. Am Bezirksgericht und – nach dessen Umbenennung – am Oberlandesgericht Dresden war er zweieinhalb Jahre als Vorsitzender Richter eines Zivilsenats und in Verwaltungsangelegenheiten tätig. „In Dresden erbrachten Sie außergewöhnliche Leistungen. Sie verbanden hohe qualitative Ansprüche mit einer außergewöhnlichen Belastungsfähigkeit. Im Umgang mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zeigten Sie besonderes Geschick und stellten Ihr Organisationstalent eindrucksvoll unter Beweis“, kommentierte Goll seinen Werdegang. Im Juni 2000 wurde Keihl zum Vorsitzenden Richter am Oberlandesgericht in Stuttgart ernannt und übernahm den Vorsitz des 9. Zivilsenats, der mit dem Banken- und Börsenrecht eine anspruchsvolle Materie zu bearbeiten hat. Keihl habe sich in kurzer Zeit zu einem souveränen und allseits anerkannten Senatspräsidenten entwickelt, der nicht nur in fachlicher Hinsicht zu überzeugen verstand, sondern auch mit seiner ruhigen und ausgeglichenen Art, so Goll weiter.

Der Minister beglückwünschte Keihl zu seinem neuen Amt und zeigte sich überzeugt, dass er durch die Kombination seiner fachlichen und menschlichen Vorzüge eine ideale Besetzung sei, um den Landgerichtsbezirk nicht nur als Richter, sondern auch als Führungspersönlichkeit auf eine anspruchsvolle, weder sich noch die Mitarbeiter schonende, aber zugleich stets faire und erfolgreiche Art und Weise zu leiten.

Der bisherige Präsident Peter Beyerle war nach über 7-jähriger Amtszeit zum 30. November 2005 mit Erreichen der Altersgrenze in den Ruhestand getreten. Goll lobte Beyerle als einsatzbereiten, offenen, engagierten und menschlich immer geradlinigen Richter, dem sein Beruf wie auf den Leib geschneidert gewesen sei. Mit einer weit
überdurchschnittlich ausgeprägten juristischen Begabung, genauer Kenntnis der Rechtsprechung und hervorragendem Judiz habe er jede Herausforderung seiner langen Dienstzeit glänzend bewältigt. Der Justizminister dankte Beyerle für seine herausragenden Leistungen, die er nicht nur als Präsident des Landgerichts Rottweil, sondern in allen anderen Funktionen seiner Berufslaufbahn erbracht habe.


Informationen zum Landgericht Rottweil:
Im Landgerichtsbezirk Rottweil befinden sich sechs Amtsgerichte (Tuttlingen, Spaichingen, Rottweil, Oberndorf, Horb und Freudenstadt) mit 311 Beschäftigten, davon 41 Richterinnen und Richter. Außerdem sind 35 Notariate und zwei öffentliche Notariate im Landgerichtsbezirk angesiedelt.

Am Landgericht Rottweil selbst sind 15 Richterinnen und Richter beschäftigt. Insgesamt arbeiten dort 104 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

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