Wechsel an der Spitze der Justizvollzugsanstalt Mannheim: Romeo Schüssler neuer Leiter des "Café Landes"

Datum: 26.04.2006

Kurzbeschreibung: Romeo Schüssler ist neuer Leiter der Justizvollzugsanstalt Mannheim. Heute Vormittag wurde er im Auditorium des Landesmuseums für Technik und Arbeit durch den Amtschef des baden-württembergischen Justizministeriums, Ministerialdirektor Michael Steindorfner, in sein Amt eingeführt. Schüssler tritt die Nachfolge von Rudolf Winkler an, der die Justizvollzugsanstalt Mannheim mehr als 18 Jahre lang geleitet hatte, bevor er Ende Februar in den Ruhestand trat.

Ministerialdirektor Steindorfner dankte Winkler für seine hervorragende Arbeit in der baden-württembergischen Justiz. Winkler war nach seiner Assessorenzeit zunächst 17 Jahre bei der Staatsanwaltschaft Mannheim tätig. „Als ich Ihnen im Jahre 1987 den Wechsel zum Strafvollzug vorgeschlagen und die Leitung der JVA Mannheim angetragen habe, haben Sie sich der neuen Herausforderung ohne Berührungsängste gestellt“, erinnerte sich Steindorfner, der damals noch Personalreferent im Justizministerium war. Die Leitung der Mannheimer Anstalt als der größten Langstrafenanstalt im Land habe schon immer ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein, Führungsstärke und besondere Fähigkeiten im Krisenmanagement erfordert, so Steindorfner weiter. „Durch Ihre hohe fachliche Kompetenz und Ihren klaren Führungsstil haben Sie über lange Jahre hinweg erfolgreich für das reibungslose Funktionieren des Mannheimer Vollzugs gesorgt.“

Winklers Nachfolger an der Spitze des „Café Landes“ ist der 42-jährige Romeo Schüssler. Seit 1994 steht der in Eppelheim wohnhafte Jurist im Dienst der baden-württembergischen Justiz. Zuletzt war der verheiratete Vater einer 10-jährigen Tochter als Richter am Landgericht Heidelberg tätig. „Während dieser Zeit haben Sie Ihre Multitasking-Fähigkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt“, lobte Steindorfner. Schüssler habe nicht nur gleichzeitig mehreren Strafkammern angehört sondern auch einer für Medizin- und Arzthaftungsrecht zuständigen Zivilkammer. Daneben habe er zahlreiche Sonderfunktionen bekleidet, wie beispielsweise die des Präsidialrichters oder des Pressesprechers. Die Gelegenheit, einen kleinen Vorgeschmack auf die Arbeit im Justizvollzug zu gewinnen, bot sich Schüssler, als er im Jahre 2005 vertretungsweise die Dienstgeschäfte des Direktors des Amtsgerichts Wiesloch wahrnahm. Denn hierzu gehörte auch die Leitung der dortigen Jugendarrestanstalt.

Steindorfner zeigte sich überzeugt, dass Schüssler die außerordentlich verantwortungsvolle und beanspruchende Aufgabe, die die Leitung einer so großen Vollzugsanstalt wie der JVA Mannheim darstellt, hervorragend meistern werde. „Sie verfügen über das notwendige Maß an Führungsverantwortung und Organisationstalent sowie eine besondere Begabung für Kommunikation und Zusammenarbeit. Außerdem habe ich den Eindruck, dass Sie sich der neuen Aufgabe mit Freude und positivem Elan stellen werden“, sagte der Ministerialdirektor.

Als Leiter der Justizvollzugsanstalt Mannheim ist Schüssler für etwa 950 Gefangene und rund 350 Bedienstete verantwortlich. In seinen Verantwortungsbereich fällt zudem die größte Abschiebungshafteinrichtung des Landes, eine originär der Innenverwaltung obliegende Aufgabe, die im Jahr 1993 dem Justizvollzug übertragen wurde. Diese Einrichtung wird seit ihrem Bestehen erfolgreich in teilprivatisierter Form betrieben.


In der Justizvollzugsanstalt Mannheim stehen insgesamt 1089 Haftplätze zur Verfügung, davon 54 Plätze im offenen Vollzug. Die Hauptanstalt in Mannheim verfügt über 923 Haftplätze im geschlossenen Vollzug, die sich wie folgt aufteilen:

196 Plätze in der Untersuchungshaft
609 Plätze in der Strafhaft (davon 28 Haftplätze in einer neuen Zugangsabteilung)
16 Plätze im Krankenrevier
102 Plätze in der Abschiebehafteinrichtung

In der Außenstelle Heidelberg stehen insgesamt 112 Haftplätze zur Verfügung, davon 19 für weibliche Inhaftierte.

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