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Informationskampagne des baden-württembergischen Justizministeriums zur Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung - Nächste öffentliche Veranstaltung am 22. Juni in Rottweil - Goll: "Jeder sollte sich rechtzeitig mit dem ´Wer hilft mir, wenn?´ auseinandersetzen"

Datum: 20.06.2006

Kurzbeschreibung: Nach der großen Ressonanz, die die bisherigen Veranstaltungen der Informationskampagne "Wer hilft mir, wenn?" des baden-württembergischen Justizministers Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP) zur Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung zuletzt in Stuttgart und Baden-Baden hervorgerufen haben, besteht nächste Gelegenheit zur Information aus erster Hand am kommenden Donnerstag, 22. Juni 2006, um 17.00 Uhr im Landgericht Rottweil, Königstraße 20.

Dort erläutern der Amtschef des Justizministeriums Michael Steindorfner, der Notar und Vormundschaftsrichter am Notariat Rottweil Rudolf Dehmel, der Rottweiler Amtsrichter Thomas Henninger, Privatdozent Dr. med. Walter Hewer, Chefarzt der Abteilung Gerontopsychiatrie und -psychotherapie des Vinzenz von Paul Hospitals Rottweil und der Vizepräsident der Rechtsanwaltskammer Tübingen, Markus Schellhorn allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeiten der rechtlichen Betreuung und Vorsorge.

Wer hat es nicht selbst so oder so ähnlich schon erlebt: Ein Angehöriger erleidet einen Schlaganfall und wird hierdurch plötzlich und für alle unerwartet zum Pflegefall. Rechtlich verbindliche Erklärungen kann er nicht mehr abgeben. Wer für ihn handeln kann und darf, ist zunächst völlig unklar. Um möglichst ohne Zeitverzug gegenüber den Ärzten oder Heimleitern verhandlungsfähig zu sein, um gegenüber den Versicherungen tätig sein zu können und herauszufinden, welche medizinische Behandlung zu führen ist und welche Maßnahmen dem Willen des Betroffenen entsprechen, ist es entscheidend, dass rechtzeitig Vorsorge getroffen wurde. „Der Aufwand ist nicht besonders groß. Der Nutzen jedoch enorm“, ermutigt Justizminister Goll jeden, sich mit dem „Wer hilft mir, wenn…?“ intensiv auseinander zu setzen und Vorsorge zu treffen. „Ein Unglücksfall kann von heute auf morgen völlig unerwartet jeden von uns treffen. Keiner von uns kann vorhersehen, was in der Zukunft passiert. Aber jeder von uns kann und jeder sollte Vorsorge treffen für den Fall, dass er einmal selbst nicht mehr entscheiden kann. Ich lege deshalb jedem, nicht nur älteren Menschen, dringend nahe, eine Vorsorgevollmacht für den Fall einer Betreuungsbedürftigkeit zu erstellen - und zwar jetzt“, so der Minister. Im Fall der Fälle müsse eine andere Person für den Betroffenen rechtlich verbindliche Erklärungen abgeben können. Es sei dabei ein weit verbreiteter Irrtum zu glauben, dass sich dann der Ehepartner oder die Kinder um alles kümmern könnten. „Auch Ehegatten oder Verwandte sind ohne eine ausdrückliche Vollmacht zur rechtlichen Vertretung nicht in der Lage“, erläuterte Goll.

Informationsbroschüre
In einer neu aufgelegten umfassenden Informationsbroschüre des Justizministeriums Baden-Württemberg sind Muster für eine Vorsorgevollmacht und eine Betreuungsverfügung enthalten. Die Broschüre ist im Internet auf der Homepage des Justizministeriums unter www.justiz-bw.de herunterladbar oder kann beim Justizministerium schriftlich oder telefonisch unter 0711-279 2108 kostenlos angefordert werden.

Die letzte der insgesamt vier Informationsveranstaltungen findet statt in:

Heidelberg am 12. Juli 2006, 17 Uhr, Landgericht, Kurfürstenanlage 21.

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