Wechsel an der Spitze der Justizvollzugsanstalt Karlsruhe Thomas Weber folgt langjährigem Leiter Werner Kolb nach

Datum: 27.09.2006

Kurzbeschreibung: Nach über 37 Berufsjahren im baden-württembergischen Justizvollzug verabschiedete Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP) heute in Karlsruhe den langjährigen Anstaltsleiter, Regierungsdirektor Werner Kolb, in den gesetzlichen Ruhestand. Sein Nachfolger an der Spitze der Justizvollzugsanstalt Karlsruhe ist Thomas Weber.

Der studierte Volljurist Kolb war fast 30 Jahre lang mit der Leitung einer baden-württembergischen Justizvollzugsanstalt betraut, davon leitete er über 16 Jahre hinweg das Karlsruher Gefängnis. „Auf mich wirkt die Anstalt wie ein gut geöltes, fein abgestimmtes und ineinander greifendes Räderwerk, das geräuschlos funktioniert“, sagte der Justizminister zum Abschied Kolbs und vergaß dabei nicht zu betonen: „Im Vollzug ist man froh, wenn Ruhe herrscht!“ Es gehöre zu Kolbs herausragenden Verdiensten, „seine“ Anstalt in beispielloser Weise auch unter besonders erschwerten Bedingungen im positiven Sinn geräuschlos geführt zu haben, lobte Goll die hohe fachliche und soziale Kompetenz des scheidenden Anstaltsleiters. Der Minister sprach Kolb Dank und Anerkennung für seine hervorragende langjährige Arbeit im baden-württembergischen Justizvollzug aus.

Mit dem 35-jährigen Regierungsrat Thomas Weber begrüßte der Minister als neuen Chef der JVA Karlsruhe den nun jüngsten Anstaltsleiter des Landes. Weber bringe die für die Übernahme von Führungsverantwortung als Anstaltsleiter unabdingbaren Voraussetzungen mit. Goll bescheinigte ihm die Fähigkeit zur Teamarbeit, Kontakt- und Konfliktbereitschaft, verbunden mit Engagement und Initiative für die Belange des Vollzugs. „Sie haben sich bereits in Ihren ersten Stationen im Vollzug durch Verantwortungsbewusstsein und eine ausgeprägte Fähigkeit, Gefangenen mit der richtigen Mischung aus Verständnis und dem notwendigen Durchsetzungsvermögen zu begegnen, hervorgetan“, so Goll.

Weber studierte Jura an der Universität Heidelberg und zeigte bereits als Student während eines Praktikums in der Justizvollzugsanstalt Heilbronn Interesse für den Strafvollzug. Folgerichtig begann er nach dem Referendariat beim Landgericht Karlsruhe im August 2000 seine Tätigkeit im höheren Dienste der baden-württembergischen Justiz im Vollzug bei der JVA Mannheim. Im März 2002 übernahm er in der JVA Schwäbisch-Hall zusammen mit dem damaligen Stellvertreter und heutigen Leiter die Krankheitsvertretung des Anstaltsleiters und wurde im Februar 2003 zum stellvertretenden Anstaltsleiter ernannt. Nach einem „Gastjahr“ bei der Staatsanwaltschaft Karlsruhe bis April 2005 war Weber zuletzt in der JVA Heimsheim tätig.


Infos zur JVA Karlsruhe:
Die Justizvollzugsanstalt Karlsruhe wurde von 1894 bis 1899 in dem in Baden-Württemberg einmaligen so genannten Petersburger System als dreigeschossige Anlage in Form eines geschlossenen Rechtecks mit einem 30 x 60 m großen Innenhof errichtet. Zur Justizvollzugsanstalt Karlsruhe gehört die Außenstelle Rastatt, in der überwiegend junge Untersuchungsgefangene inhaftiert sind. Die Justizvollzugsanstalt Karlsruhe (mit Außenstelle Rastatt) verfügt über ca. 100 Personalstellen, davon rund 80 im allgemeinen Vollzugsdienst. Im Jahr 2005 war die Anstalt mit durchschnittlich 187 Gefangenen belegt.
www.jva-karlsruhe.de

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