• Sie sind hier:
  • Startseite
  • Service
  • Presse
  • Pressemitteilungen 2006
  • Qualitätsmanagement im Strafvollzug - DEKRA zertifiziert Arbeitsbetriebe von acht Justizvollzugsanstalten nach DIN-Norm - Goll: "Der Nachweis, in zertifizierten Betrieben gearbeitet zu haben, kann für Gefangene nach der Haft sehr hilfreich sein"

Qualitätsmanagement im Strafvollzug - DEKRA zertifiziert Arbeitsbetriebe von acht Justizvollzugsanstalten nach DIN-Norm - Goll: "Der Nachweis, in zertifizierten Betrieben gearbeitet zu haben, kann für Gefangene nach der Haft sehr hilfreich sein"

Datum: 05.10.2006

Kurzbeschreibung: Im vergangenen Jahr erfolgte in der JVA Heimsheim die bundesweit erste Zertifizierung eines Arbeitsbetriebes im Vollzug nach DIN EN ISO 9001:2000. Nun wurde die Qualität der Arbeitsbetriebe acht weiterer Vollzugsanstalten Baden-Württembergs durch die DEKRA Intertek Certification GmbH im Rahmen des Zertifizierungsverfahrens geprüft und für gut empfunden. "Das zeigt, dass sich die im Vollzug geleistete Arbeit der Gefangenen auch qualitativ sehen lassen kann. Es verdeutlicht auch die innovative Stellung des Vollzuglichen Arbeitswesens (VAW) innerhalb der öffentlichen Verwaltung", betonte Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP) heute in der Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim bei der Übergabe der Zertifizierungsurkunden.

Für die Gefangenen sei nach Verbüßung der Haftstrafe die Suche nach einem Arbeitsplatz ganz besonders schwer. „Da kann der Nachweis, in einem zertifizierten Unternehmen gearbeitet zu haben, außerordentlich hilfreich sein“, erläuterte der Minister einen wesentlichen Aspekt des Qualitätsmanagementsystems. Die Auftraggeber wiederum hätten einen verlässlichen Maßstab dafür, dass die in den zertifizierten Betrieben der Vollzugsanstalten  hergestellten Produkte im Wettbewerb bestehen könnten.

Die Arbeitsbetriebe in den baden-württembergischen Vollzugsanstalten erhielten mit der Gründung des zentralen „Landesbetriebs Vollzugliches Arbeitswesen“ im Jahr 2001 die Möglichkeit eigenständigen wirtschaftlichen Handelns. Im baden-württembergischen Justizvollzug arbeiten unter der Anleitung von rund 450 Werkbediensteten durchschnittlich rund 4.600 Gefangene in 18 Niederlassungen des VAW mit modern eingerichteten Betrieben, davon in den Niederlassungen Adelsheim, Freiburg, Heilbronn, Heimsheim, Konstanz, Mannheim, Rottweil und Stuttgart ab sofort mit Zertifizierungsurkunde. Das VAW betreibt eigene Werkstätten aus allen Branchen des Handwerks wie Schreinereien, Schlossereien und Druckereien. Daneben bestehen so genannte Unternehmerbetriebe, die als „verlängerte Werkbank“ für Handwerk und Industrie arbeiten. Auftraggeber aus der Elektro- und Automobilzulieferbranche spielen hier eine sehr große Rolle. Der Justizminister wies darauf hin, dass das VAW durchaus im Wettbewerb mit Billiglohnländern um Aufträge für einfache Montagearbeiten stehe. Hier sei die Einführung des Qualitätsmanagementsystems im Vollzug ein folgerichtiger Schritt im Bestreben, auch zukünftig qualifizierte Arbeitsmöglichkeiten für Gefangene bereitstellen zu können. „Die sinnvolle Beschäftigung der Gefangenen ist für eine erfolgreiche Resozialisierung von zentraler Bedeutung. Unser Ziel ist, dass die Gefangenen nach ihrer Haftentlassung in sozialer Verantwortung ihr Leben straffrei führen. Dazu müssen wir sie in die Lage versetzen, ihren Lebensunterhalt mit ehrlicher Arbeit verdienen zu können. Im baden-württembergischen Vollzug sehen wir daher traditionell in der Arbeit und Ausbildung der Gefangenen einen der wichtigsten Schwerpunkte einer zielgerichteten Resozialisierung“, erklärte Goll.  „Die anfängliche Unsicherheit, sich als Behörde einem Zertifizierungsverfahren der freien Wirtschaft zu stellen, hat sich in die Sicherheit verwandelt, dass das Vollzugliche Arbeitswesen, und auch der Justizvollzug modern ausgerichtet für die Zukunft gut aufgestellt ist“, so Goll. Dabei verstehe sich das VAW aufgrund seiner gesamtgesellschaftlichen Aufgabenstellung immer als Partner und nicht als Konkurrent der freien Wirtschaft.

Stellvertretend für alle Mitarbeiter des Landesbetriebs VAW und des Vollzugsdienstes dankte Goll dem Stuttgarter Anstaltsleiter Maximilian Schumacher für den engagierten Einsatz und die bemerkenswerte Arbeit im Vollzug.

Fußleiste