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Wechsel an der Spitze der größten badischen Staatsanwaltschaft - Dr. Horst Kühner als langjähriger Behördenleiter der Staatsanwaltschaft Mannheim in Ruhestand verabschiedet - Justizminister Goll führt Alexander Frenzel ins Amt ein

Datum: 20.11.2006

Kurzbeschreibung: Der langjährige Chef der Staatsanwaltschaft Mannheim, Leitender Oberstaatsanwalt Dr. Horst Kühner, wurde heute von Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP) in den gesetzlichen Ruhestand verabschiedet. Als Nachfolger Kühners an der Spitze der größten badischen Staatsanwaltschaft führte Goll in Mannheim den bisherigen Leiter der Staatsanwaltschaft Freiburg, Leitenden Oberstaatsanwalt Alexander Frenzel, in sein Amt ein.

Kühner stand seit 1995 an der Spitze der Staatsanwaltschaft Mannheim. Bereits im Alter von 33 Jahren war er 1975 zum Leiter der Justizvollzugsanstalt Mannheim ernannt worden. Weitere Stationen seiner Karriere waren die Generalstaatsanwaltschaft in Karlsruhe und die Staatsanwaltschaft Heidelberg, deren stellvertretender Leiter er 1987 wurde. Bevor Kühner 1993 als Aufbauhelfer in den neuen Bundesländern in das sächsische Staatsministerium der Justiz ging, war er ab 1989 stellvertretender Generalstaatsanwalt in Karlsruhe. Nachdem er rund zwei Jahre für den Aufbau der sächsischen Strafjustiz mit verantwortlich gezeichnet hatte, nutzte der gebürtige Mannheimer die sich ihm bietende Gelegenheit und übernahm die Behördenleitung bei der Mannheimer Staatsanwaltschaft. „Hellwachen, analytischen Verstand würzten Sie mit kurpfälzischer Schlagfertigkeit. Wir verlieren mit Ihnen eine Spitzenkraft mit hohen menschlichen Qualitäten. Sie haben die badische Justiz über viele Jahre mit geprägt“, würdigte Goll die Verdienste Kühners, dessen Zeit als Behördenleiter von einer Serie großer Wirtschaftsstrafverfahren geprägt war. „Die Strafverfahren gegen den Vater von Steffi Graf oder die Verantwortlichen der Firma FlowTex sind uns alle noch in lebendiger Erinnerung“, sagte Goll.

„Mit Alexander Frenzel folgt ein Mann, bei dem ich die Staatsanwaltschaft Mannheim in ebenso guten Händen weiß“, lenkte Goll den Blick auf den 60-jährigen neuen Behördenleiter. Der gebürtige Berliner ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Er studierte Jura in Freiburg, absolvierte dort auch sein Referendariat und trat 1974 am Landgericht Freiburg als Zivilrichter in den Dienst der baden-württembergischen Justiz. Nach einer kurzen Station bei der Staatsanwaltschaft in Lörrach wechselte er Ende 1976 zur Staatsanwaltschaft Freiburg. 1978 arbeitete er dann als Richter am Landgericht schon einmal in Mannheim. 1981 folgte seine Abordnung an den Bundgerichtshof, wo er zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter des 4. Strafsenats und später in der Verwaltungsabteilung des Bundesgerichtshofs „auf ganzer Linie überzeugte“, so Goll. Nach der Erprobungsabordnung in einem Strafsenat des Oberlandesgerichts Karlsruhe im vergleichsweise jugendlichen Alter von 37 Jahren rückte Frenzel 1984 zum planmäßigen Richter am Oberlandesgericht auf. Mit der Wende in Ostdeutschland zog es den neuen Behördenleiter vorübergehend in seine Geburts- und Heimatstadt zurück: Ab 1991 wirkte er mehr als zwei Jahre lang in Berlin in der Arbeitsgruppe Regierungskriminalität an der Aufarbeitung des DDR-Unrechts mit. Frenzel war unter anderem mit den Ermittlungen gegen Alexander Schalck-Golodkowski in Sachen „KoKo“ oder auch mit dem Verfahren gegen den früheren Chefunterhändler der DDR bei Häftlingsfreikäufen, Prof. Dr. Vogel, betraut. „Nach Auswertung von mehr als 2 Millionen Blatt Papier aus der Gauck-Behörde dürfte Sie in Mannheim in Sachen Großverfahren nichts mehr erschrecken“, bemerkte Goll mit Blick auf die bei der Mannheimer Behörde angesiedelte Schwerpunktabteilung für Wirtschaftskriminalität.

Der Minister wünschte Frenzel Glück und gutes Gelingen: „Ich bin mir sicher, dass Sie auch Ihre neue Aufgabe mit der Ihnen eigenen zupackenden Art meistern werden.“

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