Kein Anstieg der Gefangenenzahlen - Tendenz in Baden-Württemberg sogar leicht rückläufig -Goll: "Reflexhafter Ruf nach mehr Stellen ohne jede Grundlage"

Datum: 16.02.2007

Kurzbeschreibung: "Die Darstellungen des Vorsitzenden des Bundes der Strafvollzugsbediensteten (BSBD), wonach bundesweit ein immenser Anstieg der Gefangenenzahlen zu verzeichnen sein soll, sind nicht nachvollziehbar, verzerren die Vollzugsrealität und sind auch nicht korrekt", erklärte Baden-Württembergs Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP) am Freitag in Stuttgart.

Auch das statistische Bundesamt hat die Behauptungen des BSBD-Vorsitzenden zwischenzeitlich als "falsch“ bezeichnet und bestätigt, dass die Gefangenenzahl im Justizvollzug bundesweit im Jahr 2006 gegenüber dem Vorjahr sogar leicht rückläufig war. "Allen reflexhaften Forderungen nach ´mehr Personal´ fehlt bereits die - vermeintliche - Grundlage", stellte Goll fest.

 

In Baden-Württemberg sind die Gefangenenzahlen im Vollzug in den letzten Jahren leicht zurück gegangen. "Die Lage normalisiert sich langsam wieder. Waren es im Januar 2005 noch durchschnittlich 8392 Gefangene, ging die Zahl im Januar 2006 schon auf 8366 Gefangene zurück. Im Januar 2007 waren es zuletzt sogar nur noch 8149 Gefangene. Und das bei einer Belegungsfähigkeit von eigentlich 8513 Haftplätzen, die in Baden-Württemberg zur Verfügung stehen", teilte Goll mit. "Wenn aufgrund der rückläufigen Gefangenenzahlen diese leichte Entspannung anhalten sollte, würde mich das freuen. Denn es wird im Land mit einem vergleichsweise schlanken Personalstamm sehr gute Arbeit geleistet", zollte der Minister den Bediensteten seinen Respekt.

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