Amtswechsel an der Spitze der Justizvollzugsanstalt Rottenburg - Goll verabschiedet langjährigen Anstaltsleiter Malik in den gesetzlichen Ruhestand.

Datum: 08.03.2007

Kurzbeschreibung: Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP) verabschiedete gestern den langjährigen Anstaltsleiter der Justizvollzugsanstalt Rottenburg, Leitender Regierungsdirektor Rolf Malik, in den Ruhestand.

Der Minister dankte Malik für seine verdienstvolle Arbeit in rund 31 Berufsjahren im baden-württembergischen Vollzug und sprach ihm seine Anerkennung aus. "Es geht eine Ära zu Ende. Die Justiz verliert einen ihrer erfahrensten Anstaltsleiter", bedauerte Goll. Nachfolger Maliks ist der bisherige Leiter der Justizvollzugsanstalt Rottweil, Regierungsdirektor Wolfgang Williard.

Der 1943 in Überlingen geborene Malik trat nach dem Jurastudium an der Universität Tübingen und erfolgreich abgelegter Zweiter juristischer Staatsprüfung im März 1975 in den höheren Verwaltungsdienst im Justizvollzug bei der Justizvollzugsanstalt Stuttgart ein. Malik übernahm bereits im Juni 1976 als stellvertretender Anstaltsleiter mehrere Wochen vertretungsweise die Leitung der großen Jugendstrafanstalt Adelsheim. Im August 1976 folgten seine ersten Schritte in der Justizvollzugsanstalt Rottenburg, bis er im November 1977 für ein gutes halbes Jahr an die Justizvollzugsanstalt Ludwigsburg als stellvertretender Leiter abgeordnet wurde. Es folgte ein Abordnungsjahr an die Staatsanwaltschaft Stuttgart, bevor Malik im August 1979 die stellvertretende Leitung der Justizvollzugsanstalt Stuttgart übernahm. "Ausgestattet mit einem breiten Erfahrungshorizont in den verschiedenen Bereichen des Justizvollzugs, einem hohen Maß an Verantwortungsbewusstsein und herausragenden Führungskompetenzen, war es im Juni 1982 nur folgerichtig, dass in der JVA Rottenburg die Ära ’Malik’ beginnen sollte", betonte Goll in der Festansprache. Malik trug in Rottenburg über 24 Jahre lang Verantwortung für die Hauptanstalt mit rund 600 männlichen Gefangenen, die Außenstelle Tübingen mit rund 70 Untersuchungshaftgefangenen und die landwirtschaftliche Staatsdomäne Maßhalderbuch mit rund 30 Gefangenen. Unter seiner Leitung wurde in Rottenburg auch eine Abschiebungshafteinrichtung mit 50 Plätzen eingerichtet und betrieben. Außerdem erfolgte unter seiner Führung im Jahr 1999 in Rottenburg der Bau einer ca. 1 Kilometer langen mechanischen Mauerkronensicherung mit Detektion und 33 Kameras. Seitdem ist in Rottenburg bis heute kein Ausbruch mehr zu verzeichnen gewesen.  „Sie haben die Rottenburger Anstalt in herausragender Weise geleitet und mit Ihrer Persönlichkeit Ihre Anstalt geprägt, wir kaum ein anderer Anstaltsleiter“, sagte der Justizminister.

Malik fand immer einen menschlichen Umgang mit den Gefangenen und Bediensteten. Für seine rund 260 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei er jederzeit ansprechbar gewesen und habe sich für deren Belange in fast schon väterlicher Weise eingesetzt, so Goll. Als langjähriges Mitglied der Anstaltsleitervertretung war Malik auch über die Anstalt hinaus nicht nur im Kreis der Anstaltsleiter ein geschätzter und erfahrener Ratgeber und Sprecher. "Auch wir haben im Ministerium regelmäßig Ihre fachkundige Meinung zu anstehenden vollzugspraktischen Fragen eingeholt", erinnerte sich Goll.

Goll begrüßte den 59-jährigen neuen Anstaltsleiter, Regierungsdirektor Wolfgang Williard, der bislang der Leiter der JVA Rottweil war. "Es ist immer gut und auch beruhigend, eine so große Anstalt wie Rottenburg in fachkundigen und erfahrenen Händen zu wissen. Sie bringen aus Ihrer langjährigen Leitung der Rottweiler Teilanstalten das mit was wir im Justizvollzug brauchen: Den richtigen Blick für die vollzugstypischen Spannungsfelder Sicherheit und Resozialisierung, konzeptionelle und organisatorische Fähigkeiten sowie Einfühlungsvermögen gepaart mit der notwendigen Durchsetzungsfähigkeit im Umgang mit Menschen", betonte der Minister.

Der ausdrückliche Dank des Ministers galt auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern im Vollzug, die alle gemeinsam auch unter schwierigen Bedingungen nicht nachließen, den Gefängnisalltag der Gefangenen sinnvoll zu gestalten. "Sie alle leisten rund um die Uhr 365 Tage im Jahr einen unschätzbaren Beitrag in unseren Justizvollzugsanstalten", lobte Goll.

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