Neuer Anstaltsleiter in der JVA Rottweil - Goll führt Weckerle ins Amt ein - Williard wechselt nach Rottenburg

Datum: 11.04.2007

Kurzbeschreibung: Neuer Anstaltsleiter der Justizvollzugsanstalt Rottweil und damit zweitjüngster Gefängnischef des Landes ist der 35 jährige Regierungsrat Matthias Weckerle.

Baden-Württembergs Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP) führte den Volljuristen am Mittwoch in Rottweil in sein neues Amt ein. Zur Justizvollzugsanstalt Rottweil gehören Einrichtungen in Hechingen, Oberndorf, Villingen-Schwenningen und Rottweil mit insgesamt rund 120 Gefangenen. Der bisherige Anstaltsleiter, Leitender Regierungsdirektor Wolfgang Williard, wechselte nach Rottenburg, wo er die Leitung einer der größten Justizvollzugsanstalten Baden-Württembergs übernahm.

Goll dankte dem über 24 Jahre mit der Rottweiler Vollzugsanstalt und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eng verbundenen Williard für seine herausragende Arbeit als langjähriger Leiter der JVA Rottweil. Dem neuen Rottweiler Gefängnischef wünschte Goll im Namen der baden-württembergischen Justiz viel Erfolg und „eine allseits glückliche Hand“ für das Wohl seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, für die Belange der Gefangenen und der öffentlichen Sicherheit. Zusammen mit den Leitern der Justizvollzugsanstalten Ravensburg und Karlsruhe, Alexander Boger und Thomas Weber, bilde Weckerle nun das Trio der neuen „jungen Wilden“, die – alle drei unter 40 – für den Generationenwechsel des baden-württembergischen Justizvollzugs stünden, bemerkte der Minister.

Weckerle ist gebürtiger Waiblinger, verheiratet und Vater von zwei Kindern. Nach dem Abitur mit der Traumnote 1,0 studierte er 1991 zunächst Geschichte und Philosophie an der Universität Tübingen. Entsprechend seiner ursprünglichen Planung schrieb er sich im Sommersemester 1992 für das Jurastudium ein. Nach dem Ersten Staatsexamen im Juli 1996 absolvierte er seine Referendariatszeit am Landgericht Ravensburg. Dort kam er durch seine Wahlstation in der JVA Ravensburg erstmals mit dem Strafvollzug in Berührung und „auf den Geschmack“, so der Minister. Nach dem Zweiten Juristischen Staatsexamen trat Weckerle im November 2000 dann aber zunächst in den höheren Verwaltungsdienst im Justizvollzug des Landes Sachsen ein. In der JVA Bautzen übernahm er die Aufgaben eines Vollzugsabteilungsleiters. Im Juli 2001 wechselte er an die Jugendstrafanstalt Zeithain, deren stellvertretender Anstaltsleiter er im November 2001 wurde. Aus persönlichen Gründen strebte Weckerle Anfang des Jahres 2003 zurück in das heimische Baden-Württemberg. „Wir können uns heute glücklich schätzen, der Empfehlung des sächsischen Staatsministeriums der Justiz, das Weckerle ausdrücklich als leistungsstarken, engagierten und zuverlässigen Mitarbeiter zur Übernahme nach Baden-Württemberg empfohlen hat, gefolgt sind“, bemerkte Goll bei der Feierstunde im Schwurgerichtssaal des Rottweiler Landgerichts. Von Dezember 2003 bis zu seinem Amtsantritt am 1. Februar 2007 in Rottweil war Weckerle – unterbrochen durch ein Abordnungsjahr an die Staatsanwaltschaft Stuttgart – in der Anstaltsleitung der Justizvollzugsanstalt Rottenburg tätig. Durch seine Tätigkeit in drei verschiedenen Justizvollzugsanstalten bringe Weckerle bereits trotz seines jungen Alters schon viel „Vollzugserfahrung“ mit. Ihn zeichne ein effizienter aber gleichwohl gründlicher Arbeitsstil aus und er verfüge über Einfühlungsvermögen im Umgang mit Bediensteten und Gefangenen, ergänzt durch Entschlusskraft und Durchsetzungsvermögen, so der Minister.

„In den vier Rottweiler Vollzugseinrichtungen wird hervorragende Arbeit geleistet“, lobte Goll die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rottweiler Vollzugs mit seinen Außenstellen. Der Vollzug sei durch einen hohen Anteil an Suchtmittelabhängigen und verhaltensauffälligen Gefangenen verschiedener Nationalitäten und Kulturkreisen geprägt. Unter diesen Rahmenbedingungen stelle die Bewältigung des Vollzugsalltags eine besondere Leistung dar, wusste Goll. Der Dank des Ministers ging auch an die zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die täglich an der Gestaltung des Gefängnisalltags mitwirkten. „Der Justizvollzug erfüllt einen wichtigen gesellschaftlichen Auftrag. Er ist dafür dringend auch auf die Unterstützung der Öffentlichkeit angewiesen“, so Goll.

 

Anstaltsleiter Matthias Weckerle

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