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Führungswechsel beim Verwaltungsgericht Karlsruhe - Präsident Dürr in gesetzlichen Ruhestand verabschiedet - Präsident Strauß von Justizminister Goll ins neue Amt eingeführt

Datum: 18.04.2007

Kurzbeschreibung: Hans Strauß ist der neue Präsident des Verwaltungsgerichts Karlsruhe. Baden-Württembergs Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP) führte den 55-jährigen bisherigen Vorsitzenden Richter am Verwaltungsgerichtshof am Mittwoch in Karlsruhe in das neue Amt ein. Zugleich verabschiedete der Minister den bisherigen Präsidenten Dr. Hansjochen Dürr, der seit 2001 an der Spitze des Verwaltungsgerichts Karlsruhe stand, in den gesetzlichen Ruhestand.

„Mit Ihnen verliert das Verwaltungsgericht Karlsruhe einen vorbildlichen Präsidenten, der seine Führungsaufgabe ernst genommen hat und sein ganzes Wirken in den Dienst der ihm anvertrauten Menschen gestellt hat“, bedankte sich der Minister bei dem scheidenden Präsidenten für seinen fast 36-jährigen Einsatz im Dienste der Verwaltungsgerichtsbarkeit Baden-Württembergs. Der aus dem Sudetenland stammende, in Niedersachsen und später in Nordrhein-Westfalen aufgewachsene Dürr studierte Jura an den Universitäten Hamburg, Berlin und Freiburg. Bevor er Präsident in Karlsruhe wurde, war er von 1999 an Vizepräsident des Verwaltungsgerichts Freiburg. Dürrs beruflicher Weg begann 1970 auch beim Verwaltungsgericht Freiburg. 1979 wurde er an den Verwaltungsgerichtshof nach Mannheim abgeordnet. 1982 folgte ein fast vierjähriger Ausflug in die Wissenschaft an die Universität Konstanz. Noch während dieser Zeit wurde er 1983 zum Richter am Verwaltungsgerichtshof befördert, wo er nach seiner Konstanzer Zeit auch einige Jahre wirkte. Als ausgewiesener Baurechtsexperte beriet er dann im Rahmen einer Abordnung an das Verkehrsministerium Baden-Württemberg die Planungs- und Planfeststellungsbehörde des Landes auf dem Gebiet des Bauplanungsrechts. Im Anschluss kehrte er zurück an das Verwaltungsgericht Freiburg und übernahm dort den Vorsitz einer Kammer. Dürr machte sich einen Namen auf dem Gebiet des Bau-, Straßen- und Prozessrechts. Seine Leidenschaft für das Baurecht schlug sich in seinem nicht nur von Studenten und Referendaren geschätzten Standardwerk zum Baurecht, das inzwischen in der elften Auflage vorliegt, nieder. Neben seinen beruflichen Verpflichtungen engagierte er sich beim Bund deutscher Verwaltungsrichter. Lange Jahre war er auch Vorsitzender des Vereins der Verwaltungsrichterinnen und Verwaltungsrichter Baden-Württembergs. Der scheidende Präsident trat außerdem als Prüfer im ersten Staatsexamen auf und engagierte sich mehr als 25 Jahre lang als Arbeitsgemeinschaftsleiter für Rechtsreferendare. Er ist mit einer Rechtsanwältin verheiratet und gab seine Begeisterung für die Juristerei an seine drei Söhne weiter, die alle den Anwaltsberuf ergriffen haben. Dürr habe das Verwaltungsgericht Karlsruhe seit fast fünf Jahren mit großem Erfolg, Gespür für die Belange der Mitarbeiter und der Fähigkeit zum Ausgleich geführt. Er sei weit mehr als nur Repräsentant des zweitgrößten Verwaltungsgerichts des Landes gewesen. „Sie werden der Justiz fehlen“, sagte der Justizminister.

Mit seinem Nachfolger habe das Verwaltungsgericht Karlsruhe wieder einen in jeder Hinsicht kompetenten Mann an der Spitze, begrüßte Goll den neuen Präsidenten. Der Minister wünschte Strauß bei seiner neuen Tätigkeit Erfolg, eine glückliche Hand und Freude an der abwechslungsreichen, aber auch anstrengenden und anspruchsvollen Tätigkeit.

Der seit langem in Karlsruhe heimische Strauß wurde am 3.4.1952 in Ludwigshafen geboren, ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Nach dem Studium in Mannheim entdeckte er während er seiner Referendarzeit die Reize des Verwaltungsrechts. Im Januar 1979 begann er in der Verwaltungs-gerichtsbarkeit seine Laufbahn an dem Gericht, zu dem er heute als Präsident zurückgekehrt ist. Strauß habe aufgrund seiner besonderen fachlichen Qualität seiner Arbeit und außergewöhnlichen Leistungsfähigkeit schnell zur Spitzengruppe der Richter am Verwaltungsgericht Karlsruhe gezählt und sei daher 1984 zum Bundesverfassungsgericht abgeordnet worden, wusste der Minister. Von Juli 1984 bis September 1987 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter des damaligen Bundesverfassungsrichters und Vizepräsident a.D. Prof. Dr. Johann Friedrich Henschel tätig. Aufgrund seiner besonderen Anlagen zur Ausübung von Führungsämtern wurde Strauß durch das Justizministerium Baden-Württemberg die Abordnung zur Führungsakademie des Landes ermöglicht. Im Anschluss hieran erfolgte seine Abordnung an den Verwaltungsgerichtshof in Mannheim. Strauß wurde dort als einer der „leistungsstärksten Abordnungsrichter“ bezeichnet. Folgerichtig wurde er zum Richter am Verwaltungsgerichtshof befördert. Kurz darauf wurde Strauß im Dezember 1989 in das Justizministerium nach Stuttgart abgeordnet. Dort war er als Referatsleiter in der Abteilung für öffentliches Recht eingesetzt. Im Rahmen seiner Tätigkeit in der Kommission „Verfassungsreform“ wirkte Strauß maßgeblich an der Ausformulierung von grundgesetzlichen Bestimmungen über das Gesetzgebungsverfahren mit. 1994 wurde er zum Vorsitzenden Richter am Verwaltungsgericht Karlsruhe ernannt und kehrte so nach fast 12 Jahren in anderen Verwendungen wieder an das Gericht zurück, bei dem er einst dem Justizdienst begonnen hatte. Seit Herbst 2002 ist Strauß neben seiner verwaltungsgerichtlichen Tätigkeit auch Mitglied des Staatsgerichtshofs Baden-Württemberg. Im November 2003 wurde er vom Staatsministerium in die Arbeitsgruppe „Gesetzessammlung Dürig“ berufen, die die Landesgesetze auf Deregulierungspotenzial überprüfte. Im März 2004 wurde Strauß zum Vorsitzenden Richter am Verwaltungsgerichtshof ernannt.

Goll betonte den bundesweit hervorragenden Ruf der baden-württembergischen Verwaltungsgerichte: „Sie gehören zu den schnellsten und genügen höchsten Qualitätsansprüchen“, lobte der Minister. Höchst komplizierte Großverfahren, von der Landesmesse über Regionalflughäfen bis hin zu Stuttgart 21 würden effizient und zügig entschieden. Dies sei ein echter Standortvorteil, so Goll.

Stefan Wirz
Pressesprecher


Im Verwaltungsgericht Karlsruhe sind insgesamt 69 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, davon 34 Richterinnen und Richter. In Baden-Württemberg gibt es vier Verwaltungsgerichte: Freiburg, Karlsruhe, Sigmaringen und Stuttgart. Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg hat seinen Sitz in Mannheim. Die Verwaltungsgerichtsbarkeit ist zuständig für die Entscheidungen über öffentlich-rechtliche Streitigkeiten z. B. in Angelegenheiten des Bauplanungs- und Bauordnungsrechts, des Immissionsschutzrechts, des Polizeirechts, des Kommunalrechts, des Hochschulrechts oder des Asyl- und Ausländerrechts.
Weitere Infos im Internet unter www.vgkarlsruhe.de.

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