Präsident des Oberlandesgerichts a.D. Karl Henn verstorben - Goll und Stilz: "Wir verlieren eine große Persönlichkeit"

Datum: 07.09.2007

Kurzbeschreibung: Der langjährige Präsident des Oberlandesgerichts Stuttgart, Karl Henn, ist am 31. August 2007 im Alter von 90 Jahren verstorben.

Er hinterlässt drei Söhne mit Familien. Am 18. Februar 1917 in Weinheim geboren, wurde Henn im April 1964 im Alter von nur 47 Jahren Oberlandesgerichtspräsident.

Baden-Württembergs Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP) und der amtierende Präsident des Oberlandesgerichts Stuttgart, Eberhard Stilz, würdigten am Freitag (7. September) Henns eindrucksvolle Lebensleistung: „Wir verlieren mit dem Verstorbenen eine große Persönlichkeit und einen herausragenden Juristen, der sich außergewöhnliche Verdienste erworben hat. Er hat das Oberlandesgericht Stuttgart von 1964 bis 1974 in hervorragender Weise geleitet. Sein engagiertes Wirken hat das Bild der Justiz in Baden-Württemberg maßgeblich mitgeprägt. Sein Berufsleben war von dem Gedanken getragen, dem Recht und der Gerechtigkeit mit aller Kraft zu dienen.“

Karl Henns Laufbahn war eine Bestätigung seiner Ausnahmebegabung. Nach Heimkehr aus dem Zweiten Weltkrieg und sehr gut bestandenem Assessorexamen im Jahr 1949 trat er beim Landgericht Heidelberg in den Justizdienst ein. Nach kurzer Zeit wurde er in das Justizministerium, zunächst in die Nebenstelle Karlsruhe, dann nach Stuttgart berufen. Er war in der Personalabteilung maßgeblich an der Vorbereitung einer einheitlichen Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Juristen beteiligt. Die Vielfältigkeit seiner Interessen und seines Wissens kam den Arbeitswochen für Gerichtsreferendare zugute, für deren reichhaltige Programme berühmte Persönlichkeiten aus dem In- und Ausland gewonnen wurden. 1955 wurde Henn Oberlandesgerichtsrat in Karlsruhe. 1958 erneut an das Justizministerium abgeordnet, war er Personalreferent für den badischen Landesteil. 1959 wurde er Ministerialrat und Leiter der Personalabteilung, 1964 Ministerialdirigent und im selben Jahr Oberlandesgerichtspräsident. In diesem Amt trat er engagiert für die Belange der Richterschaft ein, er förderte auch die Ausbreitung des Stuttgarter Modells für eine „Hauptverhandlung in Zivilsachen“. Als erfolgreicher Schlichter wirkte er im Tarifkonflikt der Metallindustrie. Sein angegriffener Gesundheitszustand zwang ihn im Juni 1974 vorzeitig in den Ruhestand.

„In Dankbarkeit und Respekt werden wir Karl Henn ein ehrendes Gedenken bewahren“, erklärten Goll und Stilz im Namen der baden-württembergischen Justiz.

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