25 Jahre JVA Ravensburg - Goll: "Die Anstalt erhält 120 neue Haftplätze bis 2010"

Datum: 24.10.2007

Kurzbeschreibung: Baden-Württembergs Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP) gratulierte der Justizvollzugsanstalt (JVA) Ravensburg am Mittwoch (24. Oktober) im Rahmen eines Festaktes zum 25. Geburtstag.

Am 1. September 1982 wurde die damals neue Anstalt nahe des Ortsteils Hinzistobel in Ravensburg in Betrieb genommen. Die förmliche Bauübergabe erfolgte am 20. Oktober 1982.

„Mit der neuen Anstalt entstanden zunächst 200 Haftplätze, die schon damals sehr ´begehrt´ waren“, erinnerte sich Goll. Die Schwäbische Zeitung habe seinerzeit getitelt: „Noch vor der offiziellen Eröffnung ist der neue Ravensburger Knast ausgebucht.“ Weitere Haftplätze folgten. In einem zweiten Bauabschnitt wurden bis 1986 das Untersuchungshaftgebäude und die offene Abteilung fertig gestellt. „Heute verfügt die Hauptanstalt zusammen mit der offenen Abteilung über insgesamt 425 Haftplätze, die wir auch brauchen“, sagte Leitender Regierungsdirektor Alexander Boger. Er übernahm 2003 im Alter von 34 Jahren als damals jüngster Anstaltsleiter des Landes das Ruder der JVA Ravensburg vom langjährigen Gefängnischef, dem Leitenden Regierungsdirektor a.D. Georg Rosenfeld.

Vor 1982 war die Justizvollzugsanstalt in dem im Jahr 1876 errichteten „Roten Haus“ in der historischen Altstadt von Ravensburg untergebracht. Daneben gab es die Außenstelle „Pfullendorf“ sowie die auch heute noch bestehende Außenstelle Bettenreute. Als dieses alte Gefängnis, das nur ca. 100 Gefangene aufnehmen konnte, zu klein und auch baufällig geworden war, entschloss man sich in den 70er Jahren zum Bau einer neuen Justizvollzugsanstalt.

„Im Rahmen des Haftplatzerweiterungsprogramms II steht nun eine Erweiterung der Hauptanstalt um weitere 120 Haftplätze an, die bis 2010 fertig gestellt sein sollen“, kündigte der Minister unmittelbar bevorstehende Bauarbeiten an. Beim Blick in die bauliche Zukunft sei auch die Außenstelle Bettenreute nicht zu vergessen. Das Finanzministerium habe zwischenzeitlich den Wiederaufbau des im Jahr 1999 abgebrannten Schweinestalls als Arbeitshalle und Unterstellbereich genehmigt. „Ich rechne mit einem Baubeginn noch in diesem Jahr“, so Goll.

„In der Ravensburger Anstalt, die vornehmlich für den Strafvollzug an jungen Gefangenen zuständig ist, liegt ein deutlicher Schwerpunkt vor allem in der schulischen und beruflichen Ausbildung. Die Anstalt hat ein herausragendes Vollzugsmodell zur beruflichen Integration der jungen Straffälligen entwickelt. Durch gezielte Schulbildung und berufliche Ausbildung werden die jungen Gefangenen sinnvoll auf die Zeit nach der Entlassung vorbereitet“, sagte Goll. Die Anstalt verfüge über einen eigenen Schultrakt und moderne Lehrwerkstätten. Täglich nähmen derzeit  über 100 Gefangene an schulischen oder beruflichen Bildungsmaßnahmen teil. Außerdem können in den Anstaltsbetrieben sehr viele Gefangene - derzeit rund 300 - beschäftigt werden. „Das ist bemerkenswert!“ gratulierte Goll der Anstalt zu dieser hohen Beschäftigungsquote.

Der Minister bedankte sich bei den Bediensteten der JVA Ravensburg und den ehrenamtlichen Helfern für ihre hervorragende Arbeit. „Ihr Engagement zur Erreichung des Vollzugsziels ´Resozialisierung´ ist enorm. Sie bringen ihre Ideen tatkräftig in den Vollzugsalltag mit ein“, zeigte sich Goll beeindruckt. Die Tätigkeit, die von der täglichen Grundversorgung und Vollzugsgestaltung von Gefangenen bis zu der Betreuung von Sonderprojekten reiche, werde oft als Selbstverständlichkeit angesehen. „Ich weiß aber, dass die Bewältigung des Vollzugsalltags unter den heutigen Rahmenbedingungen eine besondere Leistung darstellt“, bemerkte der Minister. Ein hoher Anteil an suchtmittelabhängigen und verhaltensauffälligen Gefangenen, von Gefangenen verschiedener Nationalitäten und aus unterschiedlichsten Kulturkreisen präge die Arbeit im Vollzug.

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