Tagung des "Wissenschaftsforums Migration & Integration Baden-Württemberg" im Justizministerium

Datum: 13.12.2007

Kurzbeschreibung: Goll: Austausch zwischen Wissenschaft und Politik unerlässlich ? mehr Längsschnittstudien erforderlich

Auf der gestrigen Tagung des „Wissenschaftsforums Migration und Integration Baden-Württemberg“ (WIFOM) bezeichnete der Justizminister und Inte-grationsbeauftragte der Landesregierung, Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP), den regelmäßigen und konstruktiven Austausch zwischen Wissenschaft und Politik als unerlässlich.

„Politik und Wissenschaft stehen in einem engen Verhältnis zueinander. Denn die Entscheidungen, die die Politik treffen muss, und die Prioritäten, die sie setzen muss, können seriös nur auf der Basis von wissenschaftlichen Forschungen und Erkenntnissen getroffen werden“, erläuterte Goll. Auch wenn dieses Verhältnis oft durch unterschiedliche Ziele, Zeithorizonte, Erfolgsmaßstäbe und Erwartungen geprägt sei, sei eine Vereinbarkeit einer präzisen und korrekten Forschung einerseits und einer direkten Umsetzbarkeit deren Erkenntnisse andererseits unabdingbar. „Nur so können die Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung auch tatsächlich verwertet werden“, betonte der Minister.

Goll lobte die Fortschritte im Bereich der Integrations- und Migrationsforschung, wies aber gleichzeitig auf Forschungslücken und auf fehlende Erkenntnisse in bestimmten Bereichen hin. „Vor allem brauchen wir mehr Längsschnittstudien, die langfristig und nicht nur – wie etwa PISA – punktuell angesetzt sind und die Auskunft über den Bildungsverlauf insgesamt geben“, betonte der Minister. Der Erkenntnisgewinn dieser Studien überwiege bei Weitem ihren Aufwand. Längsschnittstudien könnten etwa im Bildungsbereich Auskunft geben über den gesamten Werdegang eines Schülers, über seine schulische Laufbahn, seinen Erfolg im Studium bzw. in der Ausbildung sowie seine berufliche Entwicklung.

Auf diese Weise könnten, so der Minister, Kompetenzentwicklungen eines Schülers über einen längeren Zeitverlauf beschrieben und Bedingungsfaktoren im Elternhaus, im Unterricht und in der Schule festgestellt werden, die Einfluss auf die Kompetenzentwicklung des Schülers haben.

In diesem Zusammenhang erklärte der Minister seine Absicht, sich für die Auslobung eines Integrations-Forschungspreises in Baden-Württemberg einzusetzen – eines Preises für besonders interessante und wegweisende Forschungen und Untersuchungen im Integrationsbereich.

Goll sicherte den Mitgliedern des Wissenschaftsforums die Beteiligung am Landes-Integrationsplan zu, für dessen Erarbeitung der Kabinettsausschuss Integration in seiner gestrigen Sitzung den Startschuss gab.


Christian Storr
Leiter der Stabsstelle Integrationsbeauftragter




Hintergrund:
Das “Wissenschaftsforum Migration & Integration Baden-Württemberg” (WIFOM) ist der Zusammenschluss von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie anderen Expertinnen und Experten des Landes Baden-Württemberg, die sich mit den Themen Ausländerpolitik, Migration, Integration, Rechtsextremismus und interkulturelle Öffnung beschäftigen. Initiatoren und Träger des WIFOM sind der Integrationsbeauftragte der Landesregierung sowie SWR International.

Das Wissenschaftsforum wurde am 27. September 2002 in Konstanz vom damaligen Ausländer- und jetzigen Integrationsbeauftragten der Landesregierung, Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll, und SWR International unter der Leitung von Prof. Dr. Karl-Heinz Meier-Braun gegründet, um in einem bundesweit bislang einmaligen Zusammenschluss vieler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie sonstiger Expertinnen und Experten aus den Bereichen Migration und Integration ein Netzwerk für einen verstärkten fachlichen Austausch zu schaffen. Seither fanden mehrere Tagungen des Forums statt. Das Wissenschaftsforum hat im Moment 68 Mitglieder.



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