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Wirkungsvolle Hilfe für Opfer von Gewalttaten - Landesstiftung Opferschutz unterstützt seit 2001 Opfer und Vereine aus Baden-Württemberg - bislang rund 4,6 Millionen Euro ausbezahlt

Datum: 17.12.2007

Kurzbeschreibung: Goll: "Wir wollen das Leid der Opfer ein wenig lindern helfen"

„Die Landesstiftung Opferschutz leistet vorbildliche Arbeit. Sie hilft bedürftigen Opfern von Gewalttaten aus Baden-Württemberg durch eine finanzielle Unterstützung dabei, aus einer unverschuldeten Notlage wenigstens ein Stück weit wieder heraus zu kommen. Die Landesstiftung Opferschutz ist ein gutes Beispiel, wie erfolgreiche Lebenshilfe aussehen kann“, sagte Baden-Württembergs Justizminister und Kuratoriumsvorsitzender Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP) am Montag (17.12.) in Stuttgart.

 

Seit ihrer Gründung konnte die Landesstiftung Opferschutz Hilfsbeträge in Höhe von über  4,6 Millionen Euro auszahlen. 568 Opfer von Gewalttaten erhielten unmittelbare Hilfen in Höhe von rund 3 Millionen Euro. Mit rund 1,6 Millionen Euro wurden baden-württembergische Vereine mit speziellen Programmen zur Betreuung von Opferzeugen gezielt gefördert. Die gemeinnützige Landesstiftung Opferschutz wurde von Minister Goll im März 200

 

Die Mittel der Hilfen für die Landesstiftung Opferschutz kommen von der Landesstiftung Baden-Württemberg. Rund 6,4 Millionen Euro wurden bisher für die Arbeit der Stiftung Opferschutz bewilligt. Der Minister und Eißer dankten dem Geschäftsführer der Landesstiftung Baden-Württemberg, Herbert Moser, für seine positive Einstellung zur Opferschutzstiftung und die bisherige Unterstützung. Moser wies darauf hin, dass das Geld gut angelegt sei: „Wir wollen schnelle und direkte Hilfe ermöglichen. Es ist dabei besonders erfreulich, dass unsere Mittel nahezu eins zu eins bei den Bedürftigen ankommen. Denn die Verwaltungskosten fallen mit durchschnittlich nur rund 35.000 Euro pro Jahr äußerst moderat aus. Das ist keineswegs selbstverständlich“, betonte Moser. Er sagte der Landesstiftung Opferschutz auch für die Zukunft seine Unterstützung zu. Goll, Eißer und Moser waren sich jedoch einig, langfristig die Landesstiftung Opferschutz finanziell auf eigene Beine stellen zu wollen. „Die Regierungsparteien haben sich im Koalitionsvertrag verpflichtet, die Finanzierung der Arbeit der Landesstiftung Opferschutz fortzuführen. Das gibt uns für die Zukunft Planungssicherheit, wenn es darum geht, den richtigen Weg in die finanzielle Selbstständigkeit zu finden“, sagte Goll.

 

Auch wenn die Täter ordnungsgemäß vor Gericht gestellt und bestraft würden, helfe das den Opfern der Tat oft nur wenig. Von den Tätern sei in der Regel nichts zu holen. Die meisten Opfer warteten vergeblich darauf, dass der Täter den begangenen Schaden wiedergutmache oder ein Schmerzensgeld bezahle, erklärte der neue Stiftungsvorsitzende Eißer. „Hier kann unsere Stiftung gegen Abtretung der Ansprüche in Vorleistung treten und später versuchen, die Ansprüche gegen die Täter durchzusetzen. Für das Opfer spielt dann jedenfalls der Zeitfaktor keine existenzielle Rolle mehr“ so Eißer. Justizminister Goll unterstrich: „Mit der Landesstiftung Opferschutz wollen wir erreichen, dass Opfer von Straftaten nach Ende eines Strafprozesses nicht alleine gelassen werden. Das erlittene Unrecht können wir nicht ungeschehen machen. Wir können aber dazu beitragen, dass die vom Schicksal am härtesten Getroffenen zumindest einen Teil ihrer Ansprüche gegen die Täter befriedigt bekommen. Das hilft, das Leid der Opfer wenigstens ein wenig zu lindern. Andernfalls stünden die Betroffenen mit völlig leeren Händen da“, sagte Goll.

 

„Seit nun fast sieben Jahren leistet Baden-Württemberg wirkungsvolle Opferhilfe“, betonten Goll und Eißer. Mit der Stiftung könnten sowohl einzelne Gewaltopfer als auch Opferzeugen-Betreuungsprogramme von Vereinen in Baden-Württemberg unterstützt werden. „Die Opfer von vorsätzlich begangenen Gewalttaten erhalten für erlittene materielle Tatfolgen Zahlungen von bis zu 25.000 Euro, in besonders begründeten Ausnahmefällen sogar bis zu 50.000 Euro. Die Gewährung von Schmerzensgeldersatz ist bis zu

Die Anträge würden durch den Zuwendungsausschuss, dem neben den Vorstandsmitgliedern auch Praktiker der Polizei, der Justiz und der Versorgungsverwaltung angehörten, sehr sorgfältig geprüft, betonte Eißer. Nur bei etwa jedem zweiten Antrag habe der Ausschuss sein „Okay“ für eine individuelle Unterstützung gegeben. „Im Interesse aller Opfer in Notlagen legen wir bei der Prüfung strenge Maßstäbe an. Unsere Zuwendungsrichtlinien sind zwingend. Das kann dazu führen, dass wir in zweifellos sehr tragischen Fälle eine materielle Unterstützung ablehnen müssen“, bat Eißer um Verständnis, „zum Beispiel, wenn es sich nicht um eine Gewalttat gegen eine Person sondern um eine reine Sachbeschädigung handelt.“ Gleiches gelte für reine Vermögensdelikte wie Betrug oder einfachen Diebstahl. „Allerdings können wir Opfern aus Baden-Württemberg sogar dann ohne großen Papierkrieg helfen, wenn die Taten im Ausland begangen wurden“, so Eißer.

 

Der Vorsitzende des eng mit der Landesstiftung Opferschutz kooperierenden Weißen Rings e.V., Landeskriminaldirektor a.D. Gosbert Müller, stellte die Kooperationsarbeit und das von der Stiftung ebenfalls finanziell geförderte Zeugenbegleitprogramm des Weißen Rings vor. Minister Goll dankte Müller für dessen jahrelanges unermüdliches Engagement. „Wir wissen, wie schwer es für viele Opfer ist, vor Gericht als Zeugen aussagen zu müssen. Oft durchleben sie die Tat ein zweites Mal. Auch geht vielen das erlittene Unrecht oft ein Leben lang noch nach, selbst wenn der Täter längst im Gefängnis sitzt. Da sind qualifizierte Begleitung, Beratung und Betreuung der Opferzeugen, wie sie der Weiße Ring und andere Organisationen leisten, eine besonders wertvolle Hilfe“, so Goll.

 

Anträge auf Unterstützung durch die Landesstiftung Opferschutz werden von den Opfern selbst, über Hilfsorganisationen wie den Weißen Ring e.V., aber auch über Polizeidienststellen, Jugendämter, Rechtsanwälte oder über die Mitarbeiter der Gerichtshilfe gestellt. Unterstütz wurden Opfer von Körperverletzungsdelikten, Sexualdelikten und versuchten Tötungsdelikten, Angehörige von getöteten Opfern, Raub- und Bedrohungsopfer sowie Opfer von Zwangsprostitution.

 

Übersicht 200

Jahr

IndividuelleOpferanträge

(ein Antrag kann für mehrere Empfänger gestellt sein)

davon bewilligt

Betrag

Opfer-Zeugen-Betreuungs-Anträge

davon bewilligt

Betrag

Verwaltungs-kosten

200

70

29

227.200

9

8

2

2.789

2002

67

459.800

202.680

3

2003

687.800

37

37.794

2004

80

459.700

3

34.411

2005

156

99

438.300

17

15

299.741

33.593

2006

206

110

430.659

18

12

233.300

33.318

2007

(30.11.)

183

74

290.062

11

4

40.000

(ähnlich wie in Vorjahren)

gesamt

1.098

568

=Zuwendungsempänger

2.993.521

85

78

1.675.171

ca.203.000

 

àWeiterführende Informationen finden Sie auch im Internet:

http://www.landesstiftung-opferschutz.de

http://www.landesstiftung-bw.de

http://www.justiz-bw.de

 

Stefan Wirz

Pressesprecher

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