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Elternkongress des Integrationsbeauftragten der Landesregierung in Kooperation mit der Stadt Backnang: "Bildungschancen gemeinsam schaffen!" - Eltern mit Migrationshintergrund im Mittelpunkt des Kongresses

Datum: 21.06.2008

Kurzbeschreibung: Goll: "Ein Bildungserfolg der Kinder kann ohne die aktive und bewusste Mitarbeit der Eltern nicht gelingen!"

„Die Bildungseinrichtungen sind auf die aktive Unterstützung der Eltern angewiesen“, betonte der Justizminister und Integrationsbeauftragte der Landesregierung, Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP), auf dem heutigen Elternkongress in Backnang. „Es sind vor allem die Eltern, die ihren Kindern die notwendige Orientierung und Hilfestellung geben, die sie für ihr Leben brauchen; Erziehung ist und bleibt eine herausragende Aufgabe der Familie“, so Goll. 

„Bildungschancen gemeinsam schaffen!“ war das Motto des Elternkongresses, den der Integrationsbeauftragte gemeinsam mit der Stadt Backnang organisierte. Rund 150 Eltern, Vertreterinnen und Vertreter von Schulen, Kindertageseinrichtungen, Jugendämtern, Familienbildungsstätten, Volkshochschulen und den zuständigen Ministerien sowie kommunale Ausländer- und Integrationsbeauftragte und zahlreiche Migrantenselbstorganisationen folgten der Einladung in die Mörikeschule in Backnang. 

Der Oberbürgermeister der Stadt Backnang, Dr. Frank Nopper (CDU), hob dabei die zentrale Bedeutung von nachhaltigen Maßnahmen für alle hervor: „Backnang ist eine integrationsoffene Stadt. Unser nachhaltiges Engagement gilt mit zahlreichen Projekten und Maßnahmen guten Bildungs- und Lebenschancen für alle Backnanger – gleich welcher Herkunft“, so Nopper.

Ziel des Kongresses war, die Eltern – darunter vor allem die Eltern mit Migrationshintergrund – zu einer stärkeren Beteiligung an der schulischen Bildung ihrer Kinder und beide Seiten, die Eltern und die Bildungseinrichtungen, zu einer besseren Zusammenarbeit zu motivieren.

Im Mittelpunkt stand die Information der Eltern über das Schul- und Bildungssystem in Baden-Württemberg sowie über ihre Mitwirkungsmöglichkeiten in der vorschulischen und schulischen Bildung ihrer Kinder. „Am Interesse der Eltern mangelt es nicht, es mangelt eher an Informationen“, so der Minister. Die meisten Eltern seien am Bildungserfolg ihrer Kinder sehr wohl interessiert, sie würden jedoch von den entsprechenden Angeboten oft nicht erreicht.

Dies spiegelt sich auch in der eher mangelhaften Bildungssituation der Migrantenkinder im Vergleich zu Kindern ohne Migrationshintergrund wider. So sind ausländische Schüler in Hauptschulen mit etwa 30 % und in Sonderschulen mit etwa 24 % deutlich überrepräsentiert – auf Gymnasien dagegen mit etwa 5 % eher selten vertreten (Schuljahr 2006/2007). Etwa 12 % der ausländischen Schüler verlassen die Schule ohne Hauptschulabschluss – im Gegenteil dazu bleiben nur 3,5 % der deutschen Schüler ohne Hauptschulabschluss.

„Ich möchte mich mit dieser Situation nicht abfinden“, sagte der Minister und betonte, dass die deutsche Sprache der eigentliche Schlüssel für den schulischen und somit auch gesellschaftlichen und persönlichen Erfolg jedes Einzelnen sei. Dies bestätige auch die im Dezember letzten Jahres veröffentlichte PISA-Studie. „Kinder ohne ausreichende Kenntnisse haben im deutschen Schulsystem und damit auch im späteren Berufsleben kaum Chancen“, erklärte Goll.

In seiner Eröffnungsrede betonte Goll weiterhin, dass der schulische Erfolg der Kinder der gemeinsamen Anstrengung von Eltern, Erzieherinnen und Erziehern sowie Lehrerinnen und Lehrern bedarf. „Die Zusammenarbeit zwischen den Bildungseinrichtungen und den Eltern muss intensiviert, Berührungsängste und Vorurteile müssen abgebaut werden“, so der Minister. 

Schwierigkeiten würden vor allem auch dadurch entstehen, wenn den Eltern nicht bewusst ist, welchen zentralen Stellenwert die Bildung in unserem Land einnimmt bzw. wie wichtig die schulischen Leistungen für den späteren Erfolg sind. Auch sei es für viele Familien mit Migrationshintergrund nicht immer einfach, ein Gleichgewicht zwischen der Herkunftskultur und den Anforderungen der Aufnahmegesellschaft zu finden.

„Es gilt also, nachhaltige und wirkungsvolle Handlungskonzepte zu entwickeln, um die Eltern in den Bildungsprozess ihrer Kinder gezielt einzubeziehen“, so der Minister. „Der Kongress ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Wir alle sind gefragt, wenn es um die Zukunft unserer Kinder, um die Zukunft unserer Gesellschaft geht“, betonte Goll abschließend.

Genau an diesem Punkt setzte der Elternkongress an: In sechs Arbeitsforen hatten die Eltern die Gelegenheit, sich über die vorschulische Bildung und die verschiedenen Schularten in Baden-Württemberg zu informieren. Weiterhin wurden konkrete Fragen zur Zusammenarbeit von Eltern und Bildungseinrichtungen sowie die zentrale Bedeutung der deutschen Sprache thematisiert.

Während der gesamten Veranstaltung hatten die Eltern außerdem die Möglichkeit, sich an verschiedenen Informationsständen über erfolgreiche Maßnahmen und Projekte zur Elternbeteiligung zu informieren, sich auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.

Christian Storr
Leiter der Stabsstelle

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