Tag des Ehrenamts für Ehrenamtliche in den Bereichen Bewährungshilfe, Strafvollzug und Straffälligenhilfe

Datum: 18.10.2008

Kurzbeschreibung: Justizminister Goll dankt Ehrenamtlichen für vorbildliches Engagement in der Justiz

Stellvertretend für die mehreren hundert Ehrenamtlichen, die in der Bewährungshilfe, der Straffälligenhilfe und dem Strafvollzug in Baden-Württemberg tätig sind, dankte Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll heute (18. Oktober) in Stuttgart den Teilnehmern des ersten „Tages des Ehrenamts“ für ihr enormes Engagement für das Land und die Justiz. „Ehrenamtliche Tätigkeit im Umgang mit Straffälligen ist Ausdruck von Mitmenschlichkeit und Solidarität. Hier wird der Gedanke der Resozialisierung gelebt. Denn ohne die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger, straffällig gewordene Mitmenschen wieder in die Gemeinschaft aufzunehmen, kann Resozialisierung nicht gelingen“, sagte Goll.

Ehrenamtliches Engagement sei die Grundlage einer freien Bürgergesellschaft und in Baden-Württemberg fest verwurzelt. Ein klarer Beleg hierfür sei, dass sich in Baden-Württemberg rund 42 Prozent der Bürgerinnen und Bürger bürgerschaftlich und ehrenamtlich engagiere. „Damit liegen wir bundesweit an der Spitze und sind in Deutschland das Mitmachland Nummer 1“, hob der Minister hervor. Bürgerschaftliches Engagement bedeute Teilhabe und aktive Mitgestaltung, aber auch Übernahme von Verantwortung für die Gesellschaft.

In den Bereichen Strafvollzug und Straffälligenhilfe wirken mehrere hundert Ehrenamtliche maßgeblich an der Resozialisierung von Straffälligen mit. Sie betreuen einzelne Gefangene oder leiten Gefangenengruppen, beispielsweise Freizeitgruppen, Sportgruppen und Selbsthilfegruppen. „Die flexible und sachkundige Begleitung eines Gefangenen in der Haft und nach der Haft ist sehr wertvoll. Durch die Übernahme dieser verantwortungsvollen Tätigkeit leisten Ehrenamtliche unserer Gemeinschaft einen unschätzbaren Dienst“, betonte Goll.

In der Justiz wirken außerdem über 80.000 weitere Ehrenamtliche in den Bereichen der Betreuung oder als Schöffinnen und Schöffen in Strafverfahren bzw. als ehrenamtliche Richterinnen und Richter an den Finanz-, Arbeits-, Sozial- und Verwaltungsgerichten mit. Auch die Möglichkeit für Ehrenamtliche, bei der Bewährungshilfe mitzuwirken, ist schon seit Jahrzehnten gesetzlich vorgesehen. „In Baden-Württemberg haben wir als erstes Bundesland gemeinsam mit der gemeinnützigen Neustart gGmbH ein konsequentes Konzept zum landesweiten Aufbau einer ehrenamtlichen Bewährungshilfe entwickelt. Mittlerweile sind bereits über 200 ehrenamtliche Bewährungshelfer tätig. Ich bin sehr dankbar, dass sie ihre Lebens- und Berufserfahrung zur Reintegration von Straffälligen einbringen“, erklärte Goll. 

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