Förderung des bürgerschaftlichen Engagements in der Justiz

Datum: 12.11.2008

Kurzbeschreibung: Goll: "Die Justiz kennt keine Konjunkturprobleme - umso wichtiger ist die Einbeziehung Ehrenamtlicher in die Arbeit der Justiz "

„Die Justiz kennt keine Konjunkturprobleme, sie hat immer viel zu tun. Gerade wenn die Wirtschaft kriselt, füllen sich die ´Auftragsbücher´ der Gerichte, der Notariate und nicht zuletzt auch der Staatsanwaltschaften und der Vollzugsanstalten. Müsste die anfallende Arbeit ausschließlich von staatlichen Bediensteten erledigt werden, stießen wir schnell an unsere personellen und zeitlichen Grenzen. Umso wichtiger ist die Einbeziehung Ehrenamtlicher in unsere Arbeit“, sagte Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP) am Mittwoch (12. November 2008) in Stuttgart auf der Abschlusssitzung des Projekts „Förderung des bürgerschaftlichen Engagements in der Justiz“ im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Baden-Württemberg.

Echte Zukunftsfelder für das Ehrenamt in der Justiz sieht der Minister neben dem klassischen Schöffenamt auf den Gebieten der rechtlichen Betreuung alter oder kranker Menschen sowie der Bewährungshilfe, der Zeugenbegleitung und des Justizvollzugs. „Wir sind dankbar, wenn sich Ehrenamtliche engagieren und aktiv bei uns mitarbeiten. Sie tragen dazu bei, dass die Menschen der Justiz vertrauen. Sie bringen ihre Lebenserfahrung ein und wecken bei Außenstehenden Verständnis für interne Entscheidungen. Dadurch wird die Arbeit der Justiz transparenter. Das steigert ihre Akzeptanz und Wertschätzung, und das hat die Justiz auch verdient“, sagte der Minister.

Das Projekt unter der Federführung des Justizministeriums ist Teil der von der Landesregierung unter dem Motto "Jetzt das Morgen gestalten" für Baden-Württemberg beschlossenen umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie mit dem Ziel einer zukunftsfähigen gesellschaftlichen Entwicklung. Goll dankte allen in der Projektarbeit eingebundenen Verbänden und Ministerien für ihr Engagement. Sämtliche Vorschläge der Projektgruppe, welche Möglichkeiten bestünden, noch mehr Menschen dafür zu gewinnen, ein Ehrenamt in der Justiz zu übernehmen, hätten bei der Nachhaltigkeitskonferenz positive Resonanz erfahren.

Dazu gehören die Entwicklung eines Qualitätskonzepts „Bürgerschaftliches Engagement im Justizvollzug“, die Einführung einer Ganztagesschule im Jugendstrafvollzug  unter Einbeziehung Ehrenamtlicher genauso wie ein flächendeckendes Angebot an neutraler Zeugenbegleitung  in allen Landgerichtsbezirken des Landes unter Mithilfe des Vereins Bewährungshilfe e.V. Stuttgart. Außerdem soll ein Tag der ehrenamtlichen Betreuer organisiert werden, um die Leistung der Betreuer öffentlich zu würdigen und für die ehrenamtliche Betreuung als wichtige gesellschaftliche Aufgabe zu werben.

Damit die ehrenamtliche Bewährungshilfe genauso gut wird, wie die der Hauptamtlichen, werden regelmäßige Schulungen und Fortbildungen vorgeschlagen. Zudem soll die Auswahl der Bewährungshelfer anhand eines klaren Anforderungsprofils durchgeführt werden. Über die Anleitung durch einen Teamleiter und die Fachaufsicht gegenüber den ehrenamtlichen Bewährungshelfern soll die Qualität der Betreuung dauerhaft sichergestellt werden.

Den Abschlussbericht der Projektgruppe „Förderung des bürgerschaftlichen Engagements in der Justiz“ finden Sie unter:
www.jetzt-das-morgen-gestalten.de

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