47 junge Vollzugsanwärter in Landesdienst übernommen

Datum: 28.03.2008

Kurzbeschreibung: Ministerialdirektor Michael Steindorfner: "Vollzugsbedienstete leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur inneren Sicherheit"

Alle 47 Absolventen des 183. und 184. Abschlusslehrgangs der Vollzugsschule Baden-Württemberg haben ihre Laufbahnprüfung bestanden und werden für eine Tätigkeit im Justizvollzug des Landes übernommen. Am Freitag ernannte der Amtschef des Justizministeriums, Ministerialdirektor Michael Steindorfner, in Stuttgart die meisten von ihnen zu Vollzugsbeamten auf Probe. Nach ihrer rund zweijährigen Ausbildung werden die frisch gebackenen Vollzugsanwärterinnen und -anwärter nun in den 17 Justizvollzugsanstalten und dem Justizvollzugskrankenhaus des Landes im allgemeinen Vollzugs- und Werkdienst eingesetzt. Auf rund 8.200 Gefangenen kamen im baden-württembergischen Justizvollzug Anfang des Jahres rund 3.600 Personalstellen.

Steindorfner verdeutlichte den jungen Vollzugsbediensteten ihren gesetzlichen und gesellschaftlichen Auftrag: „Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur inneren Sicherheit unseres Landes. Sie sorgen für rechtsstaatliche Ordnung und gewährleisten nicht zuletzt den Rechtsfrieden in unserem Gemeinwesen. Ihre Arbeit dient der Sicherung des Strafverfahrens, dem Schutz der Allgemeinheit und der Eingliederung der Strafgefangenen in unsere Gesellschaft.“ Genauso wichtig, wie für die sichere Unterbringung der Gefangenen zu sorgen, sei es, die Gefangenen auf ein künftig straffreies Leben vorzubereiten, so Steindorfner. Er dankte dem Leiter der Justizvollzugsschule Baden-Württemberg, Wilfried Ostheimer, im Namen aller an der Ausbildung beteiligten haupt- und nebenamtlichen Lehrkräfte für das großes Engagement bei der erfolgreichen Ausbildung der Nachwuchsbeamten. Der baden-württembergische Justizvollzug genieße deutschlandweit einen guten Ruf. Dank des engagierten Einsatzes der Vollzugsbediensteten würden die Aufgaben mit einem im Ländervergleich schlanken Personalkörper ganz hervorragend gemeistert, sagte der Ministerialdirektor. Um das auch für die Zukunft sicher zu stellen, hätten er und Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP) dafür gesorgt, dass der Justizvollzug von den laufenden Stelleneinsparungen ausgenommen bleibe. Darüber hinaus sei im Nachtragshaushalt 2008 beschlossen worden, dass der Justizvollzug zur Erhöhung der Sicherheit 30 neue Personalstellen erhalte. Hiervon seien 15 Stellen zur Stärkung der Sicherheit im Jugendstrafvollzug und weitere 15 neue Stellen im Erwachsenenstrafvollzug vorgesehen, teilte Steindorfner mit.
 
Der Amtschef informierte auch über den aktuellen Stand des Ende 2006 begonnen Neubaus der JVA Offenburg. „Das Richtfest kann am 9. April gefeiert werden. Der Bau geht planmäßig voran. Wir rechnen damit, die Anstalt Mitte des Jahres 2009 in Betrieb zu nehmen“. Dabei gehe die Justiz mit der Teilprivatisierung beim Betrieb der Anstalt neue Wege. Alle nicht hoheitlichen Aufgaben, die nicht zwingend von Beamten wahrgenommen werden müssten, würden durch die Firma KÖTTER Justizdienstleistungen GmbH und Co. KG, einem privaten Dienstleister, kostengünstiger und ohne Qualitätseinbußen erledigt. Das betreffe die Werkbetriebe, die schulische Bildung, den Bereich der Küche oder die Bekleidung der Gefangenen, aber auch die medizinische Versorgung sowie die soziale und psychologische Betreuung der Gefangenen. „Die Organisationshoheit, die gesamte Steuerung der Anstalt, die Überwachung der Dienstabläufe und alle Entscheidungen, die den Status des Gefangenen betreffen, verbleiben ausschließlich in staatlicher, sprich unserer Hand“, betonte Steindorfner, der mit Einsparungen für das Land von insgesamt rund 1 Million Euro während der Vertragslaufzeit von fünf Jahren rechnet.


An der Laufbahnprüfung nahmen insgesamt 47 Anwärterinnen und Anwärter teil, davon 33 Anwärter des allgemeinen Vollzugsdienstes und 14 Anwärter des Werkdienstes. Der Vorbereitungsdienst für die Anwärter des allgemeinen Vollzugsdienstes dauert zwei Jahre, für die Anwärter des Werkdienstes 18 Monate, aufgegliedert in eine theoretische und praktische Ausbildung. Auf dem Stundenplan stehen allgemeine Vollzugspraxis, Umgang mit der Waffe, allgemeine Rechtskunde, Vollzugskunde und Vollzugsverwaltung ebenso wie Psychologie und Kommunikation, Staatsbürgerkunde, Kriminologie, Sport und Selbstverteidigung.

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