400 Jahre Prinzenbau Stuttgart

Datum: 16.06.2008

Kurzbeschreibung: Justizminister Goll und Regierungspräsident Schmalzl präsentieren neue Publikation in der Reihe "Kulturdenkmale in Baden-Württemberg"

(von links): Der Präsident des Landesdenkmalamts Prof. Dr. Planck, Regierungspräsident Schmalzl, Justizminister Prof. Dr. Goll und Landeskonservator Prof. Dr. Goer präsentieren die Publikation "Prinzenbau Stuttgart" im großen Sitzungssaal des Justizministeriums

Das Schillerdenkmal in der Mitte, das efeubewachsene Alte Schloss im Rücken, die Alte Kanzlei zur Rechten, Stiftskirche und Fruchtkasten zur Linken. Wer den malerischen Schillerplatz in Stuttgart kennt, weiß, welches Gebäude sich nun geradeaus im Blick des Betrachters befindet: An einem der schönsten Plätze Stuttgarts steht der ruhig vornehme Prinzenbau, seit 1952 Sitz des baden-württembergischen Justizministeriums. Und davor? „Wer sich für Landesgeschichte interessiert, dem können wir nur unsere neue Publikation über die 400-jährige Geschichte des Prinzenbaus ans Herz legen“, lautet die Empfehlung von Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP) und Stuttgarts Regierungspräsident Johannes Schmalzl, in dessen Behörde das Landesamt für Denkmalpflege integriert ist und der als Zentralstellenleiter des Justizministeriums ebenfalls schon einige Jahre im Prinzenbau gearbeitet hat.

Die rund 80-seitige Publikation „Prinzenbau Stuttgart“, die Justizministerium und Landesamt für Denkmalpflege nun in der Reihe „Kulturdenkmale in Baden-Württemberg“ herausgeben, widmet sich der bewegten Geschichte des von Baumeister Heinrich Schickhardt im Auftrag Herzog Friedrichs des I. im Jahr 1600 als Gesandtenhaus geplanten Gebäudes im Herzen der Landeshauptstadt.  Erst 1690/91, fast 100 Jahre nach Baubeginn, wurde der Prinzenbau fertig gestellt. Andere Baumeister haben vollendet, was Schickhardt begonnen hatte. Elemente der Renaissance haben sie dabei bewahrt, Bauelemente des Barock hinzugefügt. Während des Zweiten Weltkrieges ist das Gebäude im September 1944 vollständig ausgebrannt. In der Zeit von seiner Fertigstellung bis zur zwischenzeitlichen Zerstörung wurde der Bau unter anderem als Wohnhaus der Geliebten des Herzogs, als Gesandtenhaus, als Unterbringung der herzoglichen Kunstsammlung sowie als Sitz des Geheimen Rates genutzt, der damals das oberste Regierungsorgan war, in dem sämtliche wichtigen Informationen zusammenliefen. Seit dem Jahr 1805 schließlich diente er als Wohnstatt der Prinzen, wodurch sich im Laufe der Zeit sein heutiger Name „Prinzenbau„ eingebürgert hat. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte bis 1952 unter der Leitung des Architekten Paul Schmitthenner der Wiederaufbau des Gebäudes.

Die Idee, der Geschichte des Prinzenbaus nachzugehen, hatte der Amtschef des Justizministeriums, Ministerialdirektor Michael Steindorfner. Schnell stellte sich heraus, dass es keine aktuelle Publikation über den Prinzenbau gibt. „Es war also höchste Zeit den Prinzenbau in das ihm gebührende Licht zu rücken“, erklärte Goll, der zur Präsentation der Publikation im Beisein der Autoren und eines Nachkommen Schickhardts am Montag (16. Juni) ins Justizministerium eingeladen hatte. Regierungspräsident Schmalzl würdigte in einem Grußwort die Leistungen des zum Regierungspräsidium gehörenden Landesamtes für Denkmalpflege um den Prinzenbau. „Die Landesdenkmalpflege übernimmt unter anderem die Vermittlung von Denkmalthemen in der Öffentlichkeit. Ein besonders unterhaltsames und gleichzeitig lehrreiches Exemplar ist uns mit diesem Band gelungen“, freute sich Schmalzl. Landeskonservator und Mitautor Prof. Dr. Michael Goer vom Landesamt für Denkmalpflege stellte die von Stichen, Fotos und Plänen begleitete Publikation der Öffentlichkeit vor.

Auch unter den Gästen: Herr Schmid-Schickhardt, ein Nachfahre des Baumeisters Heinrich Schickhardts

Der im Jahr 2006 sanierte "Große Sitzungssaal" im Justizministerium war Ort der Präsentation

Der Prinzenbau im Jahr 1900

Im früheren „Salon" ist heute die Zentral- und Pressestelle untergebracht. Herzog Philipp fotografierte im Jahr 1901 die Wohnräume seines Sohnes Robert im Prinzenbau.

Publikation „Prinzenbau Stuttgart“ in der Reihe „Kulturdenkmale in Baden-Württemberg“
(erhältlich im Buchhandel zum Preis von 9,80 Euro)

Mit Texten von:

- Harald Schukraft:
  Der Prinzenbau im Wandel der Zeit

- Professor Dr. Michael Goer:
  Zur Bau- und Kunstgeschichte (bis 1944)

- Dr. Bernd Sterra:
  Zwischen Tradition und städtebaulichem Neubeginn - Der Schillerplatz in der
  Nachkriegszeit

- Ilse Lange-Tiedje:
  Wiederaufbau durch Paul Schmitthenner und jüngere Sanierungsmaßnahmen.

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