Bahn frei für Bachelor-Studiengang "Unternehmensjurist"

Datum: 17.07.2008

Kurzbeschreibung: Goll: "Das Mannheimer Modell ist ein interessantes Angebot"

Die Einführung des als „Mannheimer Modell“ bekannt gewordenen Bachelor-Studiengangs zum Unternehmensjuristen ist beschlossene Sache. „Der Unternehmensjurist ist ein Beruf mit Zukunft. Das von der Universität Mannheim entwickelte Modell ist ein interessantes Angebot, denn es ist ein speziell auf dieses Berufsfeld zugeschnittener Studiengang. Nachdem die rechtlichen Möglichkeiten geklärt sind und wir auch die letzten Steine aus dem Weg räumen konnten, können wir das Mannheimer Modell nun auf seinen Startplatz setzen“, stellte Baden-Württembergs Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP) am Freitag in Stuttgart fest. „Ich bin zuversichtlich, dass sich der neue Studiengang, der exklusiv in Mannheim angeboten wird, bewährt“, so Goll. 

Nachdem sich der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim im Rahmen eines Anhörungsverfahrens kritisch zur unbeschränkten Zulassung des Mannheimer Modells geäußert habe, könne das Mannheimer Modell nur mit einer Experimentierklausel, also zeitlich und räumlich befristet, umgesetzt werden, bedauerte Goll.
„Das hat für die Universität Mannheim aber auch etwas Gutes. Das Mannheimer Modell wird so zu einer Besonderheit. Das sichert ihm auf Jahre eine bundesweite Aufmerksamkeit“, sagte der Minister. Wie noch heute Generationen von Juristen vom in den 70er und 80er Jahren bestens erprobten, allein aus Kostengründen eingestellten, einstufigen Modell der Universität Konstanz sprächen, könne das Mannheimer Modell ebenfalls als Erfolgsmodell berühmt werden. „Ich kann mir vorstellen, dass am Ende Elemente dieses modernen Studiengangs auch in die klassische Juristenausbildung einfließen werden“, zeigte sich der Minister vom Gelingen des auf mehrere Jahre angelegten Experiments überzeugt.
  
Das Justizministerium leite nun alle für eine rasche Umsetzung des Mannheimer Modells erforderlichen Schritte in die Wege. Dazu gehörten die Änderung der Juristenausbildungs- und Prüfungsordnung (JAPrO), die Beteiligung des Normprüfungsausschusses und die Abstimmung mit den beteiligten Ressorts. „Wenn alles nach Zeitplan verläuft, können sich schon im kommenden Herbstsemester 2008 die ersten Studentinnen und Studenten für den neuen Studiengang einschreiben“, so Goll.

Das Mannheimer Modell

Die Universität Mannheim plant die Ersetzung ihres bisherigen Staatsexamensstudiengangs durch einen Bachelor-Studiengang „Unternehmensjurist“. Juristische und wirtschaftswissenschaftliche Elemente sollen ungefähr im Verhältnis 70 zu 30 kombiniert werden. Das Strafrecht tritt dabei ganz, das öffentliche Recht im Wesentlichen in den Hintergrund. Das Zivilrecht soll ganz im Vordergrund der Ausbildung stehen. Nach sechs Semestern intensiv gelehrten Zivilrechts sollen die Studierenden im Rahmen des Bachelor-Studiums am schriftlichen Teil der Staatsprüfung in der Ersten juristischen Prüfung im Teilgebiet Zivilrecht teilnehmen. Das Ergebnis zweier dieser Klausuren soll zur Bachelornote zählen.
Nach Erwerb des Bachelorgrades sollen den Studierenden mehrere Optionen offenstehen: Unmittelbarer Berufseintritt, Fortsetzung der Ausbildung in entsprechenden Masterstudiengängen oder die Ergänzung der Ausbildung um das öffentliche Recht und Strafrecht mit der Option, das Staatsexamen abzulegen.

 www.unternehmensjurist.uni-mannheim.de
  

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