Amtswechsel an der Spitze des Landgerichts Mosbach

Datum: 29.07.2008

Kurzbeschreibung: Goll: "Den Landgerichtsbezirk Mosbach zähle ich zu den Aushängeschildern der baden-württembergischen Justiz"

Thomas Schnepf (58) ist neuer Präsident des Landgerichts Mosbach. Der bisherige Vizepräsident des Amtsgerichts Mannheim folgt Dr. Ernst-Ludwig Mißler nach, den Baden-Württembergs Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP) am Dienstag (29. Juli) nach fast zwölf Jahren an der Spitze des Landgerichts in den gesetzlichen Ruhestand verabschiedete.

In der Ära Mißler habe sich das Landgericht Mosbach unter Juristen, aber auch bei den Bürgern einen außerordentlich guten Ruf erworben, betonte der Minister bei der offiziellen Amtseinführung in Mosbach. „Der Mosbacher Stil ist von einer ausgesprochen hohen Effizienz in der Rechtsprechung bei gleichzeitig strengen Ansprüchen an die Qualität der Entscheidungen geprägt. Den Landgerichtsbezirk Mosbach zähle ich zu den Aushängeschildern der baden-württembergischen Justiz. Diese Entwicklung hätte es ohne Dr. Mißler nicht gegeben“ dankte Goll dem langjährigen Landgerichtspräsidenten für seine vorbildliche und nachhaltige Leistung für das Land und die baden-württembergische Justiz.

Mit Thomas Schnepf habe man einen Nachfolger gefunden, der alles mitbringe, um diese gute Mosbacher Tradition fortzusetzen, zeigte sich der Minister überzeugt. „Ich weiß das Landgericht Mosbach bei Ihnen in guten Händen“, sagte Goll. Schnepf habe in seinen bisherigen Verwendungen bewiesen, dass er neben herausragenden juristischen Fähigkeiten über große menschliche Qualitäten verfüge, die ihm dabei helfen werden, das verantwortungsvolle neue Amt gut und richtig zu leiten, so Goll.

Lebenslauf LGPräs a. D. Dr. Ernst-Ludwig Mißler
Geboren am 10. März 1943 in Darmstadt trat der verheiratete Vater von zwei Kindern am 5. November 1973 beim Landgericht Frankenthal als Assessor zunächst in den Justizdienst des Landes Rheinland-Pfalz ein. Mißler hatte zuvor am Institut für Papyrusforschung der Universität Marburg seine Doktorarbeit zur Dorfverwaltung im ptolemäischen, römischen und byzantinischen Ägypten verfasst. Von 1978 bis 1981 war er für drei Jahre an den Bundesgerichtshof nach Karlsruhe abgeordnet. Seiner Ehefrau war es dann zu verdanken, dass Mißler den Weg in die baden-württembergische Justiz fand und dort 1981 seine erste Station als Familienrichter beim Amtsgericht Mosbach antrat. Im April 1984 folgte die Abordnung Mißlers an das Oberlandesgericht Karlsruhe, wo er für neun Monate dem Familiensenat angehörte, bevor er nach einer kurzen Station am Amtsgericht Tauberbischofsheim im Mai 1985 zum Vorsitzenden Richter am Landgericht Mosbach befördert wurde. Im April 1994 wurde er zum Vizepräsidenten des Landgerichts Baden-Baden ernannt und zum 1. Oktober 1996 schließlich zum Präsidenten des Landgerichts Mosbach, an dessen Spitze Mißler bis zu seinem gesetzlichen Ruhestand ab 1. April 2008 blieb.

Lebenslauf PräsLG Thomas Schnepf
Geboren am 20. November 1949 in Offenburg, trat der mit einer Oberstaatsanwältin verheiratete neue Landgerichtspräsident am 4. Februar 1980 in den höheren Justizdienst des Landes Baden-Württemberg ein. Schnepf studierte Jura in Heidelberg und verbrachte seine Assessorenjahre bei der Staatsanwaltschaft Mannheim und dem Amts- und Landgericht Heidelberg. Schnepf begeisterte sich vor allem für den Bereich des gewerblichen Rechtsschutzes und fand schon 1984 zur  7. Zivilkammer des Landgerichts Mannheim, die auch heute noch zentral für ganz Baden-Württemberg alle Patent-, Gebrauchsmuster-, und Warenzeichensachen sowie den gesamten gewerblichen Rechtsschutz verhandelt. Hatte Schnepf ein Angebot des Bundespatentgerichts in München noch ausgeschlagen, ging er im Oktober 1991 für zwei Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Patentsenat des Bundesgerichtshofs nach Karlsruhe. Es folgte ein weiteres Abordnungsjahr in die neuen Bundesländer, wo Schnepf im Freistaat Sachsen als Vorsitzender einer Kammer für Handelssachen am Landgericht Dresden und als Beisitzer des für den gewerblichen Rechtsschutz zuständigen Zivilsenats des Oberlandesgerichts Dresden beim Aufbau der Rechtsprechung half. Zurück in Baden-Württemberg wurde Schnepf im September 1994 an das Oberlandesgericht Karlsruhe abgeordnet, wo er bis 2003 blieb. Im Oktober 2003 wurde er zum Vizepräsidenten des Amtsgerichts Mannheim ernannt, bevor er nun mit Wirkung zum 26. Mai zum Landgerichtspräsidenten von Mosbach befördert wurde.

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