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Zur Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung zum Thema "Ungenutzte Potentiale - zur Lage der Integration in Deutschland" erklärt der Justizminister und Integrationsbeauftragte der Landesregierung, Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP):

Datum: 27.01.2009

Kurzbeschreibung: "Baden-Württembergs Integrationsergebnisse können sich sehen lassen. Integration bleibt eine Daueraufgabe - eingeleitete Maßnahmen brauchen längere Wirkungsdauer. Integrationsindikatoren sind diskussionswürdig"

„Die Studie zeigt, dass wir beim Thema Integration noch vor großen Herausforderungen stehen und dass die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund eine Daueraufgabe darstellt. Mit dem Nationalen Integrationsplan und dem Integrationsplan Baden-Württemberg haben wir deutlich gemacht, dass wir uns diesen Herausforderungen aktiv stellen und die richtigen Schwerpunkte setzen“, betonte der Justizminister und Integrationsbeauftragte der Landesregierung, Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP) heute in Stuttgart.

„Vor allem im Bildungsbereich hat die Landesregierung zahlreiche neue Maßnahmen beschlossen, um zu mehr Chancengleichheit und damit zu besseren Schul- und Ausbildungsergebnissen bei Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu kommen“, erläuterte der Minister.

Zu nennen seien der Ausbau der schulischen Ganztagsbetreuung, die Bildungshäuser, der Ausbau der Hausaufgaben-, Sprach- und Lernhilfe, die reformierte Einschulungsuntersuchung mit Sprachscreening und bedarfsgerechter Deutschförderung sowie die Einführung von Pädagogischen Assistenten und Jugendbegleitern. Im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes sei das Thema Elterneinbindung und Elterninformation von hoher Priorität. „Diese Maßnahmen werden den Bildungserfolg von Migrantinnen und Migranten sicherlich verbessern. Allerdings ist hierfür eine mehrjährige Wirkungsdauer erforderlich“, sagte Goll. Denn nachhaltige Integration brauche nicht Aufgeregtheit und Panikmache, sondern Zielstrebigkeit und einen langen Atem, betonte der Integrationsbeauftragte.

Es sei lobenswert, dass das Berlin-Institut einen Katalog von 15 Integrationsindikatoren erstellt habe. Die Auswahl und Gewichtung dieser Indikatoren sei teilweise aber durchaus „kritisch und diskussionswürdig“. Goll: „Ein österreichischer Staatsangehöriger, in Stuttgart geboren und lebend, mit Hauptschulabschluss, als gelernter Kfz-Mechatroniker arbeitend, mit einer österreichischen Frau verheiratet, die sich zuhause um zwei Kinder kümmert, würde nach diesen Indikatoren als mehr oder weniger integrationsbedürftig gelten. Dies ist natürlich abwegig.“ Auch hätte man die einzelnen Indikatoren gewichten müssen. „Die Integration in den Arbeitsmarkt durch einen guten Job ist für mich wichtiger und aussagekräftiger als die Frage nach der Staatsangehörigkeit des Ehepartners“, kritisiert der Minister und Integrationsbeauftragte.

Bei der Studie dürfe auch nicht übersehen werden, dass sie auf Zahlenmaterial des Mikrozensus aus dem Jahre 2005 beruhe.

Man dürfe die bisherigen Integrationsergebnisse aber auch nicht schlecht reden. So gehöre Baden-Württemberg im Vergleich zu den anderen Bundesländern stets zu den Spitzenreitern. Nicht zuletzt wurde dies im 2008 veröffentlichten PISA-Ländervergleich (PISA-E 2006) bescheinigt, nach dem Baden-Württemberg den vierten Platz belegt. Auch der Bildungsmonitor der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft habe letztes Jahr gezeigt, dass in Baden-Württemberg der Anteil der sog. Risikogruppe gering ist; die Integration der Jugendlichen in den Arbeitsmarkt gelinge in Baden-Württemberg sogar so gut wie in keinem anderen Land.

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