Größtes Amtsgericht des Landes unter weiblicher Führung - Brigitte Legler ist neue Präsidentin des Amtsgerichts Stuttgart

Datum: 04.02.2009

Kurzbeschreibung: Goll verabschiedet langjährigen Präsidenten Helmut Borth mit dem Bundesverdienstkreuz in den gesetzlichen Ruhestand

 

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Brigitte Legler ist neue Präsidentin des Amtsgerichts Stuttgart. Am Mittwoch (4. Februar) führte Baden-Württembergs Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP) die 59-jährige bisherige Vorsitzende Richterin am Oberlandesgericht Stuttgart im Rahmen einer Feierstunde im Neuen Schloss in ihr Amt ein. Legler folgt dem langjährigen Präsidenten Helmut Borth nach, der in den gesetzlichen Ruhestand verabschiedet wurde. Borth hatte das mit über 50 Richtern, mehr als 80 Rechtspflegern und fast 300 weiteren Mitarbeitern größte Amtsgericht des Landes seit Oktober 2000 geführt. Für seine Leistungen, mit denen Borth sich „mit überobligatorischem Engagement auch in zahlreichen Ehrenämtern um das Gemeinwesen verdient gemacht hat“, überreichte der Minister dem scheidenden Amtsgerichtspräsidenten das Bundesverdienstkreuz.

Die Leitung des Amtsgerichts Stuttgart als eines der größten Amtsgerichte in Deutschland stelle schon von seinen Dimensionen her eine besondere Herausforderung für jeden Behördenvorstand dar, sagte Goll. „Helmut Borth hat diese außergewöhnlich komplexe Aufgabe in glänzender Weise bewältigt. Er ist stets nach dem Motto: ´Ein Chef muss zugleich auch Vorbild sein´ mit gutem Beispiel vorangegangen. Von Anfang an zeichnete ihn Entschlussfreudigkeit, Tatkraft und schier unerschöpfliche Energie aus. Helmut Borth hat seiner Nachfolgerin ein hervorragend aufgestelltes Gericht hinterlassen“, dankte der Minister Borth für seine von großem Gestaltungswillen und ebenso großer Aufgeschlossenheit geprägten Verdienste für die Justiz.

Auch als langjähriger Vorsitzender des Vereins der Richter und Staatsanwälte in Baden-Württemberg habe Borth sich seit 1990 gegenüber der Justizverwaltung, der Politik und der Öffentlichkeit 18 Jahre lang in kluger und abgewogener Weise für die Belange der Richter und Staatsanwälte eingesetzt. „Sie waren ein fairer, sachlicher und aufrechter Streiter mit Augenmaß. Ich habe ihre maßvolle und die Interessen der gesamten Justiz im Auge behaltende Haltung geschätzt und über all die Jahre gerne mit Ihnen zum Wohle der gemeinsamen Sache Justiz zusammen gearbeitet“, sagte Goll.

Der neuen Präsidentin Brigitte Legler wünschte der Minister eine glückliche Hand bei der Bewältigung „einer der anspruchsvollsten Aufgaben, die die Justiz des Landes zu vergeben hat“. Legler sei als offene, aufrichtige und geradlinige Führungspersönlichkeit bekannt, auf die sich ihre Mitarbeiter verlassen könnten. Ebenso könne sich Legler ihrerseits auf die tatkräftige Unterstützung der bewährten und qualifizierten Mitarbeiter des Amtsgerichts Stuttgart verlassen. „Sie werden die Herausforderung der Leitung des Amtsgerichts Stuttgart aufgrund Ihrer bisherigen Leistungen bestens bewältigen“, erklärte der Minister.

Lebenslauf PräsAG a.D. Helmut Borth
Geboren am 25. November 1943 in Tübingen trat der in Tübingen wohnhafte, verheiratete Vater zweier Kinder 1974 beim Landgericht Heilbronn als Assessor in den Justizdienst des Landes Baden-Württemberg ein. Es folgte der Wechsel zum Amtsgericht Heilbronn, wo Borth auch zum Richter auf Lebenszeit ernannt und ab 1985 zum weiteren Aufsichtsführenden Richter befördert wurde. Ab November 1989 wurde Borth Direktor des Amtsgerichts Besigheim, bevor er im Dezember 1993 an das Oberlandesgericht Stuttgart wechselte und die Leitung der gemeinsamen Datenverarbeitungsstelle der Justiz übernahm. Im Jahr 1998 übernahm er den Vorsitz eines Familiensenats beim Oberlandesgericht Stuttgart. Im Oktober 2000 trat er die Nachfolge von Bernd Netzer als Präsident des Amtsgerichts Stuttgart an. Bereits bei den Amtsgerichten Heilbronn und Besigheim und schließlich als Vorsitzender eines Familiensenats am Oberlandesgericht hat sich Borth auf dem Gebiet des Familienrechts spezialisiert und gilt aufgrund seiner herausragenden Kenntnisse auf dem Gebiet des Rentenrechts und des Versorgungsausgleichs als einer der gefragtesten Experten im gesamten Bundesgebiet. Als Autor zahlreicher Bücher, Kommentierungen, Aufsätze, Vorträge und Seminare auf dem Gebiet des Familienrechts prägt Borth die Rechtsentwicklung in besonderer Weise und entfaltete eine große Ausstrahlung auf Richter und Rechtsanwälte.

Lebenslauf Präs´in AG Brigitte Legler
Geboren am 7. Oktober 1949 in Bielefeld trat die in Ludwigsburg wohnhafte, verheiratete Mutter eines Kindes im Februar 1977 in den Dienst der baden-württembergischen Justiz. Sie war zunächst zwei Jahre als Assessorin beim Landgericht Konstanz und vier Monate beim Amtsgericht Konstanz tätig, bis sie im September 1979 zum Landgericht Stuttgart kam. Nach einer knapp dreijährigen Abordnung von 1980 bis 1983 an das Ministerium für Wissenschaft und Kunst, wo sie Schadenersatzangelegenheiten vor allem bei Arzthaftungsfällen der Universitätskliniken sowie Disziplinarsachen bearbeitete, war sie zunächst am Landgericht Stuttgart tätig und wurde 1992 zur Richterin am Oberlandesgericht ernannt. Als Mitglied des 6. Zivilsenats war sie zugleich Mitglied des Instituts für Rechtstatsachenforschung an der Universität Konstanz und in der sogenannten Praktikerforschungsgruppe mit zahlreichen Untersuchungen, etwa im Zusammenhang mit der Einführung der Serviceeinheiten in der Justiz, befasst. Nach einem kurzen Wechsel im März 1999 an das Landgericht Stuttgart als Vorsitzende Richterin einer Zivilkammer übernahm Legler im Januar 2000 die Leitung des Amtsgerichts Esslingen. Im April 2003 kehrte sie als Vorsitzende Richterin am Oberlandesgericht an das OLG Stuttgart zurück. Zunächst war sie dort Vorsitzende Richterin eines Familienrechtsenats, zuletzt Vorsitzende des 19. Zivilsenats, der für Erb- und Gesellschaftsrecht zuständig ist. Legler ist außerdem Mitglied des Präsidialrats für die Ordentliche Gerichtsbarkeit.

Weitere Informationen zum Amtsgericht Stuttgart unter: www.amtsgericht-stuttgart.de

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