Tag der ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuer - Goll: "Ehrenamtliche leisten unersetzliche Arbeit"

Datum: 08.05.2009

Kurzbeschreibung: "Ohne die vielen Frauen und Männer, die in Baden-Württemberg ein Ehrenamt ausüben, wäre unser Land um vieles ärmer und unsere soziale Gemeinschaft so nicht denkbar.

Ehrenamtliche setzen durch ihr freiwilliges, unbezahltes Engagement ein Gegengewicht zur fortschreitenden Individualisierung in unserer Gesellschaft. Ehrenamtliches Engagement ist keinesfalls eine Selbstverständlichkeit. Schon gar nicht kann es einfach im Vorbeigehen erledigt werden“. Das sagte Baden-Württembergs Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP) am Freitag (8. Mai 2009) auf dem Tag der ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuer in der Sparkassenakademie in Neuhausen auf den Fildern.

Mit dem Ehrentag wolle die Landesregierung unter Federführung des Justizministeriums die Arbeit der Ehrenamtlichen öffentlich anerkennen und würdigen. Weiteres Ziel sei die Verbesserung der Vernetzung zwischen Vormundschaftsgerichten, Betreuungsbehörden, Betreuungsvereinen und Ehrenamtlichen sowie die Förderung des gemeinsamen Austauschs. „Täglich können wir beobachten, wie viele Menschen in unserer Gesellschaft weiter vereinsamen. Isolationsangst, Rückzug und Krankheit sind die Folgen. Durch gegenseitiges Engagement füreinander können wir Menschen integrieren“, sagte der Justizminister. Es sei die Aufgabe der Politik, bürgerschaftliches Engagement zu stärken, darauf aufmerksam zu machen und die Freiwilligen, wo es gehe zu unterstützen. „Wir wollen nicht Gefahr laufen, wichtige Werte unserer Gesellschaft in den Hintergrund zu drängen. Wir wollen eine soziale Gesellschaft, in der ein harmonisches, erfülltes Zusammenleben für alle möglich ist“, so der Minister.

Gerade im Betreuungswesen leisteten die Ehrenamtlichen unersetzliche Arbeit. „Wo staatliche Hilfen zurückgefahren werden, kann nur durch vermehrte Selbsthilfe und Gegenseitigkeit verhindert werden, dass Lücken in der Versorgung entstehen, die das Zusammenleben gefährden“, sagte Goll. Nur dank des einsatzfreudigen und tatkräftigen Engagements der Ehrenamtlichen sei die schwierige Aufgaben der rechtlichen Betreuung in Baden-Württemberg zu erfüllen. Über 100.000 Menschen würden in Baden-Württemberg rechtlich betreut. In rund 70.000 Fällen führten Ehrenamtliche die Betreuungen. „Zeit und Geduld sowie die Aufmerksamkeit, die Sie dabei für ihre Betreuten aufbringen, sind entscheidende Faktoren, um menschliche Bedingungen im Betreuungswesen zu schaffen. Ihnen haben wir zu verdanken, dass auch die Alten, Kranken und Schwachen in unserer schnelllebigen Zeit am Leben teil nehmen können. Dieser alltäglicher Einsatz verdient unsere höchste Anerkennung und größten Respekt“, betonte der Minister.

Goll wies darauf hin, dass es gelungen sei, die ehrenamtliche Betreuung steuerlich stärker zu begünstigen. „Rückwirkend zum 1. Januar 2007 bleibt die Entschädigungspauschale für ehrenamtliche Betreuer bis zu einem Betrag von 500 Euro jährlich steuerfrei. Zwar ist der Bund unserer seit Jahren im Bundesrat erhobenen Forderung noch immer nicht nachgekommen, die sogenannte Übungsleiterpauschale auch auf ehrenamtliche Betreuer auszudehnen, also ihre Einkünfte bis zu einem Betrag von 2.100 Euro jährlich steuerfrei zu stellen. Aber wir werden auch in Zukunft an diesem Punkt nicht locker lassen und über den Bundesrat weiterhin Initiativen starten. Solange bis uns der Finanzminister erhört“.

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