Staatsanwaltschaft Hechingen unter neuer Leitung

Datum: 22.06.2009

Kurzbeschreibung: Goll führt Michael Pfohl als Nachfolger von Karl-Heinz Kurz ins Amt ein

Die Staatsanwaltschaft Hechingen hat einen neuen Chef. Dr. Michael Pfohl wurde von Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll am Montag (22. Juni) in Hechingen als neuer Behördenleiter ins Amt eingeführt. Der 56-jährige Pfohl war bisher stellvertretender Behördenleiter der Staatsanwaltschaft Tübingen. Er folgt Karl-Heinz Kurz nach, der seit Juni 1999 Chef der Hechinger Staatsanwaltschaft war und vom Minister in den gesetzlichen Ruhestand verabschiedet wurde.

Die durch die zehn Jahre währende Amtszeit von Leitendem Oberstaatsanwalt a. D. Kurz zum Ausdruck kommende Beständigkeit habe der Staatsanwaltschaft Hechingen gut getan, sagte Goll. „Sie haben die Behörde mit hoher Kompetenz, Einsatzbereitschaft und Standvermögen geführt. Es ist Ihnen gelungen, den guten Ruf, den die Staatsanwaltschaft Hechingen über die Grenzen des Bezirks hinaus genießt, zu festigen“, so der Minister. Kurz sei „ein Staatsanwalt par excellence“ gewesen, eine aufrechte, honorige Persönlichkeit von hoher Fachkunde, unprätentiös und voller Tatkraft, hob Goll in seinem Dank im Namen der baden-württembergischen Justiz an den scheidenden Behördenleiter hervor.

Dem neuen Behördenchef bescheinigte Goll „alles mitzubringen, was die kompetente Leitung einer Staatsanwaltschaft erfordert“ und wünschte ihm „viel Erfolg im neuen Amt!“. Pfohl sei auch und vor allem ein Mann der Praxis, der in großen Zusammenhängen denke und ein besonderes Gespür für das Machbare habe. Er gehe mit Umsicht und Augenmaß, aber auch mit der notwendigen Konsequenz und Hartnäckigkeit vor. Seinen hohen Qualitätsanspruch halte Pfohl auch bei starker Beanspruchung aufrecht, wie er zuletzt in Tübingen als verantwortlicher Staatsanwalt in dem Verfahren gegen Soldaten der Bundeswehr zum Nachteil von Murat Kurnatz unter Beweis gestellt habe.
 
Lebenslauf Dr. Michael Pfohl
Geboren am 10. Juni 1953 in Göggingen bei Augsburg und aufgewachsen in Reutlingen trat der Vater dreier Kinder nach dem Jura- und Soziologiestudium in Tübingen im Oktober 1982 in den höheren Justizdienst des Landes Baden-Württemberg ein. Bis auf eine kurze Station als Assessor beim Landgericht Stuttgart ist seine berufliche Laufbahn vom stetigen Einsatz für die Sache der  Staatsanwaltschaften geprägt. Zunächst war Pfohl bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart tätig, wurde dort 1991 zum Gruppenleiter und -nach zuvor erfolgter Abordnung an die Generalstaatsanwaltschaft 1995 zum Oberstaatsanwalt ernannt. In Hechingen ist Pfohl ein „alter Bekannter“. Von August 1999 bis Februar 2004 war er dort der ständige Vertreter des Behördenleiters, also seines jetzigen Vorgängers. Ab 2004 war er dann stellvertretender Behördenleiter der Staatsanwaltschaft Tübingen, bevor er mit Wirkung zum 14. April 2009 nun Leiter der Staatsanwaltschaft Hechingen wurde. Pfohl war acht Jahre lang Vorsitzender des Haptstaatsanwaltschaftsrats. Auf dem Gebiet des Umweltstrafrechts hat er sich als Buchautor und Verfasser von Kommentaren außerdem zu einem führenden deutschen Experten entwickelt.

Lebenslauf Karl-Heinz Kurz
Kurz wurde am 9. März 1944 in Eislingen/Fils geboren, studierte Rechtswissenschaften in Würzburg und Tübingen und trat im August 1970 in den höheren Justizdienst des Landes ein. Nach Assessorstationen am Amtsgericht Kirchheim/Teck und der Staatsanwaltschaft Ulm, wo er auch seine Planstelle erhielt,  wurde Kurz 1975 bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart zum Ersten Staatsanwalt, dem heutigen Gruppenleiter, ernannt. Nach zwei Jahren erfolgte die Abordnung zur Generalstaatsanwaltschaft in Stuttgart, wo ihm die Bearbeitung von Staatschutzstrafsachen anvertraut wurde. Gegen eine Reihe von linksterroristischen Straftätern vertrat Kurz damals in Stuttgart-Stammheim die Anklage. Im November 1979 wurde er im Alter von nur 35 Jahren zum Oberstaatsanwalt ernannt. Nach über zehn Jahren bei der Generalstaatsanwaltschaft wechselte Kurz im März 1990 als Hauptabteilungsleiter an die Staatsanwaltschaft Stuttgart, um Ende November 1990 die stellvertretende Leitung der Staatsanwaltschaft Ulm zu übernehmen. Im Juni 1999 schließlich wurde er Behördenleiter der Staatsanwaltschaft Hechingen. Kurz beschränkte sich dabei nicht allein auf das Verwaltungsgeschäft, sondern war auch ermittelnd tätig, beispielsweise im so genannten Ammerseemord-Prozess, einem diffizilen Indizienprozess. Zudem verfasste er als Mitarbeiter am renommieren Karlsruher Kommentar wesentliche Passagen zum Ordnungswidrigkeitenrecht.

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