7. Reichenauer Tage zur Bürgergesellschaft im Kloster Hegne am Bodensee:

Datum: 09.10.2009

Kurzbeschreibung: Integration auf kommunaler Ebene

„Die Integration der Migrantinnen und Migranten ist eine gemeinsame Aufgabe von Politik, Verwaltung und Bürgerschaft“, sagte Arbeits- und Sozialministerin Dr. Monika Stolz im Vorfeld der Eröffnung der 7. Reichenauer Tage. „Ich begrüße daher die bei den Reichenauer Tagen aufgeworfenen Fragen nach der Rolle der Bürgergesellschaft bei der Integration“, so die Ministerin weiter. Bürgerschaftliches Engagement könne einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung sozialer Bindungen und damit zur Integration leisten. Das Engagement von Menschen mit Migrationshintergrund in Vereinen, Verbänden, Organisationen und Institutionen der Aufnahmegesellschaft sowie in Migrantinnen- und Migrantenorganisationen bereichere unsere Gesellschaft. Monika Stolz: „Integration kann nur gelingen, wenn neben staatlichen Maßnahmen auch bürgerschaftliches Engagement, Kirchen, Wohlfahrtsverbände, gesellschaftliche Organisationen und vor allem Migrantinnen und Migranten selbst am Integrationsprozess beteiligt sind und eingebunden werden.“

Der Justizminister und Integrationsbeauftragte der Landesregierung, Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP) betonte in seiner Rede, dass sich die große Mehrheit der Zuwanderer erfolgreich in die Gesellschaft eingegliedert habe und gut integriert sei. Gleichwohl arbeite die Landesregierung intensiv daran, vor allem die Bildungschancen von jungen Migrantinnen und Migranten weiter zu verbessern. So habe die Landesregierung im Landesintegrationsplan 2008 zahlreiche wichtige Maßnahmen wie zum Beispiel den Ausbau der schulischen Ganztagsbetreuung, die Einführung von Bildungshäusern und die neu konzipierte Einschulungsuntersuchung im 4. Lebensjahr mit Sprachstandserhebung und bedarfsgerechter Deutschförderung auf den Weg gebracht. „Denn Bildung ist der Schlüssel für erfolgreiche Integration. Nichts fördert die Akzeptanz und das Ankommen in einer neuen Gesellschaft mehr als eine qualifizierte Beschäftigung und ein eigenes Einkommen“, erläuterte der Minister.

Goll machte auch deutlich, dass Integration kein Selbstläufer sei, sondern als Querschnittsaufgabe in Integrationskonzepten strategisch und organisatorisch umgesetzt werden müsse. „Es ist äußerst erfreulich“, so der Minister, „zu beobachten, dass sich in den letzten Jahren viele Gemeinden und Kreise in Baden-Württemberg auf den Weg gemacht haben, ein solches Integrationskonzept zu erarbeiten. Viele Konzepte liegen bereits vor, nicht wenige werden bereits fortgeschrieben, andere befinden sich noch in der Planungs- oder Erarbeitungsphase.“

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