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Justizvollzugsanstalt Adelsheim unter neuer Leitung: Rainer Goderbauer folgt Joachim Walter nach - Goll: "Dr. Walter war über 30 Jahre das Aushängeschild des Jugendstrafvollzugs in Baden-Württemberg"

Datum: 14.12.2009

Kurzbeschreibung: Psychologiedirektor Rainer Goderbauer ist neuer Leiter der großen Jugendstrafanstalt Baden-Württembergs, der Justizvollzugsanstalt Adelsheim.

Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP) führte am Montag (14. Dezember 2009) in Adelsheim den 59-jährigen Psychologen und bisherigen Leiter der sozialtherapeutischen Anstalt Baden-Württemberg in sein neues Amt ein. Goderbauer ist Nachfolger von Dr. Joachim Walter, der die Anstalt über 20 Jahre lang geleitet hat und nun in den gesetzlichen Ruhestand getreten ist.

„Sie waren über 30 Jahre das Aushängeschild des Jugendstrafvollzugs Baden-Württemberg. Es ist ganz maßgeblich Ihnen zu verdanken, dass der Jugendstrafvollzug sich zum Wohle der jungen Gefangenen grundlegend weiter entwickelt hat. Es war Ihnen eine Herzensangelegenheit, für einen humanen, auf Behandlung, Resozialisierung und Erziehung der jugendlichen Straftäter ausgerichteten Strafvollzug einzutreten. Hier haben Sie neue Maßstäbe gesetzt. Es verlässt uns eine herausragende Persönlichkeit des baden-württembergischen Justizvollzuges“, würdigte der Minister Walters berufliche Laufbahn. Walter habe dafür gesorgt, dass der Jugendstrafvollzug in Adelsheim nicht nur in Baden-Württemberg sondern weit darüber hinaus Beachtung finde. Der Minister hob dabei drei Projekte Walters hervor: Er habe eine sozialtherapeutische Abteilung für gewaltbereite junge Gefangene aufgebaut und damit nicht nur den Jugendlichen geholfen, sondern vor allem auch zukünftige potentielle Opfer geschützt. Ein zweites über die Landesgrenzen hinaus beachtetes Projekt Walters sei „just community“ , das er zusammen mit der Universität Heidelberg aufgestellt habe. In einer offenen Vollzugsabteilung werde eine gemeinschaftliche Normsetzung, Normüberwachung und Normdurchsetzung ermöglicht und geeigneten Gefangenen dadurch eine neue Kultur des Zusammenlebens beigebracht. Schließlich habe Walter beim Projekt Chance, einem bundesweit einzigartigen Projekt des Jugendstrafvollzugs in freien Formen, durch seine aktive Mitarbeit maßgeblich zum Erfolg beigetragen. Er habe sich nicht nur als Mitglied im Projekt Chance e. V. engagiert, sondern mit „just community“ auch bereits erfolgreiche Vorarbeit geleistet, auf die sich bei Projekt Chance aufbauen ließ.

Darüber hinaus habe Walter ein beachtliches wissenschaftliches Engagement im Jugendstrafvollzugsrecht entwickelt und bei verschiedenen Forschungsprojekten mit den Universitäten Heidelberg und Tübingen zusammen gearbeitet. Folgerichtig habe Walter, verriet Goll, in einem für einen Doktoranten eher stattlichen Alter von 53 Jahren mit dem Thema „formelle Disziplinierung im Jugendstrafvollzug“ die Doktorwürde erhalten. Zudem sei Walter zu einem national und international geschätzten Experten auf dem Gebiet des Jugendstrafvollzugs geworden. „Sie haben sich bleibende Verdienste erworben. Nicht viele hinterlassen Spuren, von denen noch eine ganze weitere Generation im Jugendstrafvollzug profitieren kann. Auf Ihre berufliche Lebensleitung dürfen Sie stolz sein. Sie waren für uns ein Berater mit herausragender Sachkompetenz, wie wir ihn uns nicht besser wünschen konnten“, danke der Minister dem scheidenden Anstaltsleiter.

Zugleich freute sich der Minister über die Bereitschaft Goderbauers zum Wechsel nach Adelsheim. Auch Goderbauer verfüge über eine über 30-jährige Vollzugserfahrung und bringe aus seiner langjährigen Tätigkeit als Leiter der sozialtherapeutischen Anstalt Baden-Württemberg das mit, worauf es ankomme: den richtigen Blick für die vollzugstypischen Spannungsfelder Sicherheit und Resozialisierung, Einfühlungsvermögen und eine notwendige Durchsetzungsfähigkeit im Umgang mit Menschen. „Ich bin fest davon überzeugt, dass die JVA Adelsheim auch bei Ihnen in besten Händen ist. Ich wünsche Ihnen im Namen der baden-württembergischen Justiz viel Erfolg und eine glückliche Hand“, sagte Goll.

Die Anerkennung des Ministers galt außerdem allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Adelsheimer Anstalt. „Dank des engagierten Einsatzes der Vollzugsbediensteten leistet der baden-württembergische Justizvollzug seine Aufgaben mit einem in Ländervergleich schlanken Personalkörper hervorragend. Damit das so bleibt, wurde der Justizvollzug nicht nur von laufenden Stelleneinsparungen verschont, sondern es sind im Rahmen des Programms zur Stärkung der Sicherheit im Justizvollzug seit dem Jahr 2008 30 Stellen hinzugekommen, davon 15 im Jugendstrafvollzug“, betonte der Minister.

Lebenslauf Rainer Goderbauer
Goderbauer wurde am 27. November 1950 in München geboren. Der Vater dreier Kinder studierte Psychologie an der Universität Tübingen und trat am 1. Juli 1978 in der JVA Rottenburg in den Vollzugsdienst des Landes ein. Bereits zwei Jahre später wechselte er an die sozialtherapeutische Anstalt und wurde deren stellvertretender Leiter. Von 1988 bis 1989 war Goderbauer therapeutischer Leiter der Außenstelle Crailsheim, bis er im September 1989 zum Leiter der sozialtherapeutischen Anstalt Baden-Württemberg berufen wurde. Diesen dort praktizierten Sonderformen des Strafvollzugs, die sich mit besonderen therapeutischen Mitteln und sozialen Hilfen hochgradig rückfallgefährdeter Straftäter widmen, hat sich Goderbauer in den folgenden 20 Jahren verschrieben.

Lebenslauf Dr. Joachim Walter
Geboren am 4. September 1944 in Neuenbürg trat der verheiratete Vater zweier Kinder unmittelbar nach seinem Jurastudium an der Universität Heidelberg und dem Abschluss des Referendariats am 2. Juli 1973 als Regierungsassessor bei der Justizvollzugsanstalt Heilbronn in den baden-württembergischen Justizvollzugsdienst ein. In den folgenden Jahren lernte Walter verschiedene Anstalten im Land kennen. So war er in Karlsruhe, Stuttgart und Adelsheim tätig. Außerdem verbrachte er ein Jahr bei der Staatsanwaltschaft in Heilbronn. Im November erfolgte seine Ernennung zum Regierungsrat und Beamten auf Lebenszeit. Zum 1. August 1979 wurde er an die JVA Pforzheim versetzt und zum Anstaltsleiter bestellt. Dies war mit zwei schnell aufeinanderfolgenden Beförderungen, am 1. März 1979 zum Oberregierungsrat und am 1. November 1980 zum Regierungsdirektor verbunden. Nach knapp zehn Jahren verließ Walter die JVA Pforzheim und wechselte am 1. März 1989 als Leiter an die JVA Adelsheim. Zum 1. April 1990 wurde Walter schließlich zum Leitenden Regierungsdirektor ernannt. Nach Vollendung seines 65. Lebensjahrs trat er mit Ablauf des Monats September 2009 in den gesetzlichen Ruhestand.

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