Wechsel an der Spitze der JVA Rottenburg - Matthias Weckerle neuer Anstaltsleiter als Nachfolger von Wolfgang Williard

Datum: 06.12.2010

Kurzbeschreibung: Die Justizvollzugsanstalt Rottenburg hat einen neuen Leiter.

Baden-Württembergs Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP) führte Matthias Weckerle (39), den bisherigen Leiter der JVA Rottweil, am Montag (6. Dezember 2010) offiziell in sein neues Amt ein. Zugleich verabschiedete der Minister den bisherigen Anstaltsleiter Wolfgang Williard (63) in den Ruhestand.

Goll sprach Williard Dank und Anerkennung für sein über 32jähriges Wirken im baden-württembergischen Justizvollzug aus: „Mit Ihnen scheidet eine hocherfahrene und fachkundige Führungskraft des baden-württembergischen Justizvollzugs aus dem aktiven Dienst aus. Über Jahrzehnte hinweg haben Sie Justizvollzugsanstalten geleitet, zunächst in Rottweil und dann in Rottenburg. Sie haben in hervorragender Weise die zentralen Aufgaben des Strafvollzugs, die Wiedereingliederung der Gefangenen in die Gesellschaft und den Schutz der Allgemeinheit, bewältigt und dabei die Menschlichkeit nie vergessen“, so Goll. Die JVA Rottenburg sei dank Williards Einsatzes eine hervorragend geordnete Anstalt. „Jeder Nachfolger kann sich nur wünschen, dass er seine Anstalt so übergeben bekommt“, sagte der Minister.


Dem neuen Rottenburger Anstaltsleiter wünschte Goll im Namen der baden-württembergischen Justiz eine glückliche Hand für seine neue Aufgabe. Matthias Weckerle sei eine ausgezeichnete Besetzung für das Amt. Er sei hervorragend geeignet, die JVA Rottenburg zu leiten. Durch seine Tätigkeit in drei verschiedenen Justizvollzugsanstalten bringe Weckerle viel Vollzugserfahrung mit. „Sie zeichnet ein effizienter, aber gleichwohl gründlicher Arbeitsstil aus. Sie verfügen über Einfühlungsvermögen im Umgang mit Bediensteten und Gefangenen, ergänzt durch Entschlusskraft und Durchsetzungsvermögen. Ich bin sicher, dass Sie die bevorstehenden Aufgaben hervorragend meistern werden“, so der Minister.

Lebenslauf LRD Wolfgang Williard
Geboren am 17. August 1947 in Donaueschingen, trat Wolfgang Williard nach dem Studium der Rechtswissenschaften und seinem Referendariat im Jahr 1978 als Regierungsassessor bei der Justizvollzugsanstalt Stuttgart in die Justiz des Landes Baden-Württemberg. 1980 wurde er dort zum Regierungsrat ernannt und wurde 1981 Beamter auf Lebenszeit. Von September 1981 bis April 1982 war Williard an die Staatsanwaltschaft Rottweil abgeordnet. Im Mai 1982 wurde er Leiter der JVA Rottweil, einen Posten, den er mehr als 24 Jahre lang bis zum Jahresende 2006 innehatte. 1983 wurde Williard zum Oberregierungsrat ernannt, 1990 zum Regierungsdirektor. Im Januar 2007 übernahm er die Leitung der JVA Rottenburg und wurde im gleichen Jahr zum Leitenden Regierungsdirektor befördert. Am 19. Oktober 2009 erfolgte die Ernennung Williards zum Leitenden Regierungsdirektor mit Amtszulage. Kurz nach seinem 40-jährigen Dienstjubiläum tritt Williard nunmehr auf eigenen Antrag in den gesetzlichen Ruhestand.

Lebenslauf RD Matthias Weckerle
Am 11. Juli 1971 in Waiblingen geboren, studierte Matthias Weckerle an der Universität Tübingen. Nach seinem Referendariat beim Landgericht Ravensburg trat Weckerle im November 2000 zunächst in den Vollzugsdienst des Landes Sachsen ein, wo er bis Juli 2001 an der JVA Bautzen und anschließend an der JVA Zeithain tätig war, dort zuletzt als stellvertretender Anstaltsleiter. Im November 2003 wechselte Weckerle auf seinen Wunsch hin in den Vollzugsdienst des Landes Baden-Württemberg, wo er zunächst als Verwaltungsangestellter und ab Dezember 2004 als Regierungsassessor in der JVA Rottenburg eingesetzt wurde. Von September 2005 bis August 2006 war er an die Staatsanwaltschaft Stuttgart abgeordnet; im Dezember 2005 erfolgte seine Ernennung zum Regierungsrat als Beamter auf Lebenszeit. Im Februar 2007 übernahm Weckerle die Leitung der JVA Rottweil. 2007 wurde er zum Oberregierungsrat, 2010 zum Regierungsdirektor ernannt. Seit 1. November 2010 leitet Weckerle die JVA Rottenburg.

 

Weitere Infos zur JVA Rottenburg:

Die Justizvollzugsanstalt Rottenburg ist die drittgrößte Justizvollzugsanstalt in Baden-Württemberg. Dort werden bis zu lebenslängliche Freiheitsstrafen an männlichen erwachsenen Gefangenen vollzogen.
Die Anstalt steht auf geschichtsträchtigem Boden. Auf dem heutigen Anstaltsgelände lag einst das Kapitol der Römerstadt Sumelocenna. Einer Burg im 13. Jahrhundert folgte eine Schlossanlage. 1809 richtete der württembergische Staat ein Zwangsarbeiterhaus ein, das 1824 zum Landesgefängnis wurde.1841 wurde das heutige Verwaltungsgebäude nebst Zellen - und Gewerbebau fertig gestellt. Ab 1884 wurde die Anstalt fortlaufend ergänzt und erweitert, sodass in der Anstalt mit ihren heute rund 20 Gebäuden die verschiedenen Baustile des 19. und 20. Jahrhunderts vertreten sind.

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