Bundesverdienstkreuz für Professor Rido Busse - Goll: "Als Designer haben Sie den Alltag von Millionen Menschen seit Jahrzehnten geprägt"

Datum: 04.12.2010

Kurzbeschreibung: Aus der Hand von Baden-Württembergs Justizminister und stellvertretendem Ministerpräsidenten Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP) erhielt der 76-jährige Designer Prof. Rido Busse aus Elchingen am Samstag (04. Dezember 2010) im Ulmer Rathaus das Bundesverdienstkreuz.

„Sie haben das Industriedesign wie kein anderer in Deutschland vorangebracht. Der von Ihnen verfolgte ganzheitliche Designbegriff verbindet kreative Idee und erfolgreiche technische Umsetzung, sichere Funktion, Wirtschaftlichkeit der Fertigung, selbsterklärende Ergonomie und zielgruppengerechte Ästhetik. Damit haben Sie die Vorstellungen einer ganzen Generation von Gestaltern und Entwicklern geprägt“, sagte Goll.

„Es gibt wohl keinen Haushalt in Deutschland, der im Laufe der Jahre nicht mit einem von Ihnen gestalteten Produkt in Berührung gekommen ist“, sagte der Minister. Prof. Busse habe im Laufe der Jahre so unterschiedliche Produkte wie die über 80 Millionen Mal verkaufte Rührschüssel mit umgebogenem Rand, einen bekannten Sensorkopf für Zahnbürsten, Motorsägen, Kindersitze oder Waschanlagen designt. „Jeder Skifahrer wird vermutlich auch schon einmal einen Pistenbully gesehen haben, den Sie designt haben“, so Goll. „Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass Sie den Alltag von Millionen Menschen über Jahrzehnte hinweg mit geprägt haben - auch wenn den meisten das vielleicht gar nicht bewusst ist“, sagte der Minister.

Erfolgreiches Unternehmen
Nach seinem Studium habe Prof. Busse 1959 die Firma „busse design ulm“ als Ein-Mann-Unternehmen gegründet. Die Geschichte dieser Firma, die seit 2008 „Busse Design + Engineering“ heißt und über 40 Mitarbeiter hat, sei eine einzigartige Erfolgsgeschichte: „Arbeiten aus Ihrem Unternehmen sind mit über 400 bedeutenden Preisen ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem Bundespreis Design und dem Design Preis des Landes Baden-Württemberg. Das Land Baden-Württemberg hat Ihnen zudem die Wirtschaftsmedaille verliehen. Dies verdeutlicht Ihre überragenden Leistungen und die enorme Bedeutung Ihrer Firma“, so Goll.

Einsatz für den Schutz geistigen Eigentums - „Negativ-Auszeichnung Plagiarius“
„Sie haben immer auch das große Ganze im Blick. In bester deutscher Unternehmertradition lag Ihnen stets das Wohl der Allgemeinheit am Herzen. Deshalb haben Sie sich auch in herausragender Weise gesellschaftlich engagiert“, so Goll. Prof. Busse habe sich seit Ende der 70er Jahre dafür eingesetzt, das Bewusstsein für den Wert des geistigen Eigentums zu schärfen. „Damit haben Sie große Weitsicht bewiesen. Schon vor Jahrzehnten haben Sie sich eines Themas angenommen, dass im Bewusstsein vieler Menschen erst in Zeiten des Internets angekommen ist“, sagte Goll. Ein erster Schritt sei die Stiftung des Negativ-Preises „Plagiarius“ im Jahre 1977 gewesen. Dieser berühmte „Anti-Preis“ würde jährlich an Firmen vergeben, die in besonders unverfrorener Weise Produkt- oder Markenpiraterie betrieben und fremde Produkte kopiert hätten.

Busse Longlife Design Award
Auch in einem anderen Bereich sei Busse seiner Zeit weit voraus gewesen: „Sie haben schon vor über 30 Jahren die Bedeutung von Nachhaltigkeit im Produktdesign erkannt, als dieses Thema noch nicht in aller Munde war. Um langlebige, ressourcenschonende und langfristig am Markt erfolgreiche Produkte zu würdigen, haben Sie 1978 den ‚Busse Longlife Design Award“ aus der Taufe gehoben“, so Goll. Mit diesem Preis würden seitdem Produkte prämiert, die sich seit mindestens acht Jahren erfolgreich am Markt behaupten.

Ehrenamtliches und gesellschaftliches Engagement
Prof. Busse habe sich darüber hinaus seit Jahrzehnten in vielfältiger Weise ehrenamtlich engagiert, so Goll. Von 1980 bis 1984 sei er Präsidiumsmitglied des Verbandes Deutscher Industrie-Designer gewesen. Seit 1984 gehöre er dem Gestaltkreis des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) an, dessen Vorsitz er seit 1994 inne habe. Über Jahre hinweg sei Prof. Busse zudem Mitglied im Beirat des Design Centers Stuttgart, im Institut für Produktentwicklung und Innovationsmanagement Solingen und in der Jury des Internationalen Design Preises Baden-Württemberg sowie weiterer Designwettbewerbe. 1996 habe er den Staatspreis für Nachwuchsdesigner des bayerischen Wirtschafts- und Verkehrsministeriums initiiert und als fachlicher Berater begleitet. Ferner sei Prof. Busse Mitglied im Kuratorium der Stiftung Erforschung und Bekämpfung von Bauchspeicheldrüsenkrebs. Er sei zudem als Gutachter und Publizist tätig und habe - neben seiner Honorarprofessur an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee - Lehraufträge an allen maßgeblichen Design-Hochschulen Deutschlands. „Auch hier wird die außerordentliche Breite Ihrer Interessen deutlich, die ihr Lebenswerk auszeichnet“, würdigte Goll Prof. Busses Engagement.

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