Wechsel an der Spitze der JVA Schwäbisch Hall - Martin Hengstler folgt auf Hans-Hartwig Dickemann als Anstaltsleiter

Datum: 08.11.2010

Kurzbeschreibung: Die Justizvollzugsanstalt Schwäbisch Hall hat einen neuen Leiter.

Martin Hengstler (40) tritt die Nachfolge von Hans-Hartwig Dickemann (54) an, der nach Heilbronn wechselt und die Leitung der dortigen Justizvollzugsanstalt übernimmt. In Vertretung von Baden-Württembergs Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP) führte der Amtschef des Ministeriums, Ministerialdirektor Michael Steindorfner, Hengstler am Montag (8. November 2010) offiziell in sein neues Amt ein.

Steindorfner dankte Dickemann für seine Arbeit als Leiter der JVA Schwäbisch Hall. „Sie haben diese JVA mit sicherer Hand geleitet und durch Ihren unkomplizierten Umgang mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für eine sehr gute Arbeitsatmosphäre gesorgt. Sie hinterlassen ihrem Nachfolger eine glänzend funktionierende Vollzugsanstalt. Ihre große Erfahrung wird Ihnen helfen, auch in der JVA Heilbronn problemlos die anstehenden Aufgaben zu meistern“, sagte Steindorfner. Dem neuen Gefängnischef in Schwäbisch Hall wünschte der Amtschef im Namen der baden-württembergischen Justiz viel Erfolg für seine neue Aufgabe und „eine allseits glückliche Hand“ für das Wohl seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, für die Belange der Gefangenen und der öffentlichen Sicherheit. „Ich bin sicher, dass Sie die bevorstehenden Aufgaben hervorragend meistern werden. Der traditionsreiche Justizvollzug in Schwäbisch Hall ist bei Ihnen gut aufgehoben“, so Steindorfner.

Lebenslauf RD Hengstler
Geboren am 30. September 1970 in Weingarten, absolvierte Hengstler nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Konstanz sein Referendariat am Landgericht UIm. Danach trat er im Dezember 2000 in den höheren Verwaltungsdienst bei der Justizvollzugsanstalt Ravensburg ein. Dort war er zunächst als Vollzugsabteilungsleiter und ab Juli 2001 auch als stellvertretender Anstaltsleiter tätig. Ab November 2002 war Hengstler an das Justizministerium Baden-Württemberg abgeordnet, wo er in der Abteilung Justizvollzug im Sicherheitsreferat eingesetzt wurde. Im Jahr 2004 wurde Hengstler als Regierungsrat zum Beamten auf Lebenszeit ernannt; 2006 folgte die Beförderung zum Oberregierungsrat. Von August 2006 an war Hengstler an die Staatsanwaltschaft Stuttgart abgeordnet, wo er im Juni 2007 zum Staatsanwalt ernannt wurde. Im Juli 2010 folgte bereits seine vorläufige Beauftragung mit der Leitung der JVA Schwäbisch Hall, im September 2010 seine Ernennung zum Regierungsdirektor und die förmliche Bestellung als Anstaltsleiter.


Infos zur JVA Schwäbisch Hall:
Der Justizvollzug in Schwäbisch Hall hat eine lange Geschichte. Bereits im Jahre 1839 wurde mit der Einführung des Württembergischen Strafgesetzbuches ein provisorisches Kreisgefängnis in Schwäbisch Hall eingerichtet und der Errichtung eines neuen Kreisgefängnisses zugestimmt. Im Jahr 1847 wurde der neu erbaute Gefängniskomplex in der Altstadt von Schwäbisch Hall, direkt am Kocher gelegen, vollständig bezogen. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Anstalt durchgehend für den Strafvollzug genutzt. Von 1952 an war sie bis zur Eröffnung der Jugendstrafanstalt in Adelsheim 1974 die alleinige Jugendstrafanstalt für das Land Baden-Württemberg. Im Jahr 1996 endete in Schwäbisch Hall mit der Einführung der Zuständigkeit für den Vollzug an heranwachsenden und erwachsenen Gefangenen nach 44 Jahren das Dasein als Jugendstrafanstalt.
Der bisher letzte Meilenstein in der Vollzugsgeschichte von Schwäbisch Hall war der Neubau im Industriegebiet Stadtheide, der im Frühjahr 1998 als Ersatz für die in der Altstadt von Schwäbisch Hall am Kocher gelegene Altanstalt als multifunktionale Justizvollzugsanstalt in Betrieb genommen wurde. Das ummauerte Gelände der Anstalt des geschlossenen Vollzugs ist etwa 3,4 ha groß. Außerhalb der Umfassungsmauer wurde im Jahr 2000 eine Ballspielhalle errichtet. Im Frühjahr 2003 wurde innerhalb des Anstaltsgeländes ein weiteres Haftgebäude in Betrieb genommen.

Fußleiste