Elterntag des Integrationsbeauftragten der Landesregierung in Kooperation mit der Stadt Waiblingen

Datum: 25.10.2010

Kurzbeschreibung: Goll: "Ohne die Eltern geht es nicht - angesichts der demografischen Entwicklung und des Fachkräftemangels dürfen die Potentiale von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund nicht verloren gehen!"

„In der Familie werden bei den Kindern die Weichen für die Bereitschaft und Fähigkeit zum lebenslangen Lernen gestellt. Bildung beginnt somit lange vor dem ersten Kindergarten- oder Schultag“, betonte der Justizminister und Integrationsbeauftragte der Landesregierung, Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP), auf dem Elterntag (am 23. Oktober 2010) in Waiblingen.

Elterntag

„Die überwiegende Mehrzahl der Eltern mit Migrationshintergrund hegt großes Vertrauen in die deutschen Schulen und ist am Bildungserfolg ihrer Kinder sehr interessiert“, betonte der Integrationsbeauftragte. Berührungsängste und mangelnde Informationen auf beiden Seiten würden jedoch eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen und Eltern oft erschweren. „Mit dem jährlich stattfindenden Elterntag wollen wir dem entgegenwirken, indem wir über unser Bildungssystem informieren, Hemmschwellen abbauen und direkt mit den Eltern ins Gespräch kommen“, so Goll.

Musikalische Umrahmung

Oberbürgermeister Andreas Hesky führte aus: „Manche Eltern empfinden die Kindertagesstätte und die Schule als Eingriff in die „Familienhoheit“. Dieser Vorbehalt kann durch Aufklärung und aktive Einbeziehung der Eltern in den Alltag der Kindertagesstätten und Schulen beseitigt werden. Damit dies möglich ist, müssen die Eltern auch mit der deutschen Sprache vertraut sein und eigene Integrationserfolge erlebt haben. Grundvoraussetzung für jeden Spracherwerb ist das Beherrschen einer Sprache. Hier sind gerade die Kindertagesstätten gefordert, darauf zu achten, dass Kinder im Elternhaus überhaupt eine Sprache lernen – das darf auch die Muttersprache der Eltern sein. Zweisprachigkeit ist ein Gewinn! Sprachlosigkeit und mangelnder Wortschatz werden dagegen nicht nur Bildung und soziale Teilhabe verhindern, sondern gelingende Integration dauerhaft erschweren.“

Der Justizminister und Integrationsbeauftragte hob die zentrale Bedeutung der deutschen Sprache für eine erfolgreiche Integration hervor. Entscheidend sei, dass die Eltern ihre Kinder stets ermutigen, die deutsche Sprache zu lernen und auch selbst Deutschkenntnisse erwer-ben, um sich im Alltag zurechtzufinden und mit den Lehrkräften für das Wohl der Kinder kommunizieren zu können.

„Kinder, Schule und Eltern sind drei Akteure, deren Zusammenspiel und Abstimmung für eine gesunde und erfolgreiche Entwicklung der Kinder unabdingbar sind. Und genau dies ist eine Garantie für einen schulischen und somit beruflichen und gesellschaftlichen Erfolg“, so Goll.

„Es gilt, die vorhandenen Fähigkeiten und Kompetenzen zu fördern und entsprechend zu nutzen. Angesichts der demografischen Entwicklung und des Fachkräftemangels dürfen die Potentiale der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund nicht verloren gehen“, betonte der Minister abschließend.

Eltern mit Migrationshintergrund waren die Zielgruppe des Elterntages, den der Integrationsbeauftragte gemeinsam mit der Stadt Waiblingen organisierte. Über 100 Eltern, aber auch Vertreterinnen und Vertreter von Schulen, Kindertageseinrichtungen, Familienbildungsstätten und Vereinen sowie von Migrantenselbstorganisationen folgten der Einladung in die Salier- Grund- und Werkrealschule in Waiblingen.


Hintergrundinformationen:

Die Einbeziehung der Eltern mit Migrationshintergrund in Bildungsfragen ihrer Kinder ist eines der Tätigkeitsschwerpunkte des Integrationsbeauftragten der Landesregierung.

Beim Elterntag hatten die Eltern in verschiedenen Workshops die Gelegenheit, sich über die vorschulische Bildung und die verschiedenen Schularten in Baden-Württemberg zu informieren und konkrete Themen zur Zusammenarbeit von Eltern und Bildungseinrichtungen anzusprechen.

Eine verstärkte Kooperation zwischen Bildungseinrichtungen und Eltern mit Migrationshintergrund verfolgt auch das Projekt „Integration gemeinsam schaffen – für eine erfolgreiche Bildungspartnerschaft mit Eltern mit Migrationshintergrund“, das der Integrationsbeauftragte in Kooperation mit der Robert Bosch Stiftung und der Breuninger Stiftung im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg im Jahr 2008 gestartet hat. Zum Zwecke der Umsetzung wurde der Verein „Netzwerke für Bildungspartner e.V.“ gegründet. Weitere Informationen finden sich unter „www.bildungspartner-ev.de“.

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