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Gemeinsame PRESSEMITTEILUNG MINISTERIUM FÜR ARBEIT UND SOZIALORDNUNG, FAMILIEN UND SENIOREN und JUSTIZMINISTERIUM Sozialministerin Dr. Monika Stolz und Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll: "Wir müssen uns am Wohl des Kindes orientieren" - Sozial- und Justizministerium fördern seit fünf Jahren die Umsetzung des Projekts "Elternkonsens"

Datum: 20.09.2010

Kurzbeschreibung: "Jährlich werden in Baden-Württemberg über 20 000 Ehen geschieden. Dabei werden all zu oft Kinder von ihren Eltern instrumentalisiert und dazu eingesetzt, die eigenen Interessen zu wahren und durchzusetzen.

Dabei müssen wir uns bei einer Scheidung am Wohl des Kinders orientieren“, erklärten Sozialministerin Dr. Monika Stolz und Justizminister Professor Dr. Ulrich Goll am Montag (20.9.) in Stuttgart. Anlässlich des zweiten Landeskongresses zum Projekt Elternkonsens kündigten Stolz und Goll an, das Projekt Elternkonsens durch das neue Projekt „Kindeswohl bei Trennung und Scheidung“ weiterzuentwickeln.

Vor fünf Jahren hätten das Justizministerium und das Sozialministerium mit einer bundesweit einmaligen Fortbildungsreihe begonnen, das Projekt Elternkonsens in Anlehnung an die Cochemer Praxis in Baden-Württemberg landesweit zu verbreiten und seine Implementierung zu unterstützen. Stolz und Goll betonten: „Heute haben wir schon viel erreicht. Wir haben in Fortbildungen landesweit viele hundert Professionelle erreicht und geschult.“ Die interprofessionelle Arbeitsweise des Projektes Elternkonsens stelle das Kindeswohl in den Mittelpunkt und befähige Eltern dazu, auch in dieser schwierigen Situation selbst die Verantwortung für ihre Kinder zu übernehmen und sich auf alltagstaugliche Umgangsregelungen zu verständigen. „Heute wissen wir, wie wichtig der regelmäßige Kontakt zu beiden Elternteile für Kinder und Jugendliche für ein gesundes Aufwachsen ist“, erklärten Stolz und Goll weiter: „Eltern bleiben Eltern, auch wenn sie kein Paar mehr sind.“

Auch wenn die Erfolge bereits messbar seien, sei noch viel zu tun. So zeige sich beispielsweise, dass bei Fällen von häuslicher Gewalt, sexuellem Missbrauch und bei besonderen Familienstrukturen das Projekt Elternkonsens Grenzen habe. Hier müsse im Einzelfall geprüft werden, ob und wie gegebenenfalls der Umgang realisiert werden kann, ohne das Kind erneut zu traumatisieren. Das sei eine der Fragestellungen, mit der sich über 200 Praktiker aus verschiedenen Berufsgruppen beim zweiten Landeskongress auseinandersetzen. „Wir freuen uns über die große Resonanz“, so Stolz und Goll. „Besonders, dass alle am Projekt Elternkonsens beteiligten Professionen, die Richter und Rechtsanwälte ebenso wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendämter und der Beratungsstellen, gleichermaßen stark vertreten sind. Denn für das Gelingen des Projektes Elternkonsens ist die Mitarbeit aller Professionen eine unabdingbare Voraussetzung.“ Mit einer neuen Konzeption sollen nun auch die Eltern stärker in den Blick genommen werden. „Wir haben Eltern als eigenständige Zielgruppe bei Fort- und Weiterbildungsangeboten zur Fragen des Kindeswohls in Trennungs- und Scheidungssituationen bisher nicht ausreichend berücksichtigt“, erklärten die beiden Minister. „Hier sehen wir noch Handlungsbedarf.“

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