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Amtswechsel an der Spitze des Landgerichts Rottweil - Hans-Peter Rumler folgt auf Dr. Bernhard Keihl - Goll: "Die Bürgerinnen und Bürger kommen in Baden-Württemberg sehr schnell zu ihrem Recht"

Datum: 06.07.2010

Kurzbeschreibung: Hans-Peter Rumler (52) ist neuer Präsident des Landgerichts Rottweil.

Der bisherige Leitende Ministerialrat im Justizministerium folgt Dr. Bernhard Keihl nach, der von Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP) nach vier Jahren an der Spitze des Landgerichts Rottweil in den gesetzlichen Ruhestand verabschiedet wurde.

Minister Goll gratuliert dem neuen Präsidenten des Landgerichts

Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll gratuliert dem neuen Präsidenten des Landgerichts Rottweil Hans-Peter Rumler

Goll dankte dem scheidenden Landgerichtspräsidenten am Dienstag (6. Juli 2010) bei der offiziellen Amtsübergabe in Rottweil für seine herausragenden Leistungen als Präsident des Landgerichts Rottweil und in seinen früheren Funktionen in der baden-württembergischen Justiz. Keihl könne mit Stolz auf seine Laufbahn zurückblicken. „Ihre hohe fachliche Kompetenz und Ihre Souveränität genießen zu Recht hohes Ansehen“, lobte Goll. „Sie haben stets hervorragende juristische Kenntnisse mit Entschlusskraft und Entscheidungsfreudigkeit verbunden“, sagte der Minister. Keihl habe sein Amt als Landgerichtspräsident offen, engagiert und menschlich geradlinig geführt. Er habe seine Mitarbeiter motiviert und für ein gutes Betriebsklima gesorgt. „Das Landgericht Rottweil steht nach Ihrer Amtszeit hervorragend da“, so Goll. Keihl hinterlasse seinem Nachfolger ein glänzend aufgeräumtes Gericht.

Minister Goll

Der neue Landgerichtspräsident mit dem Minister und dem Präsidenten des Staatsgerichtshofs im Kreis seiner Vorgänger (v.l.n.r. PräsLG a.D. Dr. Sengle, PräsLG a.D. Rudhardt, Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll, PräsLG a.D. Beyerle, PräsLG a.D. Dr. Keihl, PräsLG Rumler, Präsident des Staatsgerichtshofs und Präsident des OLG Stuttgart Stilz)

Beim Amtsnachfolger Hans-Peter Rumler liege das Landgericht erneut in guten Händen, sagte der Minister. Rumler sei eine vorzügliche Besetzung für diese Position. „Ich bin überzeugt, dass Sie den Landgerichtsbezirk erfolgreich in die Zukunft führen. Ich bin sicher, dass Sie Ihre Fähigkeiten als Führungspersönlichkeit auch in Ihrer neuen Position zum Nutzen der Justiz und des Landgerichts Rottweil einsetzen werden“, so Goll. Rumler habe in seiner bisherigen Tätigkeit, insbesondere als Leiter des Personalreferats des Justizministeriums für den OLG-Bezirk Stuttgart, große Erfahrungen im Bereich der Personalentwicklung erworben. „Viele der Konzepte des Ministeriums in diesem Bereich haben Sie entwickelt“, sagte der Justizminister. So habe Rumler in seiner Zeit im Ministerium das moderne Schulungssystem für Führungskräfte genauso erarbeitet wie das Assessorenkonzept. Rumler sei zudem maßgeblicher Verfasser des bundesweit bekannten Buchs „Moderne Justiz“, in dem es um die Beschleunigung und Vereinfachung von Arbeitsabläufen in der Justiz gehe. Dies sei nach wie vor ein hochaktuelles Thema.

Zügige Verfahrenserledigung
„Baden-Württembergs Justiz nimmt bei der schnellen und effektive Erledigung von Gerichtsverfahren bundesweit eine Spitzenposition ein“, freute sich der Minister. Ein Zivilverfahren erster Instanz vor einem baden-württembergischen Landgericht habe im Jahr 2008 - dem aktuellsten Jahr, aus dem Zahlen für alle Bundesländer vorlägen - im Schnitt nur 6,0 Monate, ein Zivilverfahren vor einem der Amtsgerichte sogar nur durchschnittlich 3,7 Monate gedauert. Strafverfahren in erster Instanz vor den Landgerichten seien im Mittel nach 5,5 Monaten abgeschlossen gewesen. „Mit diesen Werten belegen wir deutschlandweit den ersten Platz. Die Bürgerinnen und Bürger kommen in Baden-Württemberg sehr schnell zu ihrem Recht“, erläuterte Goll. Im Bundesschnitt hätten im Jahr 2008 erstinstanzliche Verfahren vor Landgerichten in Zivilsachen im Schnitt 8,3 Monate, vor Amtsgerichten 4,5 Monate und in Strafsachen 6,3 Monate gedauert. „Die kurze Verfahrensdauer ist ein echter Standortvorteil unseres Landes“, erklärte Goll.

Minister Goll

Lebenslauf PräsLG a. D. Dr. Bernhard Keihl
Geboren am 01. März 1945 in Habelschwerdt in Schlesien und aufgewachsen in Hechingen, trat Keihl nach dem Jurastudium in Tübingen und München am 1. Februar 1972 als Assessor in den Justizdienst des Landes Baden-Württemberg ein. Er verbrachte seine Assessorenjahre beim Amtsgericht Nagold und dem Landgericht Tübingen sowie ab 1975 im Justizministerium Baden-Württemberg. Dort führte er u.a. die Dienstaufsicht über mehrere Justizvollzugsanstalten. Im Februar 1976 erfolgte die Lebenszeiternennung Keihls als Richter am Landgericht Tübingen. Nach einer Erprobungsabordnung an das Oberlandesgericht Stuttgart im Jahr 1983 wurde Keihl 1985 Vorsitzender Richter am Landgericht Tübingen. Nach der Wiedervereinigung wurde Keihl im Jahr 1991 an das Bezirksgericht (später Oberlandesgericht) Dresden abgeordnet, von wo er 1993 wieder an das Landgericht Tübingen zurückkehrte. Im Juni 2000 folgte die Ernennung zum Vorsitzenden Richter am Oberlandesgericht Stuttgart. Dort übernahm er den Vorsitz des 9. Zivilsenats, der für Banken- und Börsenrecht zuständig war. Am 1. März 2006 wurde Keihl schließlich zum Präsidenten des Landgerichts Rottweil berufen. An dessen Spitze stand er bis zu seinem gesetzlichen Ruhestand am 1. März 2010.

Lebenslauf PräsLG Hans-Peter Rumler
Geboren am 25. Februar 1958 in Stuttgart-Bad Cannstatt, trat Rumler nach dem Jurastudium in Tübingen und dem Referendariat in Stuttgart am 3. Februar 1986 beim Amtsgericht Riedlingen in den höheren Justizdienst des Landes ein. Es folgten weitere Stationen bei der Staatsanwaltschaft Ravensburg, dem Landgericht Rottweil und dem Amtsgericht Oberndorf. Bei letzterem erhielt Rumler im März 1989 seine Stelle als Richter auf Lebenszeit. Die Jahre 1991 bis 1997 verbrachte Rumler im Justizministerium des Landes, zunächst im Rahmen einer Abordnung und ab November 1993 als Regierungsdirektor. Hier war er zunächst als Referent und dann als Referatsleiter zuständig für den Bereich Organisation und EDV. 1997 folgte die Ernennung zum Richter am Landgericht Tübingen und gleichzeitig die Abordnung zur Erprobung an das Oberlandesgericht Stuttgart; im Januar 1998 wurde er dort Richter am Oberlandesgericht. Von Februar 2002 bis Juni 2004 war Rumler Direktor des Amtsgerichts Nürtingen. Im Juni 2004 kehrte er als Leitender Ministerialrat in das Justizministerium zurück und war als Leiter des Personalreferats für den OLG-Bezirk Stuttgart für die Einstellung der Richter und Staatsanwälte der ordentlichen Gerichtsbarkeit im württembergischen Landesteil zuständig, bevor er zum 1. Juni 2010 neuer Präsident des Landgerichts Rottweil wurde.

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