• Sie sind hier:
  • Startseite
  • Service
  • Presse
  • Pressemitteilungen 2010
  • Positive Bewertung des Nachsorgeprojekts Chance in der Evaluation - Mehr als 300 Menschen für das Leben nach der Haft geholfen - Goll: "Wir wollen die Allgemeinheit noch besser vor rückfallgefährdeten Straftätern schützen"

Positive Bewertung des Nachsorgeprojekts Chance in der Evaluation - Mehr als 300 Menschen für das Leben nach der Haft geholfen - Goll: "Wir wollen die Allgemeinheit noch besser vor rückfallgefährdeten Straftätern schützen"

Datum: 02.07.2010

Kurzbeschreibung: Die Evaluatoren des im Jahr 2006 von Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP) initiierten Nachsorgeprojektes Chance haben ihren Abschlussbericht vorgelegt.

Die Kriminologischen Institute der Universitäten Heidelberg und Tübingen kommen zu einer positiven Bewertung. Goll, zugleich Vorsitzender des Vereins „Projekt Chance e.V.“, erklärte heute (2. Juli) in Stuttgart dazu: „Der Bericht belegt, dass wir in Baden-Württemberg mit dem Nachsorgeprojekt Chance richtig liegen.“

Im bundesweit einmaligen Nachsorgeprojekt Chance wurden von Januar 2006 bis Juli 2009 insgesamt 321 Teilnehmer betreut. Davon waren 93 Prozent Männer und 7 Prozent Frauen. Der Anteil an Ausländern lag bei 20 Prozent. „Die Zahl der Klienten entspricht unserem selbst gesetzten Ziel von 100 zu unterstützenden Personen pro Jahr“, sagte Goll. Durch das Projekt werden Strafgefangene im Alter bis zu 40 Jahren beraten und unterstützt, die sonst unvorbereitet aus dem Strafvollzug entlassen werden würden. Den Klienten wird auf freiwilliger Grundlage psychosoziale Betreuung angeboten, insbesondere in den Bereichen Wohnung, Arbeit und Schuldner- sowie Suchtberatung. Eine finanzielle Unterstützung aus den Mitteln des Projekts erfolgt dabei nicht.

Ziel: Die Allgemeinheit vor rückfälligen Straftätern schützen
Goll erklärt zum Projektziel: „Wir wollen die Allgemeinheit noch besser vor rückfallgefährdeten Straftätern schützen. Das Nachsorgeprojekt hat dabei vor allem eine präventive Wirkung. Wir geben den zur Entlassung anstehenden Tätern die Chance zu einem Leben in sozialer Verantwortung ohne Straftaten. Für nicht wenige, die aus dem Gefängnis kommen, sind schon die vermeintlich einfachen Dinge des Lebens wie Wohnungssuche oder Behördengänge eine Herausforderung. Es fällt ihnen manchmal schwer, plötzlich mit der ungewohnten Eigenverantwortung umzugehen. Hier können wir schon dadurch vieles zum Positiven wenden, dass wir die Haftentlassenen auf ihrem neuen Weg in die Freiheit ein Stück weit an die Hand nehmen, bis sie im Alltag etwas Fuß gefasst haben,“ so der Minister.

Große Mehrheit der Klienten würde Teilnahme weiterempfehlen
Die Resonanz der im Projekt betreuten ehemaligen Strafgefangenen zeige, dass das Projekt ein Erfolg sei, so Goll. 97 Prozent der befragten Teilnehmer seien der Meinung gewesen, dass sich die Teilnahme „jedenfalls etwas“ gelohnt habe. 88 Prozent der Klienten hätten das Projekt mit den Noten „gut“ oder „sehr gut“ bewertet, 95 Prozent würden Freunden empfehlen, an dem Nachsorgeprojekt teilzunehmen. „Diese Werte zeigen, dass wir mit dem Projekt ein Angebot machen, das die Zielgruppe erreicht und ihr hilft. Das wiederum kommt der Allgemeinheit zu Gute“, so Goll.

Sozialarbeiter und Fallmanager ebenfalls zufrieden mit dem Projekt
Auch die Mehrheit der Sozialarbeiter im Vollzug hielten Konzeption und Organisation des Projekts für gelungen, so Goll weiter. 58 Prozent bewerteten das Projekt mit der Note „sehr gut“ oder „gut“, 30 Prozent mit „befriedigend“. Noch besser seien die Werte bei den Fallmanagern. Von diesen hätten 74 Prozent das Projekt in der Gesamtbeurteilung mit „sehr gut“ oder „gut“ bewertet. In beiden Gruppen habe sich eine große Mehrheit für die Fortführung des Projekts ausgesprochen. „Es freut mich sehr, dass das Projekt auch bei den daran beteiligten Helfer einen derart großen Zuspruch erhält,“ so Goll.

Kosten geringer als erwartet
Erfreut zeigte sich der Minister auch darüber, dass die Wirtschaftlichkeit des Projekts sich noch besser darstelle als anfangs erwartet. So liege der Zeitaufwand mit 22 Stunden pro Fall viel niedriger als ursprünglich angenommen. Die Personalkosten beliefen sich deshalb auf durchschnittlich nur etwa 1.000 Euro pro Fall, statt - wie ursprünglich im Jahre 2006 geschätzt - auf bis zu 3.700 Euro. „Es ist erfreulich, wenn ein derart wichtiges Projekt auch noch kostengünstig für die Bürgerinnen und Bürger durchgeführt werden kann“, sagte Goll dazu.

Projekt wird weitergeführt
„Mit der Evaluation ist die Arbeit des Nachsorgeprojekts Chance natürlich keineswegs beendet. Im Gegenteil ist die Betreuung von Haftentlassenen eine Aufgabe, die sich weiterhin stellt und ständige Anstrengungen erfordert. Das Projekt wird deshalb auch in Zukunft in der bewährten Form weitergeführt werden. Es ist geplant, auch ein Projekt für die Betreuung von Familien, bei denen sich ein El-ternteil in Haft befindet, ins Leben zu rufen“, erklärte der Minister abschließend.


Weitere Informationen zum Nachsorgeprojekt Chance:
http://www.projekt-chance.de

Fußleiste