Amtswechsel an der Spitze des Landgerichts Freiburg - Andreas Neff folgt auf Jochen Teigeler

Datum: 31.01.2011

Kurzbeschreibung: Andreas Neff (53) ist neuer Präsident des Landgerichts Freiburg.

Der bisherige Präsident des Amtsgerichts Mannheim folgt Jochen Teigeler nach, der von Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP) nach fünf Jahren an der Spitze des Landgerichts Freiburg in den gesetzlichen Ruhestand verabschiedet wurde.

Goll dankte dem scheidenden Landgerichtspräsidenten am Montag (31. Januar 2011) bei der offiziellen Amtsübergabe im Kaisersaal des Historischen Kaufhauses in Freiburg für seine herausragenden Leistungen als Präsident des Landgerichts und in seinen früheren Funktionen in der baden-württembergischen Justiz. Teigeler könne mit Stolz auf seine über 40jährige beeindruckende berufliche Laufbahn zurückblicken. „Ihre juristischen Fähigkeiten genießen zu Recht hohes Ansehen“, lobte Goll. „Ihre hervorragenden juristischen Kenntnisse haben sie stets mit Einsatzfreudigkeit und Entschlusskraft verbunden. Sie haben sich allen Aufgaben und Herausforderungen in Ihrer Laufbahn immer gestellt, dabei aber Ihre Gelassenheit nie verloren“, sagte der Minister. Teigeler habe sein Amt als Landgerichtspräsident engagiert und klug ausgefüllt. „Sie haben das große Jus-tizschiff geschickt gesteuert und auch in stürmischer See immer den Überblick behalten“, so Goll. Sowohl die rechtssuchenden Bürger als auch die Angehörigen der Justiz hätten sich völlig zu Recht am Landgericht Freiburg gut aufgehoben gefühlt. Aber auch in seinen vorherigen Ämtern habe Teigeler Großes geleistet. „Als Amtsgerichtspräsident in Freiburg haben Sie gemeinsam mit den Mitarbeitern moderne Strukturen in der Gerichtsorganisation geschaffen und den Grundstein für die Einführung des elektronischen Handelsregisters dort gelegt“, so Goll. Auch als Vizepräsident des Landgerichts Freiburg, als Richter am Oberlandesgericht, als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bundesgerichtshof oder in anderen Verwendungen habe Teigeler stets Hervorragendes geleistet. „Die Justiz des Landes Baden-Württemberg verliert durch Ihren Eintritt in den Ruhestand einen hervorragenden Mitarbeiter, und das Landgericht Freiburg einen hervorragenden Präsidenten“, sagte der Minister.

Bei Teigelers Nachfolger Andreas Neff liege das Landgericht erneut in sehr guten Händen, sagte der Minister. Neff sei eine vorzügliche Besetzung für diese Position. „Ich bin überzeugt, dass Sie den Landgerichtsbezirk erfolgreich in die Zukunft führen werden. Ich bin sicher, dass Sie Ihre Erfahrung und Ihre Fähigkeiten als Führungspersönlichkeit auch in Ihrer neuen Position zum Nutzen der Justiz und des Landgerichts Freiburg einsetzen werden“, so Goll. Neff verfüge über eine ausgesprochen beeindruckende Laufbahn in der Justiz, der er nunmehr seit 25 Jahren angehöre. In seiner bisherigen Tätigkeit habe er als Richter zu den Besten des Landes gehört, aber auch große Erfahrung bei der Organisation, der Verwaltung und der Personalführung erworben. „Als Leiter des EDV-Referats haben Sie vor gut 13 Jahren mit dafür gesorgt, dass die baden-württembergische Justiz mit den modernen Computersystemen ausgestattet wurde, um die wir bis heute von vielen beneidet werden. Sie haben das Projekt zum Outsourcing der EDV geleitet, das landes- und bundesweit viele Nachahmer gefunden hat“, sagte Goll. Als Amtsgerichtspräsident in Mannheim habe Neff wiederum seine exzellenten Fähigkeiten als Richter mit seinen Organisations- und Personalführungstalenten zum Nutzen des Amtsgerichts verbunden. „Ihr Werdegang macht Sie zu einer idealen Besetzung für den Präsidentenposten am Landgericht Freiburg. Denn das Landgericht Freiburg braucht beides: eine erfahrene Richterpersönlichkeit und einen Spitzen-Chef. Beides bekommt es mit Ihnen. Ich wünsche Ihnen für Ihre Tätigkeit in Freiburg allen erdenklichen Erfolg,“ sagte der Minister.

Lebenslauf PräsLG a. D. Jochen Teigeler
Geboren am 28. Mai 1945 in Bad Salzuflen, trat der verheiratete Vater eines Kindes nach dem Jurastudium und Referendariat in Freiburg am 1. September 1973 als Assessor in den Justizdienst des Landes Baden-Württemberg ein. Er verbrachte seine Assessorenjahre beim Amtsgericht Lörrach und der Staatsanwaltschaft Freiburg, wo er im Jahre 1975 auch seine Planstelle auf Lebenszeit erhielt. Von 1978 bis 1979 war Teigeler zur Erprobung an die Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe abgeordnet und wurde anschließend im Jahr 1979 Richter am Amtsgericht und anschließend am Landgericht in Freiburg. Von Februar 1984 bis Januar 1987 war Teigeler wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Noch während dieser Tätigkeit wurde er im Juli 1986 zum Richter am Oberlandesgericht Karlsruhe ernannt, wo er bis zu seiner Ernennung zum Vizepräsidenten des Landgerichts Freiburg im Juli 1994 tätig war. Im März 2000 wurde Teigeler Präsident des Amtsgerichts Freiburg, von Mai 2005 bis Mai 2009 war er zudem Vorsitzender des Präsidialrats der ordentlichen Gerichtsbarkeit. Am 1. November 2005 wurde Teigeler zum Präsidenten des Landgerichts Freiburg berufen. An dessen Spitze stand er bis zu seinem Eintritt in den gesetzlichen Ruhestand Ende Mai 2010.

Lebenslauf PräsLG Andreas Neff
Geboren am 1. Mai 1957 in Freiburg, trat der verheiratete Vater zweier Kinder am 3. Februar 1986 bei der Staatsanwaltschaft Konstanz in den höheren Justizdienst des Landes ein. Es folgten weitere Assessorstationen bei den Amtsgerichten Überlingen und Konstanz sowie dem Landgericht Konstanz. Dort wurde Neff im Februar 1989 zum Richter auf Lebenszeit ernannt. Ab Februar 1989 wurde Neff an das Justizministerium Baden-Württemberg abgeordnet und war dort bis Ende April 1992 als Referent in der Strafrechtsabteilung tätig. Im Mai 1992 wechselte Neff als Richter an das Landgericht Karlsruhe und war zwischen November 1993 bis März 1995 zur Erprobung ans Oberlandesgericht Karlsruhe abgeordnet. Dort wurde er nach Ende seiner Abordnung zum Richter am Oberlandesgericht ernannt. Im Oktober 1998 übernahm Neff im Justizministerium die Leitung des EDV-Referats, wo er im September 2002 zum Ministerialrat befördert wurde. Am 10. Mai 2004 wurde er zum Präsidenten des Amtsgerichts Mannheim ernannt, bevor er zum 18. Oktober 2010 neuer Präsident des Landgerichts Freiburg wurde.

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