Projektförderung für bessere Bildungschancen von Kindern mit Migrationshintergrund

Datum: 21.02.2011

Kurzbeschreibung: Netzwerke für Bildungspartner e. V. unterstützt Initiativen zur Bildung und nachhaltigen Verankerung von Bildungspartnerschaften im Land - Fördermittel in Höhe von insgesamt 72.910,- Euro bewilligt


Im August 2010 hatte Netzwerke für Bildungspartner e.V. die Ausschreibung für die erste Auswahlrunde seines Förderprogramms gestartet. Das Förderprogramm richtet sich an Vorhaben, die darauf zielen, die Zusammenarbeit zwischen Migranteneltern und Kindergärten, Schulen, Vereinen sowie anderen privaten oder öffentlichen Einrichtungen durch Bildung lokaler Netzwerke zu verstärken (Bildungspartnerschaften).

Zahlreiche Institutionen, darunter Grund-, Haupt- und Realschulen, Kommunen, Migrantenselbstorganisationen, kirchliche Einrichtungen, Vereine und Volkshochschulen stellten einen Förderantrag. „Wir freuen uns über das Interesse zahlreicher Träger an unserem Förderprogramm. Dies verdeutlicht die große Bereitschaft vieler gesellschaftlicher Akteure, Projekte zu initiieren, um Kindern mit Migrationshintergrund unabhängig von ihrer Herkunft einen erfolgreichen Bildungsweg zu ermöglichen“, so der Vorsitzende des Vereins, Justizminister und Integrationsbeauftragter der Landesregierung Prof. Dr. Ulrich Goll.

16 Initiativen können sich nun über eine Projektförderung freuen. „Die Antragsteller waren kreativ und haben uns verschiedenste Ideen der Elternarbeit vorgestellt. Beispielhaft ist das Projekt ‚Erziehungsmentorinnen‘ zu nennen, das die Stadtverwaltung Böblingen mit weiteren Kooperationspartnern durchführt. Das Projekt soll den Eltern der kleinen Schulanfänger vermitteln, wie Schule in Deutschland funktioniert. Bereits bei der Schulanmeldung ist ein ‚Elterntreffteam‘ vor Ort, um die Eltern zu unterstützen und sie zu einem ersten Elternfrühstück mit Erfahrungs- und Informationsaustausch einzuladen. Ziel solcher Veranstaltungen ist auch, insbesondere Väter in ihrer Erzieherrolle zu stärken. Eine Pädagogin und eine Erziehungsmentorin mit eigenem Migrationshintergrund bilden das ‚Elterntreffteam‘. Die Schulung der Elternmentorinnen ist ebenfalls Bestandteil des nun von Netzwerke für Bildungspartner geförderten Projektes“, erklärt die Geschäftsführung von Netzwerke für Bildungspartner e.V., Dr. Wolfgang Kunze und Julia Wahnschaffe.

„Niemand soll sich durch den Stempel ‚bildungsfern‘ diskriminiert fühlen“: Diese Motivation steht hinter dem Förderantrag des Vereins zur Förderung der Schulentwicklung an der Grundschule Kuppelnau, das eine direkte Lernberatung im Elternhaus anbietet. „Die Lernberaterin des Vereins stellt sich beim Elternabend in der Schule vor. Bei Interesse an der angebotenen Lernberatung besucht die Beraterin die Familien zu Hause. Gemeinsam mit den Familienmitgliedern geht sie die Lernprobleme an und sucht mit ihnen nach individuellen Lösungen. Dies ist ein sinnvolles und zielorientiertes Betreuungsangebot, das wir gerne finanziell unterstützen“, betont die Geschäftsführung von Netzwerke für Bildungspartner e.V. Zudem gelinge es diesem Projekt, die Schulleitung, Lehrkräfte und Beraterinnen in die Arbeit an der Bildungspartnerschaft einzubeziehen und mit weiteren Einrichtungen ein beachtliches Netzwerk zu schaffen, in dem Maßnahmen ganzheitlich koordiniert und umgesetzt werden könnten.


Fördermittel

Die Fördermittel in Höhe von insgesamt 750.000 Euro werden in vier Auswahlrunden bis Ende 2011 vergeben. Die maximale Fördersumme je Maßnahme beträgt 5.000 Euro. Bei der Förderung handelt es sich um einen Zuschuss. Eine Vollfinanzierung von Maßnahmen aus Vereinsmitteln ist nicht vorgesehen. Die Antragsteller müssen daher weitere Finanzmittel in die Vorhaben einbringen - Eigenmittel oder Ko-Finanzierungen anderer Partner. Die nächste Auswahlrunde wird im Frühjahr 2011 stattfinden. Anträge, die in dieser 2. Auswahlrunde berücksichtigt werden können, müssen bis 31. März 2011 bei Netzwerke für Bildungspartner e.V. eingegangen sein.


Förderanträge, die Konzeption und weitere Informationen können auf der Internetseite des Vereins www.bildungspartner-ev.de abgerufen werden.


Hintergrund

Netzwerke für Bildungspartner e.V. ist aus der Initiative „Integration gemeinsam schaffen - für eine erfolgreiche Bildungspartnerschaft mit Eltern mit Migrationshintergrund“ hervorgegangen, die der Integrationsbeauftragte der Landesregierung, Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll, die Robert Bosch Stiftung und die Breuninger Stiftung im Jahr 2008 im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Baden-Württemberg ins Leben gerufen haben.

Gemeinsam mit zahlreichen Akteuren aus Politik und Praxis entwickelte die Initiative am Runden Tisch eine Konzeption, wie erfolgreiche Bildungspart-nerschaften landesweit verwirklicht werden können. Land und Stiftungen bündeln ihre Ressourcen und stellen Mittel zur Umsetzung der Konzeption bereit. Netzwerke für Bildungspartner e.V. verwaltet diese Mittel und betei¬ligt sich an der Umsetzung der Konzeption.


Kontakt:
Julia Wahnschaffe
Telefon: 0711/722351-23
E-Mail: kontakt@bildungspartner-ev.de


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