Amtswechsel an der Spitze des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg in Mannheim - Volker Ellenberger folgt auf Dr. Karl-Heinz Weingärtner

Datum: 23.02.2011

Kurzbeschreibung: Volker Ellenberger (55) ist neuer Präsident des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg.

Der bisherige Leiter der Abteilung I des Justizministeriums folgt Dr. Karl-Heinz Weingärtner nach, der von Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP) nach mehr als neun Jahren an der Spitze des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg in den gesetzlichen Ruhestand verabschiedet wurde.

Goll dankte dem scheidenden Präsidenten des Verwaltungsgerichtshofs am Mittwoch (23. Februar 2011) bei der offiziellen Amtsübergabe im Rittersaal des Mannheimer Schlosses für seine herausragenden Leistungen als Präsident des Verwaltungsgerichtshofs und seine Verdienste in der baden-württembergischen Justiz. Weingärtner könne mit Stolz auf seine berufliche Laufbahn zurückblicken, die höchsten Respekt verdiene. „Sie waren die ideale Besetzung als Präsident des Verwaltungsgerichtshofs. Auch in schwierigen Zeiten haben Sie die Verwaltungsgerichtsbarkeit in einer Weise repräsentiert, wie es ihrer besonderen Bedeutung in unserem Staat als Hüterin der Gewaltenteilung entspricht“, lobte Goll. Weingärtner habe die Verwaltungsgerichtsbarkeit mit sicherer Hand geführt, so Goll. Weingärtner habe sich nie damit zufriedengegeben, nur die bestehenden Strukturen zu verwalten. „Sie hatten nie Angst vor Veränderungen, sondern haben immer darauf Wert gelegt, eingefahrene Wege zu verlassen und neue zu erkunden“, sagte Goll. So habe Weingärtner im Jahre 2008 erstmals eine Befragung der Bürger, Anwälte und Behörden durchgeführt, um herauszufinden, ob die Verfahrensbeteiligten mit der Arbeit des Verwaltungsgerichtshofs zufrieden sind. Er habe eine grundlegende Verbesserung des Beurteilungswesens in der Justiz angestoßen und gemeinsam mit dem Justizministerium ein neues Assessorenkonzept für die Verwaltungsgerichtsbarkeit umgesetzt. „Sie haben sich stets mit Liebenswürdigkeit und Verbindlichkeit, aber in der Sache beharrlich für die Belange der Verwaltungsgerichtsbarkeit eingesetzt“, sagte der Minister. Weingärtner könne in dem Bewusstsein in den Ruhestand eintreten, das er den Verwaltungsgerichtshof und die Verwaltungsgerichtsbarkeit im Land wohlgeordnet und auf die Zukunft gut vorbereitet hinterlasse.

Bei Weingärtners Nachfolger Volker Ellenberger liege der Verwaltungsgerichtshof wiederum in besten Händen, sagte der Minister. Ellenberger sei eine hervorragende Besetzung für die Position und der ideale Nachfolger an der Spitze des Verwaltungsgerichtshofs. „Ich bin überzeugt, dass Sie den Verwaltungsgerichtshof erfolgreich in die Zukunft führen werden. Aufgrund Ihrer enormen Einsatzbereitschaft und Einsatzfreude können Sie schon heute auf eine vielfältige Laufbahn in der Justiz zurückblicken und haben einen Erfahrungsschatz gesammelt wie nur wenige Angehörige der Justiz“, so Goll. Ellenberger sei als Verwaltungsrichter tätig gewesen, habe mehrere Jahre beim Bundesjustizministerium verbracht und nach der Wiedervereinigung beim Aufbau der Justiz in den neuen Bundesländern geholfen. „Zuletzt waren Sie mit der anspruchsvollen Tätigkeit als Leiter der Abteilung I im Justizministerium betraut. Sie haben in dieser Rolle einen ganz zentralen Beitrag zu den zahlreichen Modernisierungsprojekten in der Justiz geleistet. Unter anderem waren Sie maßgeblich an der Einführung der Neuen Steuerungsinstrumente, der Entwicklung und Fortführung des Personalbedarfsberechnungssystems PEBB§Y, dem Outsourcing der EDV, der Entwicklung justizspezifischer EDV-Fachanwendungen und der Grundbuch- und Notariatsreform beteiligt. Zudem unterstand Ihnen das gesamte Personalwesen der baden-württembergischen Justiz. Ich bin sicher, dass Sie Ihre Erfahrung und Ihre Fähigkeiten in Ihrer neuen Position zum Nutzen der Verwaltungsgerichtsbarkeit einsetzen werden. Ich wünsche Ihnen für Ihre Tätigkeit allen erdenklichen Erfolg“, sagte Goll.

Lebenslauf PräsVGH a.D. Dr. Karl-Heinz Weingärtner
Geboren am 5. Dezember 1945 in Heidelberg, trat der verheiratete Vater zweier Kinder nach dem Jurastudium in Heidelberg und dem Referendariat am 15. Januar 1975 als Regierungsassessor bei der damaligen Landesanwaltschaft in den höheren Justizdienst des Landes Baden-Württemberg ein. Im Februar 1976 wechselte Weingärtner als Richter an das Verwaltungsgericht Karlsruhe, wo er im Jahr 1978 auch zum Richter auf Lebenszeit ernannt wurde. Nach einer Er-probungsabordnung an den Verwaltungsgerichtshof von Dezember 1981 bis De-zember 1982 wurde Weingärtner anschließend zum Richter am Verwaltungsgerichtshof befördert. Im Dezember 1988 wurde er Vorsitzender Richter am Verwaltungsgericht Karlsruhe, im November 1993 Vorsitzender Richter am Verwaltungsgerichtshof. Im Oktober 1995 wechselte Weingärtner wiederum an das Verwaltungsgericht Karlsruhe, diesmal als Präsident des Verwaltungsgerichts, bevor er im Juli 2001 zum Präsidenten des Verwaltungsgerichtshofs ernannt wurde. An dessen Spitze stand er bis zu seinem Eintritt in den gesetzlichen Ruhestand Ende Dezember 2010.

Lebenslauf PräsVGH Volker Ellenberger
Geboren am 20. März 1955 in Stuttgart, trat der verheiratete Vater zweier Kinder nach Jurastudium und Referendariat in Tübingen im Jahr 1983 in den höheren Justizdienst des Landes Baden-Württemberg ein. Seine Assessorenzeit verbrachte er beim Verwaltungsgericht Sigmaringen und beim Landratsamt Zollernalbkreis. Am Verwaltungsgericht Sigmaringen wurde Ellenberger im Juni 1986 zum Richter auf Lebenszeit ernannt. In den Jahren 1987 bis 1990 war Ellenberger an das Bundesjustizministerium abgeordnet. Von September 1990 an wirkte Ellenberger beim Aufbau der Justiz in den neuen Bundesländern mit, zunächst beim Kammergericht Dresden und anschließend ab Dezember 1990 im Sächsischen Staatsministerium der Justiz. Dort war Ellenberger zunächst stellvertretender Abteilungsleiter und ab Ende 1993 dann Abteilungsleiter der für Personal, Haushalt und Organisation zuständigen Abteilung. In diese Zeit fiel im Juni 1992 Ellenbergers Beförderung zum Richter am Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg. Am Verwaltungsgerichtshof war Ellenberger nach seiner Rückkehr aus Sachsen von Mitte 1995 bis Ende Oktober 1998 tätig, bevor er im November 1998 ins baden-württembergische Justizministerium wechselte und dort als Ministerialdirigent die Leitung der Abteilung I übernahm. Zum 1. Januar 2011 wurde Ellenberger zum neuen Präsidenten des Verwaltungsgerichtshofs ernannt.

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