Referendarausbildung der Justiz Baden-Württemberg geht online! - Bundesweit einmalig: unterrichtsbegleitender E-Learning-Kurs für Rechtsreferendare

Datum: 01.04.2011

Kurzbeschreibung: Die Referendare, die heute ihren juristischen Vorbereitungsdienst bei einem der 17 Landgerichte des Landes angetreten haben, erhielten nicht nur ihre Zuweisungsverfügung, sondern zudem erstmals die Zugangsdaten zu einem neuen Lernprogramm.

Ministerialdirektor Michael Steindorfner teilte mit: „Erstmalig bekommen Rechtsreferendare in Baden-Württemberg ein elektronisches Lernmedium an die Hand, um sich auf die vielfältigen Tätigkeiten in der gerichtlichen Praxis vorzubereiten. Damit gehen wir in der juristischen Ausbildung neue Wege und bieten damit als einziges Bundesland dieses interaktive Lernmittel.“

Das im Internet verfügbare Lernprogramm ELAN-REF soll die weiterhin stattfindenden Einführungslehrgänge begleiten und helfen, die für die Arbeit als Richter, Staats- oder Rechtsanwalt erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten zu vermitteln. Der Präsenzunterricht wird dadurch in weiten Teilen von der reinen Wissensvermittlung entlastet und kann sich daher künftig stärker als bisher auf die Wiederholung und Vertiefung des Lernstoffs konzentrieren. Zunächst wird das Lernprogramm in der am Beginn des Referendariats stehenden Zivilrechtsstation sowie in der sich anschließenden Strafrechtsstation eingesetzt.

ELAN-REF nutzt bewusst die Möglichkeiten einer multimedialen und interaktiven Präsentation von juristischen Lerninhalten. Die Referendarinnen und Referendare werden von einer angenehmen Sprecherstimme durch die Inhalte geführt, während sich am Computerbildschirm Texte, Übersichten und Grafiken aufbauen. Wichtiger Bestandteil des didaktischen Konzepts von ELAN-REF sind Übungen, die sowohl in die Lernsequenzen eingebaut sind, um Anstöße für eigene Lösungsansätze zu geben, als auch am Ende eines jeden Kapitels eine Lernerfolgskontrolle. Nutzer des Lernprogramms können sich so den Lernstoff aktiv erarbeiten. Grafische Darstellungen und illustrierende Fotos aus dem Justizalltag machen die Inhalte anschaulich und einprägsam. „ELAN-REF ist für angehende Juristen eine äußerst attraktive Lernform“, sagte Ministerialdirektor Michael Steindorfner. „Der Umgang mit elektronischen Medien ist im Justizalltag eine Selbstverständlichkeit. Längst geben wir unseren Rechtsreferendaren die Möglichkeit, in juristischen Datenbanken zu recherchieren. Elektronisches Lernen ist die konsequente Fortsetzung des Medienwandels im juristischen Umfeld“, erklärte Steindorfner.


Das Rechtsreferendariat schließt sich an das juristische Studium an einer Universität an. Voraussetzung für die Einstellung als Referendar ist das Bestehen der Ersten juristischen Prüfung. Am Ende des Referendariats wird das zweite Staatsexamen absolviert, das beispielsweise zur Ausübung des Anwalts- oder Richterberufs befähigt. Die Justiz Baden-Württemberg bildet an 17 Landgerichten derzeit etwa 1.400 Referendare aus.


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