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Zahl der rechtlich betreuten Menschen in Baden-Württemberg steigt stetig - Justizminister Rainer Stickelberger und Sozialministerin Katrin Altpeter würdigen ehrenamtlichen Einsatz für die Betreuten

Datum: 07.10.2011

Kurzbeschreibung: Rund 250 Gäste beim Tag der ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuer im Haus der Wirtschaft in Stuttgart

Die Zahl der Menschen in Baden-Württemberg, denen ein rechtlicher Betreuer zur Seite steht, steigt stetig. Waren es zum Ende des vergangenen Jahres noch mehr als 107.000 Frauen und Männer, so gehen Statistiker angesichts des demografischen Wandels davon aus, dass es bis in 20 Jahren annähernd doppelt so viele sein werden. Dabei übernehmen überwiegend Ehrenamtliche die Unterstützung bei Entscheidungen mit rechtlicher Tragweite; derzeit ist das bei etwa zwei Drittel aller Betreuungen der Fall.

Zum Tag der ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuer heute (7. Oktober 2011) in Stuttgart dankten Justizminister Rainer Stickelberger und Sozialministerin Katrin Altpeter den freiwillig Engagierten für ihren Einsatz. „Mit ihrer Unterstützung beispielsweise im Kontakt mit Versicherungen, bei der Kündigung einer Wohnung oder dem Abschluss eines Heim- oder Pflegevertrags tun die ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuer einen wichtigen Dienst“, sagte der Justizminister. Die Sozialministerin erklärte: „Die ehrenamtliche Betreuung ist ein Grundpfeiler des Betreuungswesens. Die Betreuer erfüllen kompetent und im Sinne der betroffenen Menschen ihre Aufgaben. Damit nehmen sie gesellschaftliche Verantwortung wahr, die wir für das Bestehen der Gesellschaft brauchen.“

Die Landesregierung hat es sich zur Aufgabe gemacht, die ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuer bei ihrer Tätigkeit zu unterstützen. So setzte man sich im Justizministerium dafür ein, dass das freiwillige Engagement der Betreuerinnen und Betreuer mit dem in Sportvereinen steuerrechtlich gleich behandelt wird: Seit Anfang des Jahres sind nun Aufwandsentschädigungen bis zu einem Betrag von 2100 Euro von der Einkommensteuer befreit. Um die Betreuerinnen und Betreuer zusätzlich besser gegen Vermögensschäden abzusichern, wurden die Versicherungssummen durch das Land angehoben. Pro Versicherungsfall betragen sie nun 250.000 Euro (zuvor 100.000 Euro) im Jahr, für sämtliche Versicherungsfälle einer betreuten Person im Jahr liegt die Summe bei einer Million Euro (zuvor 200.000 Euro).

Den Einsatz von ehrenamtlichen Betreuern fördert auch das Sozialministerium. Mit Hilfe der Landesförderung gelang es, Betreuungsvereine flächendeckend in allen Stadt- und Landkreisen zu etablieren. So stieg die Zahl der anerkannten und geförderten Betreuungsvereine von 22 Vereinen im Jahr 1992 auf nun 70. Künftig orientiert sich die Landesförderung von 1,5 Millionen Euro stärker an der Zahl der gewonnen ehrenamtlichen Betreuer. Deswegen wurden auch die Mittel für die direkte finanzielle Förderung um 40 Prozent erhöht.


Weitere Informationen für die Redaktionen:
Rechtliche Betreuerinnen und Betreuer werden von den Betreuungsgerichten bestellt. Das geschieht nur dann, wenn eine Person Angelegenheiten mit rechtlicher Tragweite nicht mehr selbst erledigen kann. Gründe hierfür können psychische Krankheiten, geistige oder auch körperliche Behinderungen sein.

Die Gewinnung, Begleitung, Fortbildung und kostenlose Beratung ehrenamtlicher Betreuerinnen und Betreuer in Baden-Württemberg übernehmen vor allem die sogenannten Betreuungsvereine. Daneben bieten auch die Betreuungsbehörden in den Kommunen und die Betreuungsgerichte Unterstützung an.

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