Landesregierung beschließt Bundesratsinitiative zur Verbesserung der strafrechtlichen Dopingbekämpfung

Datum: 10.04.2013

Kurzbeschreibung: Justizminister Rainer Stickelberger: "Doping im Berufssport ist eine Form von Wirtschaftskriminalität - der Staat darf dabei nicht tatenlos zusehen"

Um die strafrechtliche Bekämpfung von Doping im Sport zu verbessern, hat die Landesregierung nun eine Bundesratsinitiative beschlossen. Der Gesetzentwurf, den Baden-Württemberg in die Länderkammer einbringen wird, sieht unter anderem die Einführung eines Straftatbestands Dopingbetrug vor. „Doping ist ein ernsthaftes Problem im Profisport - das wissen wir nicht erst seit den aufsehenerregenden Geständnissen bekannter Sportler“, sagte Justizminister Rainer Stickelberger am Mittwoch (10. April 2013) in Stuttgart: „Nach der aktuellen Rechtslage bleiben die gedopten Sportler von der strafrechtlichen Dopingbekämpfung aber weitgehend unbehelligt.“

Gerade im Berufssport gehe es um hohe finanzielle Beträge, um die saubere, ungedopte Sportler durch Doping betrogen würden. „Wenn sie Jahre später nachträglich einen Sieg zugesprochen bekommen, bringt das zwar noch eine Medaille für die Vitrine“, stellte der Minister fest. Lukrative Sponsorenverträge, Förderungen und Antrittsgelder seien dann aber passé. „Wir müssen den wirtschaftlichen Wettbewerb im Berufssport strafrechtlich gegen die unlautere Einflussnahme durch Doping absichern“, so Stickelberger.

Die Bundesratsinitiative zielt zudem darauf ab, den Erwerb bestimmter Doping-mittel und das Handeltreiben damit unter Strafe zu stellen. Bislang ist es lediglich strafbar, Arzneimittel zu Dopingzwecken im Sport in den Verkehr zu bringen, zu verschreiben oder bei anderen anzuwenden sowie bestimmte Dopingmittel in nicht geringer Menge selbst zu besitzen. „Außerdem brauchen wir eine Kronzeugenregelung“, erklärte der Justizminister: „Denn nach den Erfahrungen der Strafverfolgungsbehörden spielt sich Doping in einem abgeschotteten Milieu ab.“ Der Gesetzentwurf sieht darüber hinaus eine Anhebung der Höchststrafe von drei auf fünf Jahre vor.

„Doping im Berufssport ist eine Form von Wirtschaftskriminalität“, sagte der Minister. Dabei dürfe der Staat nicht tatenlos zusehen. „Er muss seinen Teil dazu beitragen, für einen fairen Wettbewerb zu sorgen“, betonte er.

Weitere Informationen:
Der Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der strafrechtlichen Dopingbekämpfung ist im Internet auf der Homepage des Justizministeriums zu finden: www.justiz-bw.de

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