Stickelberger: "Der Staat muss Doping klar ächten - dafür brauchen wir einen Straftatbestand Dopingbetrug!"

Datum: 06.08.2013

Kurzbeschreibung: Die politisch Verantwortlichen müssen deutlich machen, dass sie sich von diesem Kapitel der Sportgeschichte verabschiedet haben.

Angesichts der aktuellen Diskussion um die Studie der Humboldt-Universität Berlin, wonach spätestens seit Anfang der 70er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland in zahlreichen Sportarten systematisch gedopt und Dopingforschung mit Steuermitteln betrieben worden sein soll, fordert Justizminister Rainer Stickelberger eine klare Ächtung des Dopings durch den Staat.

„Der Gesetzentwurf Baden-Württembergs zur Strafbarkeit des Dopings, den wir bereits in den Bundesrat eingebracht haben, ist notwendiger denn je. Ich werde diese Gesetzesinitiative im Herbst mit Nachdruck weiterverfolgen, damit wir bald ein scharfes Werkzeug in der Hand haben, um Doping zu verfolgen.“

„Wir brauchen eine klare Regelung, die dopende Sportler strafrechtlich zur Verantwortung zieht, wenn sie sich ihren Konkurrenten gegenüber einen finanziellen Vorteil verschafft haben. Das wird durch den klassischen Betrugstatbestand nicht hinreichend erfasst. Die Strafbarkeit des Dopingbetrugs ist das Kernstück meines Gesetzentwurfs. Sie soll nur für den Berufssport gelten.“

Der Minister betonte, er wünsche sich eine Diskussion darüber, welche Leistung im Sport erwünscht sei. „Gedopte Sportler,“ so Stickelberger, „taugen nicht als Vorbilder. Deshalb muss die Gesellschaft ein falsches Leistungsdenken in Frage stellen, das Maßstäbe setzt, die ohne Unterstützung von Doping oft gar nicht möglich wären.“

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