Tag der ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuer

Datum: 18.10.2013

Kurzbeschreibung: Justizminister Rainer Stickelberger und Sozialministerin Katrin Altpeter würdigen freiwilliges Engagement/Mehr als 60.000 Männer und Frauen unterstützen Betreute unentgeltlich bei der Bewältigung rechtlicher Angelegenheiten


Mit der Zahl der rechtlich betreuten Menschen in Baden-Württemberg steigt auch der Bedarf an Betreuerinnen und Betreuern. Mehr als 60.000 Ehrenamtliche unterstützen andere bei der Bewältigung rechtlicher Angelegenheiten, etwa in Fragen der Gesundheitssorge, beim Abschluss eines Pflegevertrags oder im Kontakt mit Versicherungen. „Nur dank der Einsatzfreude und Tatkraft dieser Bürgerinnen und Bürger ist die schwierige Aufgabe der rechtlichen Betreuung in unserem Land zu erfüllen“, sagte Justizminister Rainer Stickelberger beim Tag der ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuer am Freitag (18. Oktober 2013) in Stuttgart. Sozialministerin Katrin Altpeter betonte: „Ehrenamtliches Engagement hält die Gesellschaft zusammen. Vieles kann der Staat alleine nicht leisten, Menschlichkeit und Solidarität zeigen sich im Ehrenamt.“ Für das Betreuungswesen sei es der tragende Pfeiler.
 
Die Zahl der rechtlich betreuten Menschen nimmt von Jahr zu Jahr zu. Ende 2010 waren gut 107.000 Personen auf Hilfe angewiesen, ein Jahr später waren es mehr als 109.00 und Ende 2012 bereits 110.500 Personen. Viele von ihnen sind psychisch krank, haben eine geistige oder auch körperliche Behinderung. Die rechtlichen Betreuer werden von den Betreuungsgerichten bestellt. „Indem Menschen freiwillig und ohne Bezahlung ein Stück Verantwortung mittragen, ermöglichen sie anderen ein selbstbestimmteres Leben“, erklärte der Justizminister. Dieses Engagement sei unbezahlbar - die Aufwandspauschale könne auch nach deren Anhebung auf 399 Euro jährlich bloß eine Anerkennung sein.
 
Die Sozialministerin wies darauf hin, dass ehrenamtliche Betreuung vom Gesetzgeber ausdrücklich gewollt sei: „Eine berufliche Betreuung gegen Entgelt soll nur dann eingerichtet werden, wenn keine ehrenamtliche Betreuung zur Verfügung steht.“ Unterstützung erhielten die Ehrenamtlichen von den Betreuungsvereinen. Dafür würden die Vereine vom Land finanziell gefördert.
 
 
Weitere Informationen:
Beim Tag der ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuer kommen rund 200 Ehrenamtliche, Vertreter der Betreuungsgerichte, der Betreuungsbehörden und der Betreuungsvereine in Stuttgart zusammen. Bei Vorträgen und in Gesprächsgruppen haben sie Gelegenheit, sich zu informieren, auszutauschen und zu vernetzen.
 
Veranstaltet wird der Tag der ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuer vom Justizministerium, dem Sozialministerium, dem Kommunalverband für Jugend und Soziales sowie der Interessengemeinschaft der Betreuungsvereine in Baden-Württemberg.
 

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