Fachzentrum Justizwachtmeister in Mannheim eröffnet

Datum: 07.05.2014

Kurzbeschreibung: Justizminister Rainer Stickelberger: „In Sachen Sicherheit bei Gerichten und in Justizbehörden kommt den Justizwachtmeisterinnen und Justizwachtmeistern eine Schlüsselfunktion zu. Eine gute Aus- und Fortbildung ist dabei unabdingbar“

Vollständig neu konzipiertes Ausbildungsprogramm

Mit dem Ziel, die Sicherheit bei Gerichten und in Justizbehörden in Baden-Württemberg zu erhöhen, hat Justizminister Rainer Stickelberger vor einem Jahr eine Sicherheitskonzeption in Kraft gesetzt. Bestandteil der Konzeption ist die Stärkung des Justizwachtmeisterdienstes. Die damit verbundene weitere Verbesserung der Aus- und Fortbildung findet künftig im neuen Fachzentrum Justizwachtmeister in Mannheim statt, das der Minister an diesem Mittwoch (7. Mai 2014) eröffnete. „In Sachen Sicherheit kommt den Justizwachtmeisterinnen und Justizwachtmeistern eine Schlüsselfunktion zu“, sagte er: „Eine gute Aus- und Fortbildung ist dabei unabdingbar.“

Justizwachtmeisterinnen und Justizwachtmeister sind bei Gerichten und Justizbehörden die ersten Ansprechpartner in Sicherheitsfragen. Sie sind beispielsweise für Einlasskontrollen zuständig. Zudem übernehmen sie den sogenannten Vorführ- und Sitzungsdienst; das bedeutet, dass sie Gefangene in die Gerichtssäle bringen und während Verhandlungen deren sicheren Ablauf im Blick haben. In den Jahren 2013 und 2014 wurden im Rahmen der Sicherheitskonzeption insgesamt 50 zusätzliche Stellen für Justizwachtmeister in Baden-Württemberg geschaffen.

„Neben der quantitativen Verbesserung sind uns zahlreiche qualitative Verbesserungen gelungen“, stellte der Justizminister in Mannheim fest. Er verwies auf die Ausstattung, die unter anderem um Schutzwesten und stichsichere Schutzhandschuhe erweitert wurde. Vor allem aber sei das Ausbildungsprogramm für den Justizwachtmeisterdienst vollständig neu konzipiert worden. Die Ausbildung dauere nun mindestens 18 Monate statt bislang 12 Monate. Zu praktischen Ausbildungsphasen beim jeweiligen Gericht oder der Staatsanwaltschaft kämen verschiedene Stationen und Hospitanzen bei anderen Behörden hinzu. „Das ermöglicht den angehenden Justizwachtmeistern einen umfassenden Einblick in die Details der Sicherheitskonzeption“, erklärte Stickelberger.

Die fachtheoretische Ausbildung findet im neuen Fachzentrum Justizwachtmeister bei der Justizvollzugsanstalt Mannheim statt, wo sowohl Schulungsräume als auch Unterkünfte zur Verfügung stehen. Über den gesamten Ausbildungszeitraum hinweg werden drei Unterrichtsmodule im Fachzentrum absolviert, die zusammen 403 Unterrichtsstunden umfassen. Die Auszubildenden durchlaufen unter anderem ein Kommunikationstraining, eine Schulung zum Brandschutzhelfer und lernen Abwehr- und Zugriffstechniken kennen. „Die räumliche Nähe zum Justizvollzug ist dabei keine Nebensache, sondern bringt so manchen Synergieeffekt mit sich“, sagte der Minister: „So ist etwa die Unterstützung durch qualifizierte Dozenten möglich, außerdem erleben die Auszubildenden dort den Umgang mit Gefangenen.“

Stickelberger kündigte an, in einem nächsten Schritt das Fort- und Weiterbildungsprogramm für den Justizwachtmeisterdienst auszubauen und zu intensivieren: „Das Thema Sicherheit in der Justiz ist für mich eine Daueraufgabe.“

Weitere Informationen:

Das neue Fachzentrum Justizwachtmeister ist aus einer früheren Außenstelle der Justizvollzugsschule hervorgegangen. Damit waren die benötigten Unterrichtsräume bereits vorhanden, in unmittelbarer Nähe boten sich Unterkunftsmöglichkeiten an. Im Fachzentrum findet die fachtheoretische Ausbildung der angehenden Justizwachtmeisterinnen und Justizwachtmeister statt. Sie umfasst drei jeweils einmonatige Module. Die praktische Ausbildung erfolgt bei den Gerichten und Justizbehörden.

Bereits im Januar dieses Jahres nahmen die Mitglieder der neu geschaffenen „Sicherheitsgruppe der Gerichte und Staatsanwaltschaften“ an einem ersten Unterrichtsmodul teil. Bei der Gruppe handelt es sich um spezialisierte Wachtmeister, die zum Beispiel für besonders sicherheitsrelevante Verfahren angefordert werden können. Im März durchliefen 24 Auszubildende aus dem gesamten Land ein Modul im Fachzentrum. Im Laufe des Jahres werden weitere fünf Module sowohl für Nachwuchskräfte als auch für Mitglieder der Sicherheitsgruppe angeboten.

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