35. Triberger Symposium

Datum: 04.12.2014

Kurzbeschreibung: Fachleute aus Justiz, Politik, Kirchen, Medien, Medizin Wissenschaft und Anwaltschaft diskutieren über das Thema „Recht auf Leben! Recht auf Tod? - Brauchen wir neue Regelungen zur Sterbehilfe?“.

Justizminister Rainer Stickelberger: „Losgelöst von allen rechtlichen Reformüberlegungen ist klar: Die Betreuung und Versorgung Schwerstkranker am Lebensende muss verbessert werden.“

„Ärztlich assistierter Suizid“, „organisierte Sterbehilfe“, „Tötung auf Verlangen“ - die aktuelle Diskussion über neue gesetzliche Regelungen am Lebensende wird unter verschiedenen Stichwörtern kontrovers geführt. Das Justizministerium Baden-Württemberg hat diese Debatte nun im 35. Triberger Symposium aufgegriffen. Am 4. und 5. Dezember 2014 diskutieren Fachleute aus Justiz, Politik, Kirchen, Medien, Medizin, Wissenschaft und Anwaltschaft in Triberg im Schwarzwald die rechtlichen wie auch medizinischen und ethischen Fragen zur Sterbehilfe. Der Titel der Veranstaltung lautet: „Recht auf Leben! Recht auf Tod? - Brauchen wir neue Regelungen zur Sterbehilfe?“

 

„Beim Thema Sterbehilfe geht es nicht um akademische Fragen. Es geht um das Leiden von Menschen und ihren Angehörigen. Die Menschen bewegt die Frage, wie ihre Würde auch am Lebensende gewahrt werden kann. Diese Diskussion müssen wir ernsthaft und vorurteilsfrei führen“, sagte Justizminister Rainer Stickelberger heute (4. Dezember 2014) in Triberg. Das Symposium biete die Chance, das gegenseitige Verständnis für die unterschiedlichen Positionen zu stärken.

 

Stickelberger sprach sich deutlich für den Ausbau der Palliativmedizin und die Verbesserung der Hospizversorgung aus. „Losgelöst von allen rechtlichen Reformüberlegungen ist klar: Die Betreuung und Versorgung Schwerstkranker am Lebensende muss verbessert werden“, so der Minister.

 

Neben Stickelberger referierte die frühere Vorsitzende des 2. Strafsenats des Bundesgerichtshofes Professorin Dr. Ruth Rissing-van Saan. Aus dem Blickwinkel der Justiz beleuchtete sie die aktuelle Rechtslage und setzte sich mit der Frage auseinander, ob die bestehenden Vorschriften hinreichend Rechtssicherheit gewährleisten. Die Straf- und Medizinrechtlerin Professorin Dr. Brigitte Tag von der Universität Zürich stellte die Situation in der Schweiz vor. Sie erläuterte die rechtlichen Voraussetzungen, die es auch deutschen Patienten ermöglichen, mit Hilfe von Sterbehilfeorganisationen in der Schweiz Suizid zu begeben. Der Münchener Rechtsanwalt Wolfgang Putz lenkte den Blick auf die Schicksale und Beweggründe der Menschen, die am Lebensende seinen Rechtsrat suchen.

 

Am Freitag werden die Präsidentin des Bundesgerichtshofes Bettina Limperg und der frühere Bundesminister und Vizekanzler Franz Müntefering in Triberg erwartet. Nach einem Grußwort von Bettina Limperg wird Franz Müntefering zum Thema „Sterben in dieser Zeit - wie können wir helfen?“ sprechen. In der anschließenden Podiumsdiskussion werden Franz Müntefering, der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz Eugen Brysch, der rechtspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Dr. Johannes Fechner, der Arzt und Sterbebegleiter Uwe-Christian Arnold sowie Justizminister Stickelberger die aufgeworfenen Fragen vertiefen.







Weitere Informationen:

Bereits seit 1980 veranstaltet das Justizministerium Baden-Württemberg alljährlich ein rechtspolitisches Symposium in Triberg im Schwarzwald. Die Veranstaltungsreihe beleuchtet an zwei Tagen aktuelle rechtspolitische Themen aus den Blickwinkeln von Justiz, Politik, Wissenschaft, Gesellschaft, Wirtschaft und Medien. Die rund 60 geladenen Teilnehmer des Symposiums haben am ersten Tag nach drei bis vier Impulsreferaten die Möglichkeit, das Thema über die vertrauten Denkweisen und Argumentationsmuster hinaus zu reflektieren und zu diskutieren. Am zweiten Tag schließt sich nach einem weiteren Impuls eine moderierte Podiumsdiskussion an. Im vergangenen Jahr sprachen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über das Verhältnis von Justiz, Medien und Öffentlichkeit. Der Titel des Symposium lautete: „„Live aus dem Gerichtssaal !? - Justiz und Öffentlichkeit“.

 

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