Feierliche Übergabe der neuen Werkhalle in der Justizvollzugsanstalt Schwäbisch Gmünd

Datum: 14.04.2016

Kurzbeschreibung: Staatssekretär Peter Hofelich: „Land investiert rund 5,7 Millionen Euro in den Neubau der Werkhalle“ - Ministerialdirektorin Inken Gallner: „Zeitgemäßes Beschäftigungs- und Ausbildungsangebot wesentliches Element für erfolgreiche Resozialisierung“

Finanzstaatssekretär Peter Hofelich und die Ministerialdirektorin des Justizministeriums Inken Gallner haben am Donnerstag (14. April 2016) den Neubau der Werkhalle in der Justizvollzugsanstalt Gotteszell in Schwäbisch Gmünd an den Nutzer übergeben.

 

„Das Land Baden-Württemberg hat rund 5,7 Millionen Euro in den Neubau der Werkhalle und in die Schaffung von 120 weiteren Arbeitsplätzen in der Justizvollzugsanstalt investiert“, sagte Staatssekretär Hofelich. Der Grundriss der Werkhalle wurde nach den funktionalen Abläufen innerhalb einer Justizvollzugsanstalt entwickelt. „Durch die verbesserten Arbeitsabläufe und die höheren Lagerkapazitäten steigern wir die Produktivität und die Attraktivität für potenzielle Auftraggeber. Baulich haben wir die Rahmenbedingungen für einen erfolgreichen und humanen Strafvollzug geschaffen“, so Hofelich.

 

„Die neue, moderne und funktionale Werkhalle in der zentralen Frauenhaftanstalt des Landes stellt sicher, dass wir als wesentliches Element für eine erfolgreiche Resozialisierung den gefangenen Menschen auch in Zukunft ein zeitgemäßes Beschäftigungs- und Ausbildungsangebot bieten können. Durch die tägliche Arbeit erlernen die Inhaftierten einen strukturierten Tagesablauf und erwerben wichtige Kenntnisse und Fähigkeiten, um nach der Haft ein straffreies Leben in sozialer Verantwortung zu führen“, sagte Ministerialdirektorin Inken Gallner. Die Amtschefin des Justizministeriums betonte, dass das Vollzugliche Arbeitswesen die finanziellen Mittel zum Bau der neuen Werkhalle in den vergangenen zehn Jahren eigenständig erwirtschaftet habe. „Die Arbeit in unseren Justizvollzugsanstalten bereitet also nicht nur die Menschen auf den Alltag außerhalb des Gefängnisses vor, sondern ist auch konkurrenzfähig und wirtschaftlich erfolgreich.  Bei meinen Besuchen in den Justizvollzugsanstalten des Landes bin ich immer wieder tief beeindruckt von der positiven und äußerst engagierten Haltung der Bediensteten aller Laufbahnen. Sie leisten für die erfolgreiche Resozialisierung von straffälligen Menschen und für die Sicherheit in unserem Land einen unersetzlichen Beitrag“, sagte Ministerialdirektorin Gallner und sprach der Leiterin der Justizvollzugsanstalt Schwäbisch Gmünd Sybille von Schneider und allen Beschäftigten im Justizvollzug ihren Dank aus.

 

Die neue Werkhalle der JVA Schwäbisch Gmünd schließt die Bebauung des Werkhofes nach Osten hin ab. Der Neubau passt sich in der Höhe und den

Materialien den benachbarten Gebäuden an. Die Funktionen wie beispielsweise Produktion, Lager und Technik verteilen sich auf insgesamt drei Ebenen. In der neuen Werkhalle werden künftig insbesondere die Näherei, die Schneiderei und die Montagebetriebe untergebracht sein.

 

Weitere Informationen

Das Kloster Gotteszell wurde im Jahr 1240 von Dominikanerinnen gegründet und im Jahr 1803 im Zuge der Säkularisierung aufgelöst. Daraufhin wurde das Kloster als Zuchthaus und württembergisches Landesgefängnis für männliche und weibliche Gefangene genutzt. Nach Ende des 2. Weltkrieges wurde im Kloster eine Justizvollzugsanstalt für Frauen eingerichtet.

 

Die Arbeitsbetriebe in den Justizvollzugsanstalten sind in Baden-Württemberg als Landesbetrieb mit der Bezeichnung „Vollzugliches Arbeitswesen (VAW)“ organisiert. Im Jahr 2015 waren durchschnittlich rund 6700 Gefangene in den baden-württembergischen Justizvollzugsanstalten untergebracht. Davon waren knapp 75 Prozent in den Betrieben des Vollzugs beschäftigt. 613 Gefangene haben im Jahr 2015 einen beruflichen Bildungsabschluss und 223 Gefangene einen schulischen Bildungsabschluss erreicht.

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